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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fuszzapfe bis fut (Bd. 4, Sp. 1059 bis 1060)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuszzapfe, m. kleines röhrchen an einem gefäsze, siphunculus, epistomium. Weber deutschlat. universalwb. (1770) 320a, aber in der ausgabe von 1734 findet sich das wort noch nicht.
 
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fuszzeh, m., s. DWB fuszzehe.
 
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fuszzehe, f.
1) eine zehe des fuszes. die grosze fuszzehe. die kleine fuszzehe. auch wol, da für zehe f. in manchen gegenden so wie bei schriftstellern zeh m. gesagt wird, fuszzeh m. (s. DWB zehe). vom wirbel bis zur fuszzehe, von dem äuszersten ende des kopfes bis zum äuszersten vorderen ende des fuszes, im schärfsten sinne von oben bis unten beim menschen,

[Bd. 4, Sp. 1060]


oder umgekehrt eben so im schärfsten sinne von unten bis oben von der fuszzehe bis zum wirbel, s. DWB fusz I A 3).
2) eine im mittelländischen meere lebende eszbare muschel, die bei den alten dem nagel der groszen zehe verglichen wird, lepas pollicipes. Nemnich 3, 372. Haas deutsch-lat. wb. 210b.
 
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fuszzeichen, n. das da, wo ein fusz aufgetreten, gebliebene zeichen desselben, die fuszspur. fusztzaichen, vestigium, calcaneus. voc. theut. 1482 i 8a. fusspor, fuspfat, fusztzaichen oder nachspur. ebenda. fuszzeichen, vestigium. Stieler 2610.
 
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fuszzeug, m. und n.
1) die kriegsmacht zu fusze, die kriegsmacht an fuszgängern, das aus fuszgängern bestehende heer. fszzeüg, pedestres copiae, pedestris exercitus, pedetatus (l. »peditatus«). Dasypodius 334b und danach Serranus synon. 75a. fszzeug. peditâtus, fszzeüg. Frisius (1556) 998b; pedestris exercitus, ein zeüg von fszknechten, fszzeug. ebenda. nach beiden stellen, so wie nach s. 24a, fszzeüg (der) bei Maaler 152c, und nach der ersten bei Frisius auch bei Henisch 1320, 55 fusszeug (der). schnäller, genger fszeüg, citum agmen. Maaler a. a. o. und danach Henisch 1320, 57; der fszzeüg falt hinein, infertur pedestris acies. Maaler a. a. o., hier wie in der stelle vorher nach Frisius 64a und 24b, an welcher letzten aber keine deutsche übersetzung. dieweil auch Carolus Gonzaga gesehen, dasz der italienische fuszzeug schandtlich geflohen. Fronsperger kriegsb. 3, 137b. bei Rädlein 316a u. Frisch 1, 310c wird das wort in dém sinne schon als ein veraltetes bezeichnet, während es Dentzler, Kirsch noch wie jedes andere wort anführen, aber der sonst so reich aufsammelnde Ludwig und Hederich nehmen es gar nicht mehr auf, ebensowenig Adelung.
s. reisiger zeug unter dem adj. reisig und unter zeug.
2) auch wol die fuszbekleidung, zumal bei dem heer. vgl. DWB fuszwerk 3). nd. fôttüg n., fuszbekleidung als schuhe, pantoffeln, stiefel (brem. wb. 1, 444).
 
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fuszzierde, f. ein zierat oder schmuck für die füsze. dict. germ.-gall.-lat. (1662) 181a. Rädlein 316a. vgl. DWB fuszschmuck.
 
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fuszzipperlein, n. die fuszgicht, das podagra. das gleichenwehe (die gliedergicht) plaget die gelencke der gliedmaassen ...: das an händen wird insonderheit das handzipperlein (chiragra), das an füssen, (welche auch die schrunten anfechten) das fuszzipperlein (podagra), das an der hüfft das hüfftwehe (ischias) genannt. Comenius güld. sprachenthür s. 75, 309.
 
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fuszzoll, m. ein zoll den der fuszgänger von einem wege bezahlen musz, welchen er geht, ein weggeld für fuszgänger. fuszczol, pedagium. voc. theut. 1482 i 7b. auch sonst in vocabularien des 15.—16. jh. fuoszzol, fueszczol, fuiszeczolle u. s. w. Diefenbach 419c. fuszoil. voc. inc. teut. f 2b, d. i. fus-zoil statt fuszzoil. pedagium, ein fuszzol. voc. gemmagemmar. (1505) s 3d. im gegensatze zum wagenzoll aus einem dem 15. jahrh. angehörigen vocabularius der hexameter bei Haupt 5, 413:

pedagium fuosz zol sit redagium tibi wagen zol.


nd. aus einem vocab. desselben jh. vôt tal. Diefenbach a. a. o.
in der zweiten hälfte des 16. jh. scheint das wort zu erlöschen, wenigstens in den wörterbüchern sucht man es vergeblich.
 
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fuszzwang, m. ein den füszen angethaner zwang. so müssen die chinesischen mädchen, um kleine niedliche füszchen zu erhalten und zu bewahren, durch einklemmen derselben fuszzwang leiden. im besondern aber ein zwingendes ge- oder verbot in hinsicht der füsze. in der folgenden stelle ein auferlegtes verbot, die füsze an oder vielmehr in eine bestimmt bezeichnete stelle zu bewegen:

in Spanien geht dieser fuszwang an:
doch wenn ich recht, nach meiner einfalt, schliesze,
so denk ich diesz: dem weib ist hier ein mann
des leibes herr, doch nicht ein herr der füsze.
Hagedorn 2, 158.

es ist hier das verbot des mannes gemeint, dasz die frau ihre füsze in den schlammigen entenpfuhl setze, der in der unter diesem worte 3, 511 angeführten stelle bezeichnet wird.
 
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fuszzwitzernd, adj. mit den füszen in der bewegung so schnell dasz sie in dieser gleichsam einen zitternden schein von sich geben. dan den podagramischen dörfern die Genfer das gailleartdantzen und die fueszwizerende capricolische gaissprung nicht verbiten. Fischart podagramm. trostb. (1577) B 5a = Scheible 653. zusammengesetzt mit dem part. praes. von zwitzern in der bedeutung einen zitternden schein von sich geben, flimmern. s. DWB zwitzern.
 
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fut, f.
1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur bezeichnung der kürze eines vocales den consonanten hinter

[Bd. 4, Sp. 1061]


diesem, zumal in der wurzelsilbe, zu verdoppeln pflegen, gewöhnlich heute, wie bereits von Fischart und von Henisch 1324, 39, beim volke futt geschrieben, und z. b. Steinbach 1, 534 nimmt beide schreibungen nebeneinander auf. ahd. noch nicht nachweisbar, aber Graff 3, 450 verzeichnet einen mannsnamen Futo, nach seiner gewohnheit bei eigennamen ohne beleg, und auch Förstemann 1, 448 führt keinen an, wol weil ihm keiner aufstiesz. der name scheint sich jedoch zu bestätigen durch auff morgen wirt man begehen (d. h. seelmessen lesen für) Heintz mter ft, und Cuntz mtterft seynen brder übermorgen Zagels Peter in Schmoszmanns predigt s. 12, wo Mterft, Mtterft als familienname erscheint. auch möchte für den namen Futo der im hessischen Odenwald vorkommende familienname Futtner sprechen, der gleich jenem Futo ursprünglich einen auf geschlechtliche beiwohnung erpichten, einen geschlechtlicher beiwohnung ergebenen bedeuten wird. mhd. vut (GA. 3 s. 23, 75—28, 274), fut (vocab. opt. nr. 1, 200. altd. bl. 2, 198, 6. futilitates germanicae medii aevi s. 5—14). niederrheinisch bei Kilian (1599) s. 120b fut, futte, neben 119a veraltet nl. fotte. nd. fot neben fotse (dies aus dem hochd. entlehnt). brem. wb. 1, 444. Schütze 1, 332. isländisch u. altnorw. fuð f., cunnus, matrix, wovon ebenda fyðill m., das männliche glied. Rietz 158a. heute norweg. fud, fu, fo, f., cunnus, matrix, aber auch podex. Aasen 174a. 194a. über die abstammung des wortes, dessen schreibung fud (s. d.) oder gar futh (Kilian 120b) als ungut bezeichnet werden musz, wurde unter fotze gehandelt und mit vollem rechte auf ein vorauszusetzendes mit lat. pudere, sich schämen, stimmendes goth. wurzelverbum fiutan praet. sg. fáut pl. futun part. praet. futans hingewiesen, dessen die wurzel enthaltendem pl. praet. fut entsprosz, das also auf dem älteren lautstande blieb. an goth. fitan, gebären, läszt sich bei der ableitung des wortes nicht denken, denn es kann von diesem verbum eben so wenig eine form mit dem vocal u in der wurzel hervorgehn, als von dem starkbiegenden fitan. s. oben sp. 965 f. und 3, 1340. 1358. 1365. unverwandt sind die nur zufällig anklingenden hebr. fot () m., weibliche scham (Jes. 3, 17), eigentlich so viel als zwischenraum, eben so gr. φυτεύειν, zeugen, erzeugen, und lat. futuere, mit einem frauenzimmer sich fleischlich vermischen.
der pl. lautet, wie sich schon oben sp. 363 ergibt, ursprünglich füte, gekürzt füt, und dies zeigt sich auch unten in der stelle aus Fischarts Garg. 96a, wo ganz nach der schreibung des sg. in dem werke der auslaut verdoppelt ist. aber neben dem stark declinierenden sg. fut tritt auch, wie gleich nachher die stelle aus den von Bartsch herausgegeb. mitteld. ged. ersehen lassen wird, mitteld. im 14. jh. eine schwach declinierende form vute auf, die sich in nhd. futte bei Stieler 523 (s. auch futze), der gleichen vorhin angeführten niederrhein. form so wie dem ebenfalls angegebenen frühern nl. fotte, auch unten in hundsfutte zeigt. der pl. derselben, die futten, ist beim volke Mitteldeutschlands noch der übliche, während südlich, z. b. bair., der alte starke pl. bewahrt bleibt.
ursprünglich ist das wort, ganz wie scham für geschlechtsglied, ein reines und wird mhd. und noch im 16. jh., wenn auch schon aus anstand gemieden, doch gesetzt. dies zeigen für das mhd. die aus dem gesammtabenteuer angeführte erzählung und die in den ebenfalls angeführten futilitates enthaltenen stellen und stücke. aus dem 16. jh. aber sprechen stellen wie:

