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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
futtermesser bis futternoth (Bd. 4, Sp. 1086 bis 1093)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) futtermesser, n. was futterklinge (s. d.).
 
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futtermetze, f. 1) eine metze zum abmessen des pferdefutters. 2) eine metze voll pferdefutter d. i. so viel futter nach diesem masz, als den pferden auf einmal gegeben wird. s. Campe.
 
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futtermischung, f. eine mischung von verschiedenem futter zur fütterung des viehes oder der thiere. eine futtermischung aus drei futtermitteln.
 
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futtermittel, n. etwas, aus welchem futter für das vieh oder überhaupt für thiere bereitet werden kann.
 
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futtern, fluchen, fluchen und schelten, fluchend lärmen. eben so wol futern, auch fudern, fuddern geschrieben. s. DWB fudern. die angabe unter diesem worte, dasz es aus franz. foudre, blitz, donnerkeil, überkommen sei, wird unhaltbar durch den bei Mozin verzeichneten und da unserm »sackerment!« gleichgestellten niedrigen, aber volksüblichen franz. ausruf foutre, der ein von dem eben so niedrigen, im volke geläufigen verbum foutre, futuere (s. DWB futern), gebildetes masc. ist und als solches fututio bedeutet (s. GA. 2 s. vi f.), weshalb das wort in anständiger sprache durchaus gemieden wird. auch das aus ihm gebildete luxemb. futtren, schimpfen, fluchen, wettern, bezeichnet Gangler 162 als niedrig, während in den andern deutschen mundarten das wort mehr gemeinüblich ist. in dem fernen östlichen siebenbürgisch-sächsischen hört man futern geradezu für schimpfen, räsonnieren (Haltrich plan 11b). Das oben berührte franz. foudre, wie unter fudern spalte 369 angegeben wurde, beruht auf einer verwechselung mit foutre.
 
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futtern, füttern, wie futter (s. d.) sich nach zwei hauptbegriffen scheidend. das wort ist nämlich abgeleitet entweder
I. von futter, in so fern dieses nahrung für thiere oder menschen ausdrückt. s. DWB futter I. ahd. fuotarjan, dann mit angleichung des a an das ableitende j auch fuotiren, wie der inf. bei T., dessen fluobiren 10, 3 gemäsz, lauten würde, wenn er vorkäme. mhd. vuotern und zugleich mit dem durch einwirkung jenes j zum durchbruch gekommenen umlaute vüetern. beide mhd. formen haben jenes ahd. fuotarjan zur gemeinsamen grundlage, und es kann das in der unter A 3) c) angeführten stelle aus der laszbergischen handschrift des Schwabenspiegels vorkommende fuoterôn, auf welchem allerdings ein organisches vuotern beruhen müste, kaum in betrachtung kommen, nicht nur weil es ganz vereinzelt dasteht und die von Wilhelm Wackernagel bei seiner ausgabe (s. 170, 173, 2) zu grunde gelegten und verglichenen handschriften füetern bieten, sondern auch weil ein ahd. fuotarôn, das vorausgehn müste, nirgends nachzuweisen ist. jenem vuotern scheint übrigens ein fuotern in der Martina 198c, 83 (s. 500), wo von der hitze des weltbrandes in beziehung auf die armen sünder gesagt ist

und fuotert siu mit scharpfem pîne
hin in die helschen sentîne

ganz ferne zu liegen und in dieser stelle fürdert gelesen werden zu müssen. mitteld. vûtirn, mnd. vodern, nnd. vodern, durch zusammenziehung voren, nnl. voederen, voeren, altengl. fôdrien (Stratmann 208), engl. fodder, altn. fôdra, schwed. fodra, dän. fodre. goth., alts., ags., altfries. fehlt das wort. nhd. im 16. jh. häufig noch mit nicht verdoppeltem t ftern, ftern, futern, fütern, die drei letzten auch nicht gerade selten im 17. jh., und

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selbst in dem zweiten jahrzehent des 18. jh. hält Dentzler 2, 120b noch futeren fest, während er freilich 1, 537a futteren schreibt. was den vocal anlangt, so wird futtern eben so wol wie füttern gesagt, und wenn Schottelius s. 1321 nur futteren hat, so setzt Stieler 527 blosz füttern. mit dem 18. jahrh. überwiegt dieses letzte, und wenn auch, wie oben bemerkt wurde, der Züricher Dentzler ganz dem noch heute schweiz. fuetern gemäsz, futeren, futteren schreibt, der Baier fuetern und füetern spricht (Schmeller 1, 577), der Kärntner fuotern und füetern (Lexer 106), d. i. hochd. futtern und füttern, so findet sich doch jene umlautlose form futtern in der zweiten hälfte des 18. jh. und später namentlich bei norddeutschen schriftstellern, wie bei Justus Möser, Voss, auch mitunter im reime bei Schmidt von Werneuchen, was sich z. b. in einer nachher unter A 1) a) γ) aus seinen gedichten angeführten stelle zeigen wird; alle lieszen sich wol durch nd. vodern bestimmen. darauf aber, dasz solche schriftsteller futtern schrieben, mag es auch beruhen, dasz Adelung die in der ersten ausgabe seines wörterbuches beigefügte bemerkung »im oberdeutschen lautet dieses wort futtern und viele hochdeutsche wollen es eben so gesprochen wissen, so sehr es auch wider den hochdeutschen sprachgebrauch ist« in der zweiten wegläszt und dafür setzt »bey vielen lautet dieses wort futtern«. Heynatz orthograph. wb. 273b bemerkt ausdrücklich, dasz viele füttern für hochdeutscher halten, und so viel steht auch unstreitig fest, dasz eben dieses, das schon vorhin als überwiegend bezeichnet wurde, im 19. jh. die geläufige hochdeutsche form ist. vgl. auch nachher C 1) b) α).
Das wort geht, futter I gemäsz,
A. zunächst auf nahrung für thiere und steht
1) transitiv, mit beigesetztem acc. dieser aber drückt
a) entweder das thier aus, welches das futter erhält, und futtern, füttern hat dann die bedeutungen:
α) zum suchen und zusichnehmen von futter im freien in hut und pflege halten. ahd. thie sie fuotiritun, fluhun. T. 53, 11 (Marc. 5, 14), = die sie (die schweine) hüteten (weideten), flohen; inti santa inan (ihn, den verlornen sohn) in sîn thorf, thaʒ hër fuotriti swîn. 97, 2 (Luc. 15, 15); fuotri mîniu lembir. 180, 1 ff. (Schilter 238), wo Luther (Joh. 21, 15) weide meine lemmer übersetzt, dann aber weide meine schafe, und damit stimmt bei O. 5, 15, 35

nû fuatiri scâf mînu!

doch, wie es scheint, schon mhd. in diesem sinne nicht mehr vorkommend.
β) das futter sich suchen lassen, sich futter suchend nähren lassen: weil du ein paar schweine geschossen hast, die der fürst auf unsern äckern und feldern füttert. Schiller verbrecher aus infamie, in der Thalia 2, 42.
γ) mit futter versehen zum fressen, mit futter zur nahrung versehen: ahd. scowôt himiles fugelâ, bithiû wanta sie ni sâwent, noh ni arnônt, noh ni samanônt in skiurâ, inti iwar fater thër himilisco fuotirit sie. T. 38, 2 (Matth. 6, 26), = pascit illa, füttert sie, versieht sie mit futter, gibt ihnen futter. mhd. vuotern, vüetern hier s. Benecke 3, 443b. nhd.

ein tag ich im (dem ross) kein futer gab
und sprich dan das ichsz gefutert hab. fastnachtsp. 562, 25;

man solt jn heissen auszspannen, die pferd in stall fren und fteren. Wickram rollw. (Kurz) 67, 5;

führe den schecken zum stall, und futter ihn, Jürgen, mit haber.
Voss id. nr. 13, 1;

der pavian sein liebling,
den er mit eigner hand zu füttern pflegte.
Schiller Karlos rhein. Thalia 1, 125;

helfen wird euch backen dann und buttern
meine theure, wird so emsig schön
mit dem korbe dort am arme stehn
und die enten aus dem fenster futtern.
Schmidt v. Werneuchen ged. 108;

hast mühsam du in morscher bucht
gefüttert deine puterzucht. dessen alm. 1802 s. 89;

wie sahn wir doch den müttern
so gern im hofe zu
die jungen puther füttern
und melken schaf und kuh. 111;

singend füttert sie den canarienvogel. Gellert lustsp. (1748) 148; er wüszte ... ausgesuchte maykäfer in junge krebse zu verwandeln, die er denn auch nachher durch besondere spagirische nahrung zu merkwürdiger grösze heraufzufüttern verstehe. Göthe 31, 227; er hatte gras genug gehabt, konnte seine kühe füttern, dasz sie bei der milch blieben. Gotthelf käserei (1850) 183. die hunde füttern. wem es auf den

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hochzeitstag regnet, der hat die katze nicht gefüttert (vgl. deutsche mythol. 282), ein aus dem deutschen heidenthum bewahrter volksglaube, denn zwei katzen zogen den wagen der nordischen Freya, der liebesgöttin, und die katze war sonach ihr lieblingsthier. im winter beim schnee die vögel füttern. im frühjahre die bienen füttern.
bildlich:

ha, lachte der kaiser, vortreflicher haber!
ihr füttert die pferde mit wenn und mit aber.
Bürger kaiser und abt im götting. musenalm. 1785.

