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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
füllgrund bis füllhorngras (Bd. 4, Sp. 516 bis 517)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) füllgrund, m. erde, kies, schutt zum aus- und auffüllen. an diese stelle musz füllgrund gefahren werden, um den boden zu erhöhen. vgl. DWB füllerde 2).
 
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füllhacken, n. das kleinhacken der fülle (des füllsels), welche gewöhnlich aus klein gehacktem fleische besteht. s. DWB fülle II 2) a).

geh jetzt int kuchen und hab acht,
wie ist ein sultzen und ein spicken,
ein füll hacken und auch einbicken.
H. Sachs III (1588), 1, 71a.


 
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füllhaar, n. haar zum ausstopfen oder füllen eines polsters, küssens, sattels, kummets u. s. w. Rädlein 310a.
 
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füllhals, m.
1) einer der sich den hals füllt, ein fresser, säufer:

dasz man jn halt für unverschemt,
der speisz und tranck unmessig nemt,
derhalb halt sich ein mensch fein messig,
nicht gantz versoffen und gefressig,
als ein gefressiger füllhals.
H. Sachs V, 148a.


2) ein groszer hölzerner trichter, wie eine gelte gestaltet mit drei durch verlängerte dauben gebildeten füszen und bei dem kürzern derselben mit einer röhre im boden, die in das spundloch des fasses gesteckt wird, um in dieses dadurch wein, bier, brantwein oder essig zu füllen. in manchen gegenden, z. b. in und bei Gieszen, holztrichter.
auch überhaupt für trichter. dies letzte bei Amaranthes frauenzimmerlex. 2042.
3) ein trichterartiges geräth, das beim wurstmachen in den darm gesteckt wird, um diesen durch dasselbe hindurch zu füllen. Weber ökonom. lex. 1, 173b.
4) ein trichterähnliches geräth, einen bienenschwarm damit in einen hölzernen stock oder eine beute zu fassen.
In allen bedeutungen zusammengesetzt mit dem verbum füllen.
 
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füllhälsel, n. ein trichter. dim. von füllhals 2). durch den trichter gehet es (das heilen von der unkenntnis im lateinischen) so zu. hinten am genicke, da der poeten-kasten ist, wird ein creutz aufgeschnitten, und da wird ein fullhälsel hinein gestecket, und ehe es wieder zufällt, müssen die wörter hinein gegossen werden. Chr. Weise comöd. 305.
 
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fullhammer, m. der walkhammer, le pilon d'un moulin à fouler. luxemb. follhoimer. Gangler 156. vgl. DWB fuller.
 
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füllhampel, n. ein füllen. in Posen, s. Bernd 68. schles. füllhamperle. Weinhold 32b. s. DWB hampel.
 
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füllhaus, n.
1) ein bei einem gesundbrunnen (mineralbrunnen) errichtetes gebäude zum verpacken der für die versendung gefüllten krüge: nach dem (dem trinken am sauerbrunnen) giengen sie in das füllhausz, woselbst sie viel kisten mit flaschen eingesetzt stehen sahen. Ettner medicin. maulaffe 838; die unsrigen ... sahen wie der schöpfer und seine gehülfen ... (die ausgeleerten flaschen) zu sieben bisz acht flaschen auf einmahl in brunnen senckten, solche anfüllten und sie wieder in das füllhausz tragen liessen. 839; wie die compagnie aus dem füllhausz gienge. 840.
2) ein haus, das erbaut ist, mit lebensmitteln gefüllt zu werden, und auch mit diesen gefüllt wird. so vom bienenstocke:

sie (die bienen) saugen
lebensbalsam, und tragen ihn
ämsig, mutter und kind, männer und jünglinge,
in die celle der kunst, bauen sie sinnreich fort,
bis das wächserne füllhaus
ganz von goldenem reichthum flieszt.
Herder Terps. 1, 136.


auch fruchthäuser, kornhäuser könnte man füllhäuser nennen.
 
