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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fütterchen bis füttererin (Bd. 4, Sp. 1077 bis 1078)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fütterchen, n. , dim. von futter (s. d.).
I. von nahrung für menschen oder thiere, um auszudrücken, dasz dieselbe aus wenig bestehe, oder in traulicher sprechweise. einem das fütterchen höher thun. hierher scheint auch Wilhelm Grimm das in beziehung auf ein gewünschtes frauenzimmer sprichwörtliche ein fütterchen unter etwas sein zu setzen, wenn er ein fütterchen unter mein peltzgen bei aufzeichnung der hernach folgenden stelle aus Weises erznarren durch »etwas für meinen schnabel« erklärt, und unten die stelle aus der insel Felsenburg würde schön passen, dennoch möchten die stellen unter II 2) gehören, wofür auch die daselbst weiter angeführten sprechen werden.
II.
1) von einem kleinen anpassenden überzug über etwas zu dessen schutz und verwahrung. ein fütterchen für eine vorstecknadel, einen ring u. s. w.
2) von dem womit ein kleid, ein kleidungsstück oder überhaupt ein bekleidungsstück inwendig bezogen oder überzogen ist oder wird, wenn es wenig oder geringhaltig ist, oder auch in traulicher sprechweise. das ist ein schönes fütterchen für den rock. sprichwörtlich, wie vorhin bemerkt, in beziehung auf ein frauenzimmer, das sich ein mann sehnlich wünscht, ein fütterchen unter ein pelzchen, einen brustlatz sein, ein fütterchen für jemand, für einen brustlatz sein oder werden, für jemand aufs beste passen, für jemand aufs beste anstehn, jemand schnlich wünschenswerth sein, ursprünglich wol so viel als zum an- oder beiliegen begehren oder wünschen. danach gehörte denn die sprichwörtliche redensart um so mehr hierher. zuerst erklärt findet sie sich bei Rädlein 316a, wenn er disz wäre ein füttergen unter seinen beltz mit dem beisatze disz weibsen (frauenzimmer) stünde ihm an hat und ital. und franz. übersetzt questa fanciulla (donzella, donna) l'accomoderebbe benissimo, farebbe per lui, sarebbe il fatto suo, cette fille (femme) l'accommoderoit bien, lui reviendroit bien, seroit bien son fait. weil ich nun des courtoisirens schon lang gewohnet war, dacht ich, da würde auch ein füttergen unter mein peltzgen seyn. Weise erznarren 80; dessen tochter schien ein füttergen vor meinen brustlatz zu seyn. dessen polit. näscher 163; wer was finden will, der musz was suchen: ich höre, dasz ein freyes wittweibgen in der nachbarschafft wohnt, die möchte sich wohl als ein delicat füttergen unter meinen brustlatz schicken. dessen körbelmacher

[Bd. 4, Sp. 1078]


159; herr, aus allen umständen kann ich mercken, dasz mir ein reich mädgen bescheret ist. wolt ihr nicht in spiegel sehen, dasz ich nur weisz, an welchem ende der welt meine seele das füttergen unter ihrem brustlatze finden soll? dessen freim. redner 323, = unter ihrem brustlatze sie als das fütterchen d. h. die unter meinen brustlatz aufs beste passende, sehnlichst gewünschte für mich; wenn der eigensinnige man in Leuwarden seine frau nicht wieder haben wolte, solte das nicht ein schön fütterchen vor mich werden können, denn sie war ... ein ungemein schönes bild. Felsenburg 3, 143.
3) was futter II 3).
 
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futtercholik, f. eine mit krampf und groszen schmerzen verbundene krankheit in den gedärmen des pferdes, das sich dabei heftig umherwirft, die darmgicht des pferdes. Weber ökonom. lex. 175b. gewöhnlich futterkolik geschrieben.
 
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futterdämpfer, m. eine vorrichtung, mittelst welcher viehfutter durch comprimierte heisze dämpfe schnell gekocht werden kann. eine erfindung jüngster zeit.
 
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futterdiele, f. bret der inneren verkleidung eines schiffes. Krünitz 15 (1786), 584.
 
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fütterei, f. das füttern eines thieres oder von thieren, dann auch das futter: dasz (dem vieh) an fütterey, streu und wartung nichts abgehe. Hohberg 2, 247a. von füttern I 1).
 
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futtereimer, m. ein eimer in welchem dem vieh getränke, d. h. flüssiges futter, in den stall gebracht wird.
 
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futterekel, m. bei pferden unlust zum fressen, die sich oft bei krankhaftem zustande äuszert. Weber ökonom. lex. 175b.
 
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futterer, fütterer, m.
I. von füttern I, nur unter 3) von futter I 1) a).
1) einer der im kriege futter auftreibt und herbeischafft, fouragiert, pabulator. mhd. im 12. jh. fuoterere, pabulator. sumerl. 14, 61. in demselben jh. in mittelrhein. mundart vouterare. gl. trevir. 12, 10. dann am Oberrhein und in Östreich dô ir fuoterer verrietent in daʒ lant. Closener 118 (Hegel 143);

dër edel hôrte sagen
die heiden liste wielten
und auf die fuotrer hielten.
Suchenwirt nr. 18, 170.

mitteld. daʒ mit dën fûterêren riten
die rittere und sich wâgten alsô
arbeitlich um ein fûterstrô. Ludwigs kreuzf. 3869;

nû wâren die fûterêre
gerûwet nâch ir swêre,
die sie ê von dën heiden liten. 4476.

nhd. futerer, futergaber, waydner oder speyser, pabulator. voc. theut. 1482 i 8a. futrer. mm 7b.
2) einer dem die fütterung und besorgung von vieh obliegt. in diesem sinne scheint, nach dem lateinisch endigenden dat. pl. hengistfuotris in einer bei Meichelbeck hist. frising. 1, 151 abgedruckten urk. v. j. 903, schon ahd. fuotarâri vorgekommen zu sein. mhd. füetrær (d. i. vüeterære) im Münchner stadtrecht 58, s. Benecke 3, 444a. nhd. fütterer, curator pecoris. Stieler 527. noch heiszt in Baiern der knecht, der das vieh zu füttern und zu besorgen hat, fuetterer, und das mädchen singt:

mei schatz is e fuedere, sitzt unte de kue.

s. Schmeller 1, 578.
3) ehedem in Halle ein privilegierter futterhändler als mitglied der futtererinnung daselbst (s. futtererinnung). neue mittheil. des thüring.-sächs. vereins 11, 432 f. Rüdiger neuester zuwachs 2, 76. dieselbe bedeutung hat mhd. fueterer (d. i. vuoterære) im Augsburger stadtbuch s. 124, wo die fueterer neben den hökern vorkommen. vgl. DWB futterbann.
II. von füttern II.
1) einer der pelze be- und verarbeitet, der futterpelze fertigt, ein kürschner, auch überhaupt einer der mit pelz kleider füttert. nd. buntvoederer (brem. wb. 1, 166. 433), dessen bunt = fehwamme, pelzwerk.
2) ein futteralmacher. fütterer in dieser wie in jener bedeutung bei Stieler 527.
 
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futtererbse, f. zu viehfutter angebaute erbsen, es mag die ausgedroschene frucht verfüttert werden oder blosz die grüne pflanze vom acker.
 
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futterergebnis, n. das was bei der ernte des futters diese ausgibt. vgl. DWB futterertrag.
 
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füttererin, f. eine weibliche person der die fütterung des hausgeflügels, der kühe, schweine u. s. w. obliegt. Stieler 527.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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