= mit bedingung und mit einem es geht nicht ausdrückenden gegensatz.
zu tode füttern, so lange noch das leben dauert: ich bin alt (spricht der alte wolf zum schäfer) und werde es so lange nicht mehr treiben. füttere mich zu tode, und ich vermache dir meinen belz. Lessing 1, 162, = »ernähre mich so lange ich lebe« (Wilhelm Grimm bei aufzeichnung der stelle).
Weidmännisch futtern, füttern. vgl. nachher 3) d), wo auch im allgemeinen angegeben ist, womit gefuttert oder gefüttert wird.
δ) mit futter versehen zum fettwerden, durch mehr als blosz nährendes futter fettmachen, mästen: ahd. gifuotrit calb. T. 97, 5. 6. 7, d. i. Luc. 15, 23. 27. 30, wo überall bei Luther ein gemestet kalb. nhd. sodann mästeten sie (die Hellenen) vieh, das kostbarste, welches sie auftreiben konnten, und futterten land- und seevögel, in ställen und teichen, zur bewirthung des (persischen) heeres. Langes Herodot (1812) 7, 119.
b) oder das futter, und dann hat futtern, füttern die bedeutung: als futter gebend verbrauchen, als nahrung gebend verwenden. klee, wicken, gras, haber füttern. die wiesen sehen im september wie verbrannt aus und bei dem mangel an grünfutter muste bereits heu gefüttert werden. stroh füttern (s.strohfütterung). wir haben den ganzen winter korn füttern müssen ( Adelung). das das thier ausdrückende wort wird, wie sich nachher aus 3) a) ergibt, im dat. beigesetzt: den pferden heu füttern. Voigtel hochd. handwb. 1, 660, wo aber ausdrücklich »im gemeinen leben« beigefügt wird und als schriftdeutsch (doch ohne dasz dies ausgesprochen wäre) die pferde mit heu füttern vorausgeht. diesem ausdrucke gleich steht der durch die praep. mit bei jenem dat. erweiterte mit den pferden heu füttern, der an die stelle des mit dem bloszen dat. getreten ist. mit den pferden haber, mit den schweinen erbsen, mit den ziegen laub, mit den hühnern gerste, mit den jungen hühnchen hirse füttern.
2) zu intransitiver stellung übergehend: als futter nähren:

wie einen schelm, der auf galgen und rad
schon fütterte krähen und raben satt.
E. M. Arndt ged. 194.


3) intransitiv, in den bedeutungen
a) futter zur nahrung geben.
α) mit dat. des wortes, durch welches das thier ausgedrückt wird, das das futter empfängt: früh-mhd.

duo si unter wëgen chomenund dën rossen wolten fuoteren. gen. 64, 2 (Diut. 3, 103).

nhd. ich half ir das smalz ausz puttern
und half ir den kuen in der scheuern futtern. fastnachtsp. 859, 29.

s. vorhin b).
β) ohne einen beigesetzten casus: sie kannte jedes huhn das legte, und futterte nach der jahrszeit so, dasz kein korn zu viel oder zu wenig gegeben wurde. Möser patr. phant. 1, 122.
b) ein einmaliges futter geben. auch hier ohne beigesetzten casus. wenn er gleich in ein schlosz kam, so asz, tranck, füttert er, wie ein ander gast, bezalet alles rein ab. Luther tischr. (1568) 344b; er war ein reuters man, füttert eh er trenckt. Fischart Gargantua 52b, angewandt auf einen der zum essen auch einen trunk nahm; um mittag, als wir in einem dörflein fütterten, holen uns des Wayda ausgeschickte diener ein. ungar. Simpl. 186; etliche tage hernach fütterten sie (die auf der reise waren) mittags in einem kleinen städtgen. Chr. Weise erznarren 177; der wirth eilte ihm (dem reiter) entgegen, reichte ihm als einem bekannten freunde die hand und rief: ei, herr stallmeister, sieht man Sie auch einmal wieder! ich will nur hier füttern, versetzte der fremde, ich musz gleich hinüber auf das gut. Göthe 18, 215; laszt die pferde absatteln! ... füttert und bleibt in den ställen. H. v. Kleist Käthchen v. Heilbr. (1810) 102. ist schon gefüttert? es wird eben gefüttert.
c) futter in dem freien einsammeln und nach hause bringen, um es dem vieh zu geben. mhd. ëʒ sol nieman nahtes fuoterôn:

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swër ëʒ dar uber tuot, swie wenig ër snîdet und ist ëʒ eins phenninges wërt oder tiure, ëʒ gât im an daʒ lëben. Schwabensp. (Laszberg) s. 97a, 202. in der hier übereinstimmenden stelle des alten Kulmer rechts 5, 28 (s. 168) is sal nîmant dës nachtis fûtirn. noch im bernischen oberland fuetern, mit haben im perfectum, so viel als »futter (z. b. heu) für das vieh einsammeln «. Stalder 1, 409. aber das wort hat auch die bedeutung: futter mit gewalt nehmen und zum bedarf herbeischaffen, futter eintreiben und herbeischaffen, fouragieren (vgl. futteraschieren). mhd. eʒ sol auch kein soldener (söldner) nicht ftern noch rawben auf dem lande, eʒ werde in dann von den burgern erlaubt. söldnerordnung v. j. 1356 in den chron. d. d. städte 1, 172, 2; mitteld.