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füllholz, n.
1) das kleine holz zur füllung und ausgleichung bei kohlenmeilern. Weber ökonom. lex. 173b.
2) bei dem seiler das holz, welches er, wenn er einen kamm erhöht, mit dem einschlage durch den in zwei hälften gespaltenen einschlag steckt. Krünitz 15 (1786) 449.
3) ein bei einem döbelboden (einer döbeldecke) zwischen hauptbalken gelegtes holz.
4) bei blockhäusern ein zur ausfüllung einer äuszern wand eingesetztes bret. vgl. DWB füllung 2) h).
 
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füllhorn, n. ein mit früchten, blumen oder anderem erfreuenden oder nützlichen gefülltes gewundenes horn als sinnbild des überflusses, das horn des überflusses, cornu copiae: eines von den ländern, über welche die natur ihr ganzes füllhorn ausgegossen. Wieland 14, 101;

[Bd. 4, Sp. 517]


indess der überflusz auf jede seiner (Friedrichs II.) spuren
ein ganzes füllhorn leert.
Ramler 1, 48;

indem in milderer herrschaft
sich der verschwendrische herbst auf kühleren lüften herabläszt,
sein eröffnetes füllhorn über die erde verschüttet,
das mit lächelnden früchten und schwellenden trauben gefüllt
ist.
Zachariä tagesz. 11;

was kann der schwächling mai zum mahl bescheren?
radieschen und spinat! ein dürftger schmaus!
o! mehr als diesz, leerst du (der juli ist angeredet) dein füllhorn
aus,
gilt ein gericht von zuckerschot' und möhren.
Schmidt v. W. alm. für 1802 s. 68;

wenn ich des glückes füllhorn dir auf einmal,
nach langem hoffen, vor die füsse schütte.
Göthe 9, 279;

da steht der holde lebensengel mächtig
vor mir und tausend blumen schüttet er
und tausend goldne früchte lebenduftend
aus reichem füllhorn strömend vor mir aus.
Schiller 515a;

ein ganzes füllhorn könnte blühn.
Boie in Jacobis Iris 1810 s. 213;

o sprich, aus welchen himmelszonen
beströmt der gaben füllhorn dich.
Rückert 15;

ja von Klopstocks Messias selbst, ... wie wenige haben vielleicht dessen letzten gesang geendet! woher diese schlummerkörner im füllhorn der epischen muse? Herder z. sch. l. u. k. 12, 348; seine (des Burkard Waldis) sentenzen, die oft länger als die fabeln sind, schütten ein ganzes füllhorn von lehren, bemerkungen, sprüchwörtern, erfahrungen aus. 13, 186; um vielleicht unter das füllhorn der reden zu kommen, das der schöne jüngling über den begleiter gosz. J. Paul flegelj. 1, 156.
Das erst im 18. jh. aus fülle und horn zusammengesetzte und bald geläufig gewordene wort, welches Steinbach und Frisch noch nicht verzeichnen, ist übersetzung von lat. cornu copiae, cornucopia, dem namen eines zufällig an einem baume abgebrochenen und dann von Jupiter unter die sterne versetzten hornes der ziege Amalthea, dem κέρας Ἀμαλθείας, cornu Amaltheae, aus welchem nectar geflossen und ambrosia gekommen sein soll, weshalb es bei den Griechen und Römern sinnbild des überflusses und der fruchtbarkeit war. vgl. auch DWB fruchthorn. Im 17. jh. sagte man blosz das horn:

wan der frühling sich verlohrn,
was geust sommer aus dem horn?
heu und korn.
Schottelius 989.


 
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füllhorngras, n. ein gras, dessen einwärts gekrümmte blütenstiele und blütenähren in der gestalt eines füllhornes oder einer trichterförmigen hülle zusammenstehn, das trichtergras, cornu copiae.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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