das (dasz) sie (die mädchen) sein kumen zu iren tagen,
fut, ars, tutten vergebens tragen. fastnachtsp. 247, 11;

ein braun futt auff eim weissen teller, zerschnitten köller. Fischart Garg. 56b (1608 G 1a. Scheible 92); (im Schlaraffenlande gibt es) braune fütt auff dem teller. 96a (1608 L 7a); küsz affenfut, so hebst kein schwantz auff. 245b (1608 Ff 7b); aber das ein futt hat, das seychet eben inn die fahrt unnd inn den weg. Sebiz feldbau 573. Meurer 96b; das eine fut hat. Becher 42; nimm eine wolffsfutt, trockne sie dasz sie darr werde. jägerbrevier (Dresden 1857) s. 89, bei Schöpf 158. in folgender stelle scheint auf das weibliche glied nur angespielt: nun ha, reime dich eysenhut, an den fusz oder fut. Fischart Garg. 6 (1608 Aiijb).
potz fut! als ausruf fastnachtsp. 387, 14 wurde bereits unter fotze angeführt. ähnlich wird it. cazzo, das männliche glied, als interj. des staunens, der verwunderung verwendet.

er sperrte maul und augen auf
und rief zu allem: cazzo!
Blumauer Virg. Aen. 3, 99.

auch in dem im ungrischen bergland vorkommenden fluch neun wut! = neun donner! (Schröer 44b. 103b. 106a) scheint wut mit erweichung des v zu w vut, fut zu sein, wie denn für diese die Gottscheer mundart ausdrücklich wut hat (Schröer ausflug 88).

[Bd. 4, Sp. 1062]



als sprichwörtlich dürfte anzusehen sein mhd.

heiʒiu fut und mündlîn rôt
bringent manegen man in nôt. futilit. germ. s. 5.

dann, zum theil anklingend an spr. Sal. 30, 16, in einer Münchner handschrift aus dem anfange des 16. jh. (Schmeller 2. ausg. 1, 694)

fut und hunt,
die haben ain weiten slunt:
wiewol sye sint vol,
dennoch ist in (ihnen) mit dem genesche wol.

ferner hört man wetterauisch

e (ein) Jüdd (Jude), e futt eann (und) e ijel (igel),
ds sein (sind) drei bîse (böse) vijel (vögel).

andere sprichwörtlich scheinende ausdrücke sind bei Schmeller 1, 693 f. nachzusehen. ein solcher ist auch der schlusz folgender bei Schöpf 158 angeführten stelle aus Vintlers blume der tugend 7721: wann man inn frömde huener pringt, so sprechen sie: pleib hie haim, als die futt bey meinem pain.
2) Dasz fut auch auf eine weibliche person übergetragen wird, ist schon oben s. 363 bei fud ersichtlich. hierher scheint zu gehören aus dem 14. jh. mitteld.