sie fûrten eine schône schar
alsô gewaldeclîche,
riten fûteren tagelîche. Ludwigs kreuzf. 3859.


d) zu strenger winterszeit dem wild futter geben, damit es vor hunger nicht umkomme. nur weidmännisch. Heppe wohlred. jäger 168a. forst-, fisch- u. jagdlex. 4, 380. Hartig 112. weidmänn. taschenwörterb. 163. edelwild erhält heu, kartoffeln, wilde birnen, rosskastanien, eicheln, auch hafer, hasen legt man erbsenstroh aus, sauen kartoffeln, eicheln, erbsen, wildes obst, roggenschrot u. s. w., rebhühnern gersten- und weizengarben die an einem stock aufgebunden werden.
e) futter einnehmen sich zu nähren, futter haben und verzehren, sich ernähren. das natürlich vom thiere selbst.

ein sperling schläfft in hohlen linden
und findet wo er füttern kan.
Günther 65.


f) nähren, wenn dies vom futter ausgesagt wird: das wol fuettert, alibilis. Schönsleder; minus alimenti praestat, fettert nit wol. ders. stroh füttert nicht wol. Weismann 2, 138b.
4) reflexiv, sich füttern:
a) die nahrung suchen und zu sich nehmen, sich ernähren, sich nähren. dem nach macht man eyn kanel ..., darin würfft man jnen jre speisz ins wasser, dann die vögel ftern sich also. Herr ackerwerck Columelle 94a.
b) wolgenährt werden, sich mästen. die gänse füttern sich gut, die werden bald fett sein.
B. auf nahrung für menschen, doch mit einem anstrich oder auch nur einem anflug thierisches nährens, und steht hier
1) transitiv, mit beigesetztem acc., der das menschliche wesen ausdrückt, welches die speise oder nahrung erhält. es hat dann die bedeutungen:
a) leiblich nähren, speisen. seinen (es ist ein diebischer packenträger gemeint) packen behielte man erst und ihn futterte man gewisz so lange in ketten, bis man es müde würde. Möser patriot. phant. 1, 230; es ist immer ein ehrenvolles recht im angesichte seines vaterlandes zuerst bedient und gefüttert zu werden. Sturz 1, 201; wir haben falsche freunde gefüttert, die uns nun verächtlich den rücken kehren. Weisze; er (Boie) bat für ihn (Voss) um einen freytisch. hr. hofr. H. (Heyne) verschaffte ihm diesen, und hr. V. (Voss) wurde zwey jahre hier (in Göttingen) auf dieses mannes vorwort gefüttert und genosz dabey dessen unterricht. Lichtenberg im götting. magazin III (1782), 160; er vertheidigte sich nicht etwa bescheiden, .... nicht wie der ehemals dürftige gegen den mann, auf dessen vorwort er war gefüttert worden. 16, 1; so betrachtet die rührende scene des abendmahls. hier läszt der weise, wie immer, die seinigen ganz eigentlich verwaist zurück, und indem er für die guten besorgt ist, füttert er zugleich mit ihnen einen verräther, der ihn und die bessern zu grunde richten wird. Göthe 22, 25; armes geschlecht, das höchste ziel deiner gesetzgebung geht dahin, dich entwürdigt zu füttern, und der alternde welttheil lobt seine weisheit, wenn du von diesem futter nur fett wirst. Pestalozzi 7, 39; aber füttern sollst du mich nicht, ich kann noch arbeiten. Kotzebue dramat. sp. 3, 246; man sei (ein vater spricht) nur angeführt mit mädchen, habe man sie grosz gefüttert und ihnen alles angehängt, was man auf- und anbringen könne, so flögen sie aus, dem ersten lump zu, der sie wolle, und lieszen die alten im stiche. Gotthelf schulmeister thl. 3 cap. 2. mehr in dem sinne: fürsorgend die speisen dargeben zum essen. meine alte magd, die mich füttert und wartet, hält mich für behext, schreibt der völlig niedergedrückte Merck an Göthe 3, 280. dann steht das wort auch blosz vom geben der speise in den mund und nähren dadurch, wie die vögel ihren jungen thun:

statt mir so das leben zu verbittern,
will ich gern ein dutzend kinder füttern.
Schmidt v. Werneuchen alm. 1802 s. 290;

wenn sie (die mütter) kinder füttern.
Rückert 127.

