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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
futtergierig bis futterhirse (Bd. 4, Sp. 1080 bis 1081)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) futtergierig, adj., wovon dann ein gleichlautendes adv.: die kleinen schwimmer und taucher (es sind junge teichhühner gemeint) umgeben das paar futtergierig und richten ihre aufmerksamkeit auf die schnäbel der eltern. didaskalia vom 7. juni 1871.
 
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futtergott, m. die altitalische feldgottheit, Pales, die, wie man glaubte, das vieh vor seuchen und raubthieren schützte, für dasselbe gute bergweide gab und es befruchtete. ahd. fuoter got. N. Marc. Cap. 52.
 
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futtergras, n.
1) jedes gras das futter für das vieh ist oder sein kann. mhd.

dër muoʒ rîten umbe fuotergras.
Neidh. 102, 37.

nhd. wer glaubt, gehorcht, des fragens sich bescheidet,
als frommes rind sein plätzchen wiese weidet,
dem wird wohl nimmer mit dem futtergrase
die wahrheit freundlich wachsen vor die nase.
Lenau Faust 18.

nnl. voedergras, schw. und dän. fodergräs.
2) auf feldern oder wiesen eigens zu viehfutter angesätes gras.
 
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futtergrube, f. eine grube worein für thiere futter gethan wird, damit sie es daraus fressen. so nennt Vilmar in seiner gesch. der deutschen nationalliteratur die in den grabstein Walthers von der Vogelweide eingegrabenen vier löcher, in welche täglich für die singvögel semmelkrumen eingestreut werden sollten, futtergruben. im besondern aber kann eine lange grube, wie sie auf dem lande gegraben wird, um, bei mangel an raum im hause, darin dickwurzeln (runkelrüben), untererdige kohlraben, kartoffeln den winter über zu futter für das vieh im frühlinge zu bewahren, eine futtergrube genannt werden.
 
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futterhaber, futterhafer, m.
1) haber zur fütterung, zum verfüttern. im besondern der gemeine haber, avena sativa.
2) haber der zur fütterung der pferde des vogtes entrichtet wurde, wenn dieser zur abhaltung der jahresgerichte in die dörfer kam.

[Bd. 4, Sp. 1081]


Franz Pfeiffers habsburg.-österreich. urbarbuch s. 368. dâ ist ouch ze fuoterhabern genomen dës jâres ûf viij malter. 104, 32; diu sëlben liute ze Diengen sprëchent, das si niht fuoterhabern gëben süllen, wan die vögte tuen inen mit arbeit sô nôt, das si dâ mite dës fuoterhabern wol über wërden. 246, 9 f. auszerdem noch öfter in diesem wol zwischen 1303 und 1311 niedergeschriebenen buche.
Über die formen haber und hafer s. haber.
 
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futterhaltig, adj. für vieh gut nährend: sehr futterhaltig sind auch die quecken. hannöv. magazin 1842 s. 636.
 
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futterhaltigkeit, f. hannöv. mag. 1842 s. 635.
 
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futterhaufe, m. zum aufladen zusammengerechter oder aufgeschichteter haufe dürres futters, das mit andern gleicherweise und zu gleichem zwecke gemachten haufen zusammen nach hause gefahren werden soll. vgl. DWB futterkegel.
 
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futterhaus, n. ein gebäude zur aufnahme und aufbewahrung von futter für vieh. der schoppe, das ein fuderhusz ist. wetterau. urk. v. j. 1435 in Baurs hess. urkunden 4, 129, 133. fterhausz, area pabulatoria. Maaler 152d. futterhausz, hewhausz, foenile, area pabulatoria. Henisch 1325, 20. kärnt. fuoterhaus, scheune. Lexer 106.
norweg. und schwed. foderhus, ein gebäude zur aufbewahrung von viehfutter, eine futterscheune.
 
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futterhemd, n. , ein aus futter, das hier ein inneres nahe der haut unter andern kleidern getragenes bekleidungsstück ausdrückt, und aus hemd, in so fern damit im süden Deutschlands auch eine jacke, ein mannsrock bezeichnet wird, zusammengesetzes wort. s. DWB futter II 7) und über hemd Schmeller 2, 195. das wort ist um das auslautende e gekürzt; vollständig, wie es aber schon im 18. jh. nicht mehr häufig vorkommt, lautete es futterhemde, und so findet es sich noch z. b. bei Hederich und dem ihm folgenden Nieremberger, auch bei Steinbach 1, 733, während Frisch 1, 311b und dann Adelung futterhemd haben. Bedeutungen:
1) ein bis etwa auf oder auch wol knapp über die hüften reichendes hemdartiges wollenes kleidungsstück, das zunächst unter andern bekleidungsstücken getragen wird. futterhembd, diplois, inducula, paragauda vel paragaudes, subucula. Reyher 2 F 3c. futterhemmet, camisciuola u. s. w. Kramer teutsch-ital. wb. (1678) 497a. futterhemd, tunica interior lanea. Stieler 821. ebenso futterhembd, wollenhembd, camisol bei Rädlein 316a. die angstläuse werden gewisz dem herrn im futterhembde sitzen, dasz er so unleidlich ist. Weise Machiavell 77, = dem herrn läszt die heimliche angst keine ruhe. als etwas in sich widersprechendes oder gar unmögliches wird unter vielen andern dingen genannt

ein futterhemd von drapd'or.
Picander ernstscherzh. ged. 1 (1727), 455, 92.


2) ein aus leinwand oder auch aus zwilch ganz wie ein hemd gemachter bis etwa über die rippen reichender kittel ohne knöpfe oder eine solche jacke, wol zunächst als hirtentracht beim zurüsten und aufstecken des futters, überhaupt beim füttern des viehes, weshalb dieses kleidungsstück auch in den Vierwaldstätten, in welchen es aber so lang, als ein gewöhnliches überhemd der fuhrleute, ist und nach vorn an dem hals einen schlitz als ausschnitt, hinten jedoch eine kleine kapuze hat, hirtenhömmli heiszt. Stalder 1, 133 f. Tobler 207, wo für Appenzell, in welchem canton man fueterhemp und im dim. fueterhempli sagt, noch bemerkt wird, dasz unter dem schlitze, durch welchen das kleidungsstück über den kopf angelegt werde, oft ein herz zierlich eingenäht sei.
Auch in Westfalen kommt futterhemd vor: das den winter durch gesponnene garn musz gewirket und dem vater zu hemden, beinkleidern und futterhemden mitgegeben werden. Möser patriot. phant. 1, 170 (1775 s. 87). eben so heiszt altmärkisch eine weste fudderhemd (Danneil 58a) und in der sprache der Wangeroger die jacke fôderhammîn n. (Ehrentraut fries. archiv 1, 367b), alles ein beweis dasz das wort durch Deutschland hin im gebrauche war und es zum theil noch heute ist.
 
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futterhirse, m. und f. eine lange, dicke rohrartige halme treibende und dadurch ein gutes futter abgebende hirsenart, holcus sorghum. auch rohrhirse, welscher hirse, sorgsame. Campe.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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