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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
futterekel bis futterfäszlein (Bd. 4, Sp. 1078 bis 1079)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) futterekel, m. bei pferden unlust zum fressen, die sich oft bei krankhaftem zustande äuszert. Weber ökonom. lex. 175b.
 
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futterer, fütterer, m.
I. von füttern I, nur unter 3) von futter I 1) a).
1) einer der im kriege futter auftreibt und herbeischafft, fouragiert, pabulator. mhd. im 12. jh. fuoterere, pabulator. sumerl. 14, 61. in demselben jh. in mittelrhein. mundart vouterare. gl. trevir. 12, 10. dann am Oberrhein und in Östreich dô ir fuoterer verrietent in daʒ lant. Closener 118 (Hegel 143);

dër edel hôrte sagen
die heiden liste wielten
und auf die fuotrer hielten.
Suchenwirt nr. 18, 170.

mitteld. daʒ mit dën fûterêren riten
die rittere und sich wâgten alsô
arbeitlich um ein fûterstrô. Ludwigs kreuzf. 3869;

nû wâren die fûterêre
gerûwet nâch ir swêre,
die sie ê von dën heiden liten. 4476.

nhd. futerer, futergaber, waydner oder speyser, pabulator. voc. theut. 1482 i 8a. futrer. mm 7b.
2) einer dem die fütterung und besorgung von vieh obliegt. in diesem sinne scheint, nach dem lateinisch endigenden dat. pl. hengistfuotris in einer bei Meichelbeck hist. frising. 1, 151 abgedruckten urk. v. j. 903, schon ahd. fuotarâri vorgekommen zu sein. mhd. füetrær (d. i. vüeterære) im Münchner stadtrecht 58, s. Benecke 3, 444a. nhd. fütterer, curator pecoris. Stieler 527. noch heiszt in Baiern der knecht, der das vieh zu füttern und zu besorgen hat, fuetterer, und das mädchen singt:

mei schatz is e fuedere, sitzt unte de kue.

s. Schmeller 1, 578.
3) ehedem in Halle ein privilegierter futterhändler als mitglied der futtererinnung daselbst (s. futtererinnung). neue mittheil. des thüring.-sächs. vereins 11, 432 f. Rüdiger neuester zuwachs 2, 76. dieselbe bedeutung hat mhd. fueterer (d. i. vuoterære) im Augsburger stadtbuch s. 124, wo die fueterer neben den hökern vorkommen. vgl. DWB futterbann.
II. von füttern II.
1) einer der pelze be- und verarbeitet, der futterpelze fertigt, ein kürschner, auch überhaupt einer der mit pelz kleider füttert. nd. buntvoederer (brem. wb. 1, 166. 433), dessen bunt = fehwamme, pelzwerk.
2) ein futteralmacher. fütterer in dieser wie in jener bedeutung bei Stieler 527.
 
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futtererbse, f. zu viehfutter angebaute erbsen, es mag die ausgedroschene frucht verfüttert werden oder blosz die grüne pflanze vom acker.
 
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futterergebnis, n. das was bei der ernte des futters diese ausgibt. vgl. DWB futterertrag.
 
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füttererin, f. eine weibliche person der die fütterung des hausgeflügels, der kühe, schweine u. s. w. obliegt. Stieler 527.
 
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futtererinnung, f. eine ehedem in Halle bestehende von den erzbischöffen privilegierte innung, mit futter und allem, was zum marstall gehört, zu handeln. neue mittheil. des thür.-sächs.

[Bd. 4, Sp. 1079]


vereins a. a. o. Rüdiger neuester zuwachs a. a, o., wo aber futterinnung steht. s. DWB futterer I 3).
 
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futterernte, f. die ernte an futter für das vieh. die futterernte ist in diesem jahre sehr mangelhaft, die nachernte kann durch den regen vielleicht etwas günstiger werden.
 
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futterertrag, m. der ertrag an futter bei dessen ernte. vgl. DWB futterergebnis.
 
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futterfähnlein, n., ist nach folgender stelle wahrscheinlich:

und wer nit brauchet pöse glosz,
dem trot jr hengker und provosz,
jr fter fenle freyer kauff.
an manchem end hat stargken lauff,
von peüten schreyt man frü und spat.
Schwartzenberg 153b.

es sind wol unter einem fähnlein vereinigt und dieses bildend krieger und überhaupt solche gemeint, die futter freier kaufen, d. h. eintreiben und herbeischaffen, und dabei auf beute ausgehn. so dichtet der um 12 jahre jüngere Thomas Murner in seinem lutherischen narren 2164—2264 von drü fenlin, nemlich dem fuszfenlin, reissig fenlin, troszfenlin, und so gut ein troszfähnlein sein konnte, liesze sich auch ein futterfähnlein annehmen.
 
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futterfasz, n.
1) ein taschenartiger behälter, in den sachen gesteckt werden, um sie wolbehalten mitzuführen oder überhaupt fortzubringen. der priester was kundig und hofelich und det es (das futerfasz do die brief inne warent) uf und las die briefe. historia Pontiani, bei Scherz 843; ietz hond wir die gröste not wie wir den leib hübsch machen und legen grosz arbeit daruff und wenn wir lang gemachen und gemutzen, so würt er kum hübscher, denn sant Anstets fterfasz schwartz und ungestalt und schen nüwe fünt das wir gern hübsch weren. Keisersberg omeis 83c (82c); wenn sie (die häszlichen alten weiber) sich lang mutzen, so seind sie ein wenig hübscher denn sant Anstets fterfasz das ist ein wennig hübscher dann der tuffel. dessen lewe 59c.
2) das schmale tiefe runde hölzerne gefäsz, in dem der mähder, der es an einem um den leib geschnallten gürtel gewöhnlich hinten trägt, den wetzstein zum schärfen der sense hat. in Glarus (Stalder 1, 408), Appenzell (Tobler 207a), dem Schwarzwald (Schmid 208) u. s. w. bei dem Zürcher Maaler 152d fterfasz (das), darein die mäder den wetzstein behaltend, theca. in manchen cantonen der Schweiz aber sagt man das steinfasz, das steinfutter, in der Wetterau das schlockerfasz (weil der wetzstein nicht fest im fasse steckt, sondern schlockert d. h. hörbar widerschlagend hin und her fährt). mhd. heiszt jenes gefäsz, wie auch noch am obern Lech (Schmeller 2, 302) und anderwärts, kumpf:

dëm vater ër brâht ein wetzestein,
daʒ nie mæder dehein
in kumpf beʒʒern gebant,
und eine segense, daʒ nie hant
sô guote gezôch durch daʒ gras. Helmbrecht 1059.


 
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futterfäszlein, n., das dim. des vorigen, findet sich in culleus, ein futter feslin bei Diefenbach 161c, der dies aus dem vocabularium archonium v. j. 1487 anführt. das wort bezeichnet aber hier einen ledernen sack, in den ein übelthäter bis zum kopfe gesteckt wurde, wol um ertränkt oder gefoltert zu werden. Bracks vocabularius (1487) g 5a setzt bei jenem culleus geradezu ein folter oder ein tumelfeszlin. sollte hiernach futterfeslin vielleicht für fulterfeslin gesetzt sein?

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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