[Bd. 4, Sp. 1090]


auch nähren mit muttermilch kann in dem worte liegen; wenigstens blickt es in dem von ahd. fuotarjan abgeleiteten fuotirra, säugerin (Diut. 2, 316a), d. i. ursprünglich fuotarja, durch. endlich drückt es das blosze nähren durch speise, wie bei dem vieh durch futter, in harter vergleichung aus:

ihm (dem bedrückenden edelmann) wird durch frohn und zwang geerntet und gebuttert,
und fast dem zugvieh gleich, sein menschenvieh gefuttert.
Voss lyr. ged. 4, 180.


einen zu tode füttern, ihm zu essen geben, bis er stirbt, ihn ernähren so lange er lebt. vgl. vorhin A 1) a) γ). zwei füttern, von einer weiblichen person gesagt, in verhüllender anspielung so viel als schwanger sein:

es stinkt!
sie füttert zwey, wenn sie nun iszt und trinkt.
Göthe 12, 186.

Jacob Grimm verweist bei aufzeichnung der stelle auf des teufels netz 5116, aber diese stelle geht auf die sich unkeuschem wandel heimlich hingebende weibliche person, allerdings mit ähnlicher anspielung, wie bei Göthe:

villicht wirt ir ains in buosen,
dem man fürwert wirt muosen,
so wirt si denn selb milch geben,

wobei die fügung von muosen, speisen, nähren, das sonst den acc. bei sich hat, mit dem dat. nicht stören kann, da ja auch, wie dëme spîsen in Köpkes passional 431, 434 u. 435 zeigt, spîsen, speisen, mit diesem casus gefügt wird, eben so vorhin unter A 3) a) früh-mhd. fuoteren und früh im nhd. futtern.
b) gut nähren, zur wolbeleibtheit nähren, zur wolbeleibtheit mit speise versehend nähren. nun, herr philosoph, die hand aufs gewissen, redlich gesprochen, es war eine zeit, wo Ihr nicht so gefüttert wart, wie jetzt. »noch bin ichs nicht sonderlich. « Göthe 36, 38 (Rameaus neffe 93).
2) intransitiv, und zwar
a) von einer person oder personen ausgesagt, in der bedeutung: essen, doch hauptsächlich in vergleichung mit thieren. doch pflegt er auch der gesundheit, tranck nit ungeftert. Fischart Garg. 43b (1608 E iiija); ich (erzählt Simplicissimus) fütterte (von den auf den tisch gebrachten speisen) mit meinen mitkälbern (es sind zwei kleine knaben gemeint, von denen jedem ein frisches kalbfell über den kopf gestreift war), wie solches mein appetit erforderte. Simplic. 129 (Keller 214, 15). sprichwörtlich: es ist besser gefüttert als unterrichtet. Ludwig 681.
b) von der speise ausgesagt, in der bedeutung: nähren, satt machen. an statt dessen (des weines oder starken getränkes) trancken sie perlen wie rohe oder weichgesottene eyer ausz, als welche noch nicht erhartet waren und treffliche stärcke gaben oder fütterten, wie die bauren sagen. Simplic. (Keller) 767, 31 = bch. 5 cap. 15; das sauerkraut bränntete lästerlich wie nie. ... es stinkt ein wenig (sagte die magd), aber es ist daneben doch gut, man iszt es ja nicht mit der nase, und füttert gleich gut. Gotthelf käserei (1850) s. 431. oberpfälz. des essn feitte't niet (füttert nicht), es sättigt nicht. Schmeller 1, 577.
3) reflexiv, sich füttern, in den bedeutungen:
a) nahrung zu sich nehmen, sich satt essen. ach, bruder, sagte er zu mir, ists nicht eine schand, dasz ich nicht so viel künste erstudirt haben soll, vermittelst deren ich mich jetzund füttern könte? bruder, ich weisz revera, wann ich nur zum pfaffen in jenes dorff gehen dörffte, dasz es ein trefflich convivium bey ihm setzen solte. Simplic. (Keller) 357, 8 = bch. 2 cap. 31. er hat sich wol gefüttert, recht satt gegessen. Ludwig 681. er weisz sich selbsten oder seinen madensack wol zu füttern. ebenda.
b) durch vieles oder gutes essen am körper zunehmen, wolbeleibt werden. so sagt man im gemeinen leben von einem, der durch speise an umfang des körpers zunimmt und in dieser hinsicht gut aussieht: er füttert sich.
C. oder es wird in anwendung der unter A und B angegebenen eigentlichen bedeutungen gesetzt. hier nun steht es
1) transitiv, mit beigesetztem acc., der
a) eine person ausdrückt. in diesem falle hat futtern, füttern die bedeutung: durch mittheilungen für etwas in den stand setzen. einen für eine vertheidigung füttern. der redner war gefüttert und setzte dadurch seinen plan durch.
b) eine sache. hier findet sich futtern, füttern in zwei bedeutungen verwendet:
α) nähren: die gewissen wüllen und mügen auch allein durch gottes wort geführt, gefuttert und erhalten werden, so fürt und futtert er (es ist der papst gemeint) sie

[Bd. 4, Sp. 1091]


allein mit seinem eigen rotz und geyffer. Luther ausl. der ep. und evang. vom advent (1528) Oo 6a, s. Ph. Dietz 1, 766b. hier futtern, während man bei Luther, der das verbum sehr selten, in der bibelübersetzung gar nicht hat, nach dem in dieser neben futterung vorkommenden fütterung auch die umlautende form füttern erwarten dürfte. futtern, füttern aber sind eben so aus mitteld. vûtirn, vûtern hervorgegangen, wie futter aus mitteld. vûter (s. oben sp. 1066). andere hierhergehörige stellen sind: und nachdem ich diese meine lügen wol füttern konte, zumal auch mit schwüren bekräfftigte, wurde mir geglaubt. Simplic. 391 (bch. 4 cap. 10); o du holdseligste deines geschlechts, wähne nicht, dasz ein solcher wunsch in meiner seele erwacht sey, der als ein nagender wurm an meinem herzen zehren würde, ohne dasz ich ihn mit hoffnung füttern kann. Musäus volksmärchen (1787) 5, 105;

und alles also was
Pervont damit gewann, die erste ihrer grillen
zu füttern, war, dasz nun das vorbesagte fasz
der Danaiden voll zu füllen,
noch eher möglich schien, als seiner dame willen.
Wieland 18, 184;

(ich) schaue hinab in das thal, denke an meine freunde und füttre meine grillen. Chamisso (1864) 5, 115; Adolf, wir wollen in die fremde, hier fütterst du den gram mit deiner jugendkraft, er nimmt dir alles und würgt dich nachher, wie ein undankbarer heuchelfreund. Veit Weber sagen der vorzeit 32, 23.
β) nährend füllen, erfüllen. stellten jedermann vor, es sey sein gehirn mit keiner narrheit gefüttert, noch einige übelthat verwirreten seine gedancken und gewissen. Ettner unwürd. doctor, anhang 139; ich füttre mein herz mit liebe, gall und gift. es streitet gegeneinander in mir, sieh, es pocht und will los: und brichts heraus — ich weisz nicht was überwindet. Klingers theater 2, 237.
2) reflexiv, sich füttern, in der bedeutung: sich erfüllen, sich füllen. als schrieben sie für menschen, die nur ... in der einbildungskraft zu schwelgen, sich mit idealen zu füttern, ... gemacht wären. Klinger 12, 112.
D. Gehört auch hierher, wenn der tuchmacher das beim kanten des tuches vorzunehmende herausschütteln des kleinen genistes, der spelzen, des strohes, der kletten u. s. w., so dasz alles dies herunterfällt, futtern oder füttern nennt? s. Jacobsson 1, 816a.
Zusammensetzungen mit futtern, füttern, in welchen es zuletzt steht, sind: abfüttern, auffüttern, ausfüttern, durchfüttern, erfüttern, herausfüttern, verfüttern.
II. oder von futter, in so fern dieses auszen oder innen eine anpassende überdeckung oder einen anpassenden überzug ausdrückt. s. DWB futter II. der grundbegrif hier ist sonach: auszen oder innen mit einer anpassenden überdeckung oder einem anpassenden überzug oder wie mit einem solchen versehen. das wort fehlt ahd., musz aber, wenn es schon vorhanden war, wie bei füttern I, fuotarjan gelautet haben, denn mhd. findet sich vuotern und vüetern. nd. durch zusammenziehung voren, nnl. voederen, später erst voeren, altn. fôdra, schwed. fodra, dän. fore. goth., alts., ags. und altfries. nicht nachzuweisen und wol noch nicht gebildet. mittellat., aus dem deutschen entlehnt, foderare und so auch it.; span. forrar, franz. fourrer, woraus engl. fur. nhd. verhält es sich mit futtern, füttern, wie bei futtern, füttern I, und wenn Adelung futtern »den breitern oberdeutschen mundarten« zutheilt, so bemerkt dazu Heynatz antibarb. 1, 438, dasz »man in Niedersachsen und Nordobersachsen ebenfalls fast durchgängig so spricht.« übrigens sagt man tirol. hier, wie bei füttern I, nur füetern, d. i. hochd. füttern. Schöpf 160. ein scheidung aber von füttern und futtern nach den begriffen, wie bei Dentzler 2, 120b, der füteren ein kleid, und futeren, futer suchen, futeren das vieh schreibt, ist ohne grund und verwerflich. die geläufige form ist im 19. jh. auch hier bei II die umlautende, füttern, und futtern beschränkt sich mehr auf norddeutsche schriftsteller.
die bedeutungen scheiden sich, je nachdem das versehen mit einer überdeckung oder einem überzug geschieht
A. auszen. hier die bedeutung: mit etwas überdecken, über- und umhüllen oder über- und umziehen. mhd. zu füeterne die kerzestal, die leuchter mit einem futteral für die lichter zu versehen. Straszburger stadtr. 103. dann einen graben vüetern, ihn an den seiten zu festerem und sichererem halt der ufer an diesen anliegend mit mauerwerk umgeben: mit abprechen etlich maur und gefutert greben. chron. d. d. st. 1, 376, 8; das schloss leit in einer eben und hat einen gefuoterten graben umb sich aussen herumb geen und hat ein mauern inwendig. Rosmital 102. fossa silicata, gefuttert grabe. Trochus Oija.

[Bd. 4, Sp. 1092]


einen graben mit einer mauer futtern. Campe 3, 230a. vgl. DWB futtermauer, wofür, nach Mothes baulex. (1863) 2, 108a, auch blosz futter gesagt wird. weidmännisch eine kugel füttern, sie mit leder, barchent oder guter gleicher leinwand, auch, wenn diese nicht zur hand sind, in papier halb um- und einwickeln und sie so ins gewehr laden. Heppe wohlred. jäger 168b. weidmänn. taschenwb. 163. s. DWB futter II 2). im münzwesen eine münze füttern oder futtern, eine kupferne (zinnerne, bleierne) münze mit gutem golde oder silber überziehen. im handlungswesen waaren füttern oder futtern, sie so in bunde oder haufen legen, dasz mitten hinein schlechte, auswendig aber gute waare zu liegen kommt. Jacobsson 1, 816a. bei holzarbeitern heiszt füttern oder futtern die arbeit äuszerlich oder im innern der haltbarkeit wegen mit holz bekleiden. ebenda. der drechsler aber füttert oder futtert eine arbeit, die abgedreht werden soll, wenn er sie in ein »futter« von holz einsetzt. ebenda.
bestimmter einfuttern (s. d.).
oder B. innen. hier bedeutet futtern, füttern:
1) inwendig mit einem anpassenden überzug versehen, inwendig anliegend überziehen, inwendig mit etwas bedecken: und nam des manns rock mit fuchs (fuchspelz) gefütert. Pauli schimpf u. ernst 85. eben so sein kleid mit füchsen füttern bei Logau 3, 216. einen mit wollentuch gefüderten mantel. Kirchhof milit. discipl. 263; durch einen gefüderten lidernen mantel. ebenda; darauf liese er mir einen schlaffbeltz geben, bisz mein rock gefüttert wurde, welches mit wüllenem tuch geschahe, weil ich kein ander futter annehmen wolte. Simplic. (Keller) 931, 29 = bch. 6 cap. 16. mein schlafrock ist roth gefüttert oder gefuttert, mit rothem tuche. die mütze ist blau gefüttert. er hat warm gefütterte schuhe an.
sprichwörtliche redensarten; er ist mit einem hasenbalg gefüttert, ein närrischer, alberner mensch, stolidus. Stieler 527. mit einem narren gefüttert sein, ein narr sein, der gleichsam unter der haut steckt, wie das futter unter dem kleide: er bekompt, wie es heiszt, ein gülden und silbern weib, aber inwendig ist sie mit einem narrn gefüttert. Creidius 2, 437. ähnlich findet sich mit einem schalke gefüttert sein, ein mensch voll versteckt boshafter, schlimmer streiche sein: du Kornblume? ich babe dich allezeit vor den frömbsten angesehen, bist du nun mit einem solchen schalke gefüttert? A. Gryphius Dornrose (Palm) s. 104, 32, Kornblume hatte nemlich Aschewedeln ein halbes schock beulen und drei löcher geschlagen. aber die redensart kann auch, zumal später, bedeuten: ein mensch voll loser streiche sein. am geläufigsten ist mit einem schelme gefüttert sein, ein ehrloser mensch, ein versteckt listiger betrieger sein: dieser verwalter aber namens Furarius war mit einem schelme gefüttert und mit einem diebe verbrehmet. polit. stockf. 23, wo sich deutlich ersehen läszt, dasz die redensart vom füttern des kleides ausgeht, wie denn auch Wilhelm Grimm bei aufzeichnung der stelle bei dem übergeschriebenen futtern in klammern setzt »das kleid«. gleicher weise bei Ettner medicin. maulaffe 1013: der herr doctor (es ist ein dem kranken vorlügender betrieger gemeint), so mit einem schelme gefüttert, und mit einem dieb verbramet, profession halber aber ein entloffener schlosserbube war. in der folgenden stelle aber geht füttern mehr von der bedeutung nachher unter 3) aus: es ist nicht alles gold was schimmert, es ist mancher wie das trojanische pferd mit schelmen gefüttert. Abraham a santa Clara närrin 50. später auch wol in dem sinne: ein versteckt listiger mensch zu scherzhaften, vergnüglichen streichen sein.
Technische ausdrücke sind: ein schif füttern oder futtern, es inwendig bekleiden. s. schiffsbekleidung. ein zapfenloch füttern oder futtern, es durch einlegen inwendig an seinen seiten verengern. s. oben futter II 6). die walkstöcke füttern, sie inwendig mit bretern oder auch mit kupfer versehen (vgl. Adrian Beier lex. 135b). einen kasten füttern oder futtern, ihn inwendig mit etwas, z. b. sammt, wolle u. s. w., ausschlagen, die inneren seiten desselben damit überziehen. bildlich:

er aber schliest sein hertz in eine weiche kiste
und füttert sie vor frost mit wolle sanffter lüste.
Günther 542.

über füttern oder futtern bei den holzarbeitern sieh vorhin A. füttern oder futtern ist beim zimmermann oder tischler gewöhnlich so viel als einen fuszboden legen, zumal wenn doppelte breter gelegt werden, also die dielen des bodens noch eine unterlage erhalten. Jacobsson 1, 816a.
Aber auch wenn in der natur inwendig unter einer decke oder schale dem »futter« vergleichbares sich findet, wird gesagt, sie sei

[Bd. 4, Sp. 1093]


gefüttert: dieselbig (die zwiebel der tulpe) ist auszwendig mit einer erdtschwartzen schelen uberzogen, so innwendig mit weycher wollen, wie an den castanienschelen, gefütert ist. Lonicerus kräuterb. 304b.
2) inwendig anlegend an den seiten oder überhaupt verstärken und passender, dienlicher machen:

und rauffen woll den schaffen aus,
darmit sie ftern denn jr haus.
Fischart v. sanct Dominici O 2a (Kurz 1, 214, 3228),

in anspielung auf vögel, die ihre nester bauen und sie inwendig mit weichen gegenständen füttern. die schwarzhaarigte bärenraupe hat aber dieses besondere an sich, dasz sie nicht allein in einem winkel ein grosz geraumig gespinst um sich her machet, worinnen sie alle ihre rothschwarzen haare mit hinein webet ..., sondern sie machet auch innerhalb desselben, wenn sie schon ganz kahl ist, ein engeres gespinst, welches nicht mit haaren gefüttert ist, zu ihrem eigentlichen krankenbette. Reimarus triebe der thiere (1762) 176.
Dazu kommt:
3) inwendig ausfüllen. dies von einem raume gesagt,
a) der ein umfassenderer ist und nicht überall durch hineingebrachte gegenstände eingenommen zu sein braucht:

palläst von marberstein
mit gold und andrer reichthumb schein
gefüttert und mit bley bedöcket.
Weckherlin 463 (od. 2, 13, 7).


b) der zwischen zwei gegenständen sich befindet und geschlossen sein musz, also so auszufüllen ist dasz dadurch beide keinen leeren raum mehr zwischen sich haben: darneben (an der pumpe) sein kampreder unnd getriebe und zwey rhorberg mit zehen pörern durchporet 6 zol weyt, darinne gehen die gestenge, dran holtzen kolben sein mit leder fünfffach gefüttert oben drauff. Mathesius Sarepta (1562) 207b, der kolben musz nemlich in dem rohr genau schlieszen zum emporziehen des wassers; mach ein rundes schifflein darin, das auf beiden seiten heraus gehe und futter die fueg mit dunnem lahn messing oder knittergold. Erker, beschreibung 36a. ein fenster füttern, s. DWB futter II 4).
Zusammensetzungen hier mit füttern, in denen dieses zuletzt steht, sind: ausfüttern, durchfüttern.
 
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futtern, füttern, n. der als subst. gesetzte inf. des vorigen verbums in seinen bedeutungen. vom dargeben des futters zum fressen: zum füttern dienlich. pabulatorius. Kirsch (1723) 2, 127. diese vögel werden also fast zahm durch das füttern. Döbel jägerpractica (1746) 2, 190a; am morgen brüllt das vieh durcheinander wie in der arche, wenn Noah sich verschlief und das füttern vergasz. Gotthelf käserei (1850) 190.
 
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futterneid, m. 1) neid des einen thieres gegen das andere wegen des futters. aus futterneid beiszt, wenn mehrere thiere aus éiner schüssel fressen, das eine das andere fort.
davon dann überhaupt 2) neid in hinsicht der speise.
 
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futterneidig, von dem vorigen worte abgeleitetes adj. 1) neidig in bezichung auf das futter bei thieren. davon dann 2) neidig in hinsicht der speise, diese einem andern oder andern in vergleichung mit sich selbst misgönnend. se is gar fuatterneidig. vetter aus Schwaben 244.
 
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futternetz, n. ein einem gestrickten korb oder vielmehr einem gestrickten sack gleiches netz das maulthieren über den kopf gehangen wird, damit sie im gehn daraus fressen können. Krünitz 15 (1786) 590. auch schw. und dän. fodernät.
 
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futternoth, f. noth an futter, ein solcher mangel an futter dasz nur sehr wenig oder keins zu beschaffen ist. futternoth in der Bretagne. Augsb. allgem. zeit. 1870 s. 3007a. durch die überaus grosze trockenheit des sommers herscht nicht blosz futtermangel, sondern eine wahre futternoth.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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