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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fullenhirt bis füllenzahn (Bd. 4, Sp. 512)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fullenhirt, m. ein hirt für füllen, pullarius. Weismann lex. 1, 438b, dagegen 2, 134b (im deutsch-lat. theil) fülleshirt, welches landschaftliche form sein mag. vgl. DWB füllenhüter.
 
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füllenhüter, m. einer der die füllen auf der weide hütet. füllinhüter, pullarius. Henisch 1284, 58. vgl. füllenhirt.
 
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füllenleder, n. aus den häuten der füllen bereitetes leder: in der regel tragen sie (die pferdehirten in den steppen Südruszlands) pantalons von behaartem füllen- oder kalbsleder. Kohl reisen in Südruszland.
 
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füllenmonat, m. der merz: der merz wird auch genannt der frühlingmonat, pferdmonat und füllinmonat. Scherz 449 aus der teutschen sprach ehrenkranz von Chorion. ob der name, weil die pferde und füllen zur frischen weide getrieben werden?
 
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füllensack, m. Hugo von Trimberg sagt im Renner 9035 vom päpstlichen hofe:

Lærenbiutel und Füllensac
pflëgent dës hoves naht und tac,

und bezeichnet in dem beigelegten ersten eigennamen einen der, um sich zu bereichern, ungetreu und räuberisch andern den beutel leert, in dem zweiten dagegen einen der in gleicher absicht und weise andrer gut und geld an sich nimmt und sich so den sack füllt, einen räuber. s. mhd. dën sac vüllen in dem sinne von »rauben« unter füllen I 1) a). beide lebendige und treffende namen übrigens sind durch zusammenziehung ganzer redensarten gebildet, in welