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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
futtererinnung bis futtergang (Bd. 4, Sp. 1078 bis 1079)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) futtererinnung, f. eine ehedem in Halle bestehende von den erzbischöffen privilegierte innung, mit futter und allem, was zum marstall gehört, zu handeln. neue mittheil. des thür.-sächs.

[Bd. 4, Sp. 1079]


vereins a. a. o. Rüdiger neuester zuwachs a. a, o., wo aber futterinnung steht. s. DWB futterer I 3).
 
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futterernte, f. die ernte an futter für das vieh. die futterernte ist in diesem jahre sehr mangelhaft, die nachernte kann durch den regen vielleicht etwas günstiger werden.
 
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futterertrag, m. der ertrag an futter bei dessen ernte. vgl. DWB futterergebnis.
 
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futterfähnlein, n., ist nach folgender stelle wahrscheinlich:

und wer nit brauchet pöse glosz,
dem trot jr hengker und provosz,
jr fter fenle freyer kauff.
an manchem end hat stargken lauff,
von peüten schreyt man frü und spat.
Schwartzenberg 153b.

es sind wol unter einem fähnlein vereinigt und dieses bildend krieger und überhaupt solche gemeint, die futter freier kaufen, d. h. eintreiben und herbeischaffen, und dabei auf beute ausgehn. so dichtet der um 12 jahre jüngere Thomas Murner in seinem lutherischen narren 2164—2264 von drü fenlin, nemlich dem fuszfenlin, reissig fenlin, troszfenlin, und so gut ein troszfähnlein sein konnte, liesze sich auch ein futterfähnlein annehmen.
 
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futterfasz, n.
1) ein taschenartiger behälter, in den sachen gesteckt werden, um sie wolbehalten mitzuführen oder überhaupt fortzubringen. der priester was kundig und hofelich und det es (das futerfasz do die brief inne warent) uf und las die briefe. historia Pontiani, bei Scherz 843; ietz hond wir die gröste not wie wir den leib hübsch machen und legen grosz arbeit daruff und wenn wir lang gemachen und gemutzen, so würt er kum hübscher, denn sant Anstets fterfasz schwartz und ungestalt und schen nüwe fünt das wir gern hübsch weren. Keisersberg omeis 83c (82c); wenn sie (die häszlichen alten weiber) sich lang mutzen, so seind sie ein wenig hübscher denn sant Anstets fterfasz das ist ein wennig hübscher dann der tuffel. dessen lewe 59c.
2) das schmale tiefe runde hölzerne gefäsz, in dem der mähder, der es an einem um den leib geschnallten gürtel gewöhnlich hinten trägt, den wetzstein zum schärfen der sense hat. in Glarus (Stalder 1, 408), Appenzell (Tobler 207a), dem Schwarzwald (Schmid 208) u. s. w. bei dem Zürcher Maaler 152d fterfasz (das), darein die mäder den wetzstein behaltend, theca. in manchen cantonen der Schweiz aber sagt man das steinfasz, das steinfutter, in der Wetterau das schlockerfasz (weil der wetzstein nicht fest im fasse steckt, sondern schlockert d. h. hörbar widerschlagend hin und her fährt). mhd. heiszt jenes gefäsz, wie auch noch am obern Lech (Schmeller 2, 302) und anderwärts, kumpf:

dëm vater ër brâht ein wetzestein,
daʒ nie mæder dehein
in kumpf beʒʒern gebant,
und eine segense, daʒ nie hant
sô guote gezôch durch daʒ gras. Helmbrecht 1059.


 
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futterfäszlein, n., das dim. des vorigen, findet sich in culleus, ein futter feslin bei Diefenbach 161c, der dies aus dem vocabularium archonium v. j. 1487 anführt. das wort bezeichnet aber hier einen ledernen sack, in den ein übelthäter bis zum kopfe gesteckt wurde, wol um ertränkt oder gefoltert zu werden. Bracks vocabularius (1487) g 5a setzt bei jenem culleus geradezu ein folter oder ein tumelfeszlin. sollte hiernach futterfeslin vielleicht für fulterfeslin gesetzt sein?
 
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futterfell, n. ein als unterfutter verwendetes fell. ein futterfell unter den sitz. wagenbauerrechnungen von 1650—1651 auf der rigaer stadtbibliothek, s. Gutzeit 1, 303b.
 
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futterfisch, m.
1) ein sich von pflanzen oder theilen derselben nährender fisch. auch weidefisch. im gegensatze zu raubfisch und schlammfisch, sich von raub oder aus dem schlamme nährender fisch. Krünitz 15 (1786), 584. Bose wb. der fischerei 64a.
2) ein fisch der mit andern seiner art zur vermehrung in einen teich gesetzt wird, damit sie für andere, z. b. hechte, futter seien.
 
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futterflanell, m. flanell der als futter gebraucht wird, besonders aber der flanell dessen kette von einschüriger waschwolle und dessen einschlag von strichwolle ist. Campe.
 
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futterfrucht, f. pflanze die zu viehfutter gebaut wird. Weber ökonom. lex. 175b.
 
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futtergang, m. der zu aufbewahrung und zurüstung des täglichen bedarfs von futter für das vieh so wie zur aufsteckung des futters bestimmte raum zwischen tenne und stall oder an der seite der stallung. wie die folgenden stellen zeigen, am badischen Oberrhein, an dem zu Renchen der verfasser des Simplicissimus schultheisz

[Bd. 4, Sp. 1080]


war, und in der Schweiz geläufig. Rütte 27. Stalder 1, 408. als ich nun des dings bald satt gesehen, gieng ich aus der scheuer, darinn man dantzte, in den futtergang an einen stall und legte mich in das hinterste eck auff ein wenig streu. Simpliciss. 2, 274 (Keller 3, 397);

aber wo meinetder mög sel zit der Friederli gsi sy?
öbben im fuetergang? by's meisters stieren und rosse?
Hebel 124 (statth. v. Schopfh.);

im futtergang hatte die tochter gelauscht. Gotthelf käserei (1850) 153; er blickte in den futtergang und konnte lange seine augen nicht herausbringen, als er die schönen runden appetitlichen futterwalmen sah und den gesäuberten gang dazwischen. dessen Uli der knecht 137. schw. fodergng.
auch der gang zur aufsteckung des futters in die raufen rechts und links zwischen zwei reihen vieh, das so gestellt ist, dasz sich die köpfe jeder reihe gegen die der andern kehren.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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