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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
futnacket bis futschi (Bd. 4, Sp. 1064)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) futnacket, futnackt, adj. ohne alle, auch die geringste bekleidung. natürlich von einer weiblichen person:

thut sie doch selbs so ermklich leben,
dasz sie schier gar futnacket geht.
H. Sachs 4, 13c (1591 10c).


 
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futnarr, m. eine weiblichen personen aus liederlichkeit nachlaufende männliche, weibertoller, weibsbildernärrischer mensch, cunnilingus. eine im volk übliche schelte. s. DWB futnärrisch.
narr hat hier die im volksmund übliche bedeutung: einer der aus liebhaberei auf etwas wie unsinnig versessen ist, der sich demselben als seiner liebhaberei mit aller leidenschaft hingibt. das so wol in der redensart ein narr auf etwas sein, als auch als letztes wort in zusammensetzungen wie geldnarr, kleidernarr, steinnarr, fafelnarr (s. Arnold pfingstmontag 107) u. s. w. s. DWB narr.
 
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futnärrisch, adj. 1) weiblichen personen aus liederlichkeit nachlaufend, mit aller leidenschaft auf sie versessen. auch weibertoll, weibsbildernärrisch, weiberthöricht (s. Frommann 6, 330, 385), pumpelthöricht, welches letzte aber nach Schmeller 1, 294 nürnbergisch »mit dem furor uterinus behaftet.«
von jener bedeutung dann 2) die abgeleitete: sehr lustig, überaus komisch. so siebenbürgisch-sächsisch futnärresch. Haltrich plan 11b.
 
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futneid, m. eifersucht einer weiblichen person auf eine andere, zumal in hinsicht geschlechtlicher beiwohnung.
 
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futneidig, adj. futneid habend (s. futneid). fudneidig, derber ausdruck für eifersüchtig.« Schmeller 1, 414. ulmisch fudneidig, überhaupt so viel als eifersüchtig, misgünstig. Schmid 207.
Davon ein gleichlautendes adv.
 
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futnol, m., s.fudenol oben sp. 363 unter fud.
 
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futrasche, f., s.futterashe.
 
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futsch, eine durch Deutschland gehende interj., die eigentlich imperativ von futschen (s. d.) ist und die bedeutung hat: in gröster schnelligkeit, gleichsam in éinem rutsch, in einem ruck. nd. futsch, was he voert gericht. Pfeiffers Germ. 9, 210, in gröster schnelligkeit war er vor dem (eigentlich nach dem nd. »vor das«) gericht. dann adv. in der bedeutung: in schnelligkeit hin und verloren, überhaupt hin und verloren, zu nichte. futsch gehen: nd. dat is futsch gaon, das ist hin, d. h. verloren oder zu grunde, gegangen. Danneil 59b. futsch sein: mein federmesser ist futsch, ist verloren, ist weggekommen, ist zerbrochen und nicht mehr zu brauchen. sein credit ist futsch, ist dahin, er hat keinen credit mehr. er ist futsch, er ist bankerot, sein vermögen ist all dahin, aber auch so viel als er ist am sterben, und vom verlornen sohne Luc. 15, 24 denkt der vater in der mundart der Freiämter im canton Aarau mî buob ist hi (hin) gsy und nuh-er ist no läbig, er ist futsch gsy und mer händ ä wider übercho (s. Stalder schweiz. dialektologie 332, 24), = er ist fort und verloren gewesen. wenn ihr nicht erschrecken wollt und es mir nachtragen, so will ich es wol sagen, was ich im dorfe gehört. die leute sagen, Resli sei futsch (verloren), die einen reden vom teufel, der ihn genommen, die andern sagen, das sei nicht wahr, er sei todt. Gotthelf geld und geist 148. schweiz. auch futsch werden, zu nichte, ein lump werden. Stalder 1, 408. eben so in Mitteldeutschland für bankerot werden.
 
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futsche, f. in mundarten Niederdeutschlands die rocktasche, während unter ficke (s. d.) besonders die hosentasche gemeint ist. Krünitz 13 (1786), 270. pommerisch futsche f., die tasche. Dähnert 136a. vgl. DWB futschen 2). dunkles ursprunges.
 
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futschen ,
1) in der mundart von Glarus so viel als gleiten, hin und her rutschen. Stalder 1, 408, wo auch das glarnische sprichwort viel futschen gid (gibt) böse hosen, in dem angewandten sinne: viele veränderungen machen nicht reich. thüring. futschen, ausgleiten. aus Kellers thüring. idiot. bei Frommann 4, 263.
zu futschen scheint auch das bernische mit diminutivendung gebildete futscheli n., füllen, junges pferd (Stalder 1, 408), zu gehören.
2) pommerisch so viel als heimlich in die tasche steckend entwenden. Dähnert 136a. von futsche (s. d.).
 
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futschi, m. zu Schwäbisch Hall ein feiger mensch. Schmid 207. nicht von futsch, sondern mit der diminutivendung -schi von fut abgeleitet, wie das aus Jeremias Gotthelfs erzählungen bekannte schweiz. meitschi n., mädchen, von meit, maid f. masc. aber ward futschi durch übertragung des geschlechts, denn ursprünglich ist das wort neutrum.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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