jô wêr ich ein man, wî ich ûch strîche,
daʒ ich turret sus vor mir wandern
von einer phûten zu dër andern.
Bartsch mitteld. ged. s. 96, 431,

wo aber, wie der herausgeber s. 220 bemerkt, phuten oder vielmehr fûten für phûten zu lesen ist. auf ein weibliches göttliches wesen übergetragen findet sich dieselbe form, wenn nach Vulpius bibliothek des romantisch wunderbaren 1, 224 die in der erzählten volkssage als herrin des wilden heeres und als letzte im zuge auf einem rappen jagend bezeichnete frau Holla neben den namen Hela, Hulda, Brechta, Wildaberta, Waldina, Herka, auch die Fauta, Fute trägt, welche beide sicher eins sind, so dasz lang gewordenes û des letzten anzunehmen ist, wodurch, da mhd. und mitteld. û in dem volksmunde Mitteldeutschlands, wie nhd., sich zu au entfaltet, sich Fauta erklärt und das û in dem dat. sing. phûten der vorhin angeführten stelle bestätigt wird. übertragung auf eine pflanze zeigt sich in die fude, fulefude (Aug. Stöber elsäsz. neujahrsbl. 1846 s. 308), fli fude (Frommann 4, 13. 470), als elsässischer name der herbstzeitlose, colchicum autumnale, die auch nackte jungfer, nackte hure, faule jungfer heiszt, durch welche benennungen jene sich leicht erklären lassen. fute nemlich stimmt mit nackte jungfer, nackte hure (nackethure. Lonicerus kräuterb. 230b), und der name rührt daher dasz die blüte ohne die grünen blätter der pflanze auf den wiesen erscheint; fûle fude, d. i. faule fut, aber kommt ganz mit faule jungfer überein und die bezeichnung faul, elsäss. fûl, erklärt sich daraus dasz jene blüte erst sehr nahe dem herbst oder in demselben als spät im jahr hervorkommt. auf ihre nacktheit deutet auch die benennung nackârsch m., d. i. nacktarsch, in der Wetterau, und darauf dasz die pflanze auch als weibliches thierisches wesen angesehen wird, geht wol der ebenda vorkommende name muck f., mutterschwein (s. DWB mucke), für die erst im nächsten jahr erscheinende, zahlreiche samenkörner in sich schlieszende samenkapsel dieser zeitlose.
besonders wird das wort verächtlich auf eine weibliche person übergetragen und dann selbst als schelte gebraucht.
3) Aber das wort kommt in zusammensetzungen, in denen es zuletzt steht, auch auf eine männliche person übergetragen vor, für die dann dasselbe tiefe verachtung ausdrückende schelte ist. dies namentlich in hundsfutte, hundsfut, hundsfutt f., das zunächst das geschlechtsglied der hündin und dann, angewandt, eine aller ehre baare, nichtswürdige mannsperson ausdrückt: das müsse gott im himmel erbarmen! das ist die 3. sau (der dritte unanständige verstosz). je schämet ihr euch denn nicht für dem könige? meinet ihr, dasz er eine hundsfutte ist? Andr. Gryphius 737 (1663 s. 23); du bruder, sprach er (ein soldat zum andern), du bist ein rechte hundsfut, du hättest wol diesz geld den spielleuten zum besten geben, sie hätten uns auffgespielet, bisz der teuffel gestorben wäre. Philander (1650) 2, 711; du albere alte hundsfut, du bist weder meiner noch dieses kleinods werth, und es wäre auch immer schad, wann du anderster, als in armuth und betteley, dein leben zubringen soltest. Simpliciss. (Keller) 3, 138, 31 = Springinsfeld cap. 23. dann aber geht hundsfutt, weil auf eine mannsperson übergetragen, in ein masc. mit dem pl. hundsfütter über: ein hundsfutt bin ich worden. Simpliciss. (Keller) 917, 2;

hundsfütter, kerls, seyd ihr, sprach Raufbold.
Zachariä renomm. 5, 241.

[Bd. 4, Sp. 1063]


später nur in dem gewöhnlichen leben hundsfut, in der schriftsprache hundsfott mit dem pl. hundsfötter. s. noch oben sp. 363, vorzüglich aber hundsfott, hundsfutt, bei welchen weiteres. auch sind auf jener spalte, am schlusse des artikels fud, einige andere eben so wol hierher gehörige zusammensetzungen angeführt, in denen von der weiblichen person aus zugleich übertragung auf eine männliche stattfindet.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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