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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
futterraufe bis futtersack (Bd. 4, Sp. 1094)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) futterraufe, f. eine raufe zum aufstecken des futters, wie heu, stroh, klee u. s. w., für das vieh das dieses aus ihr herauszieht und friszt. sie ist im stalle angebracht, oder wird zur zeit, wann das austreiben des viehes unterbleibt, zumal zur winterzeit, diesem auf den hof gestellt, dasz es daraus das vorgeworfene stroh oder anderes futter fresse. s. Zincke öconom. lex. 845. diese auf dem hofe stehenden, meist doppelten raufen aber sind entweder unbeweglich, auf zwei groszen hölzernen kreuzböcken angebracht, oder an dem einen ende an einem pfahl und an dem andern mit einem rade versehen, damit sie auf der ganzen miststätte herum gedreht werden können. 2359.

(nimmer vergesz ich) in der mitte des hofs der futterraufe, die müszig
oft ich herumgedreht.
Schmidt v. Werneuchen ged. 9.


 
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futterrech, adj. nach dem volksglauben von schlechtem oder unzeitigem futter in den gelenken steif. nur von pferden und rindvieh gesagt: wann ein rosz futterrech wird, das soltu darbey erkennen, wann sich das rosz auffblehet und streckt alle vier von sich. Seuter roszarznei 140. s. DWB rech. s. DWB futterreh.
 
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futterreche, f. die nach dem volksglauben von schlechtem oder unzeitigem futter herrührende steifheit in den gelenken des pferdes oder des rindviehes. s. reche. heute futterrehe. Zincke öconom. lex. (1764) 845. Lübeck allgem. ökonom. lex. 1, 250 schreibt futterräh.
 
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futterreh, adj., s. DWB futterrech.
 
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futterrehe, f., s. DWB futterreche.
 
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futterreich, adj. reich an futter, d. h.
1) viel futter erzeugend oder hervorbringend. pabulosus, futterreich. Weber lat.-deutsch. universalwb. (1734) 877a. eine futterreiche wiese. eine futterreiche gegend. ein futterreiches jahr.
2) eine grosze menge futter besitzend. ein futterreicher bauer.
 
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futterreichthum, m. eine grosze menge futter für vieh oder überhaupt für thiere, eine weit über den bedarf gehende futtermenge die jemand besitzt. der pachter hatte in diesem jahre, in welchem die witterung dem pflanzenwuchse so günstig war, einen wahren futterreichthum aufzuzeigen.
 
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futterrogge, gewöhnlich heute futterroggen,m. roggen zum füttern, besonders aber ausgesäter roggen zum abmähen und verfüttern als grünfutter.
 
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futterröhre, f. eine im stall angebrachte hölzerne röhre oder ein schlauch, das futter durch dieselbe vom boden, auf dem es liegt, in den stall herabzulassen. Weber ökonom. lex. 176a. vgl. DWB futterhose.
 
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futterrübe, f. zu viehfutter gezogene rübe, im besondern die stoppelrübe, turnipse, brassica rapa. Adelung. Scheller. Campe. dän. foderroe. Mit dessen gen. plur. zusammengesetzt futterrübensame, m., der same derselben.
 
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futtersack, m.
1) ein mit futter für das vieh gefüllter sack. mitteld.

ich wêne, um einen fuotersac
ër wolde einen ganzen tac
sich slahen mit dën heiden. Ludwigs kreuzfahrt 3404.

[Bd. 4, Sp. 1095]



nhd. die futter aufsuchenden reiter brachten eine menge futtersäcke ins lager und konnten so reichlich füttern. s. auch nachher die stelle von Jean Paul.
dann überhaupt
2) ein zum hineinthun von viehfutter bestimmter sack, ein sack in welchen viehfutter gethan und bei einer fahrt mitgeführt zu werden pflegt:

sich hinden in den kolwagen legt,
sein futtersack uber sich deckt.
H. Sachs I (1590), 374c;

bald in ein holen baum er (der bauer) schloff,
neben dem weg also trieff nasz
vor dem regen darein er sasz
und hült umb sich die futterseck. 374b;

zwey abgefeimte futtersäcke.
Picander ernstscherzh. ged. 1 (1727), 454, 50,

unter Cupidens inventarium von raren sachen. im besondern bei pferdeknechten ein sack, das futter vom boden zu holen. Zincke öconom. lex. (1764) 845.
auch schw. fodersäck, dän. fodersäck, foersäck.
bildlich: blos weil er sich vordichtete, diesen geistigen futtersack, der blos unter den lumpenhacker gehörte, hab er selber gefertigt und gefüllt. Jean Paul Hesp. 1, 6.
3) ein kleiner sack, ein beutel, in welchem speise mitgeführt oder wohin mitgenommen wird. so wol in folgender stelle: ein gewächsz mit der zwibel und grund auszzuheben und in futersack zu stecken. Fischart Garg. (Scheible) 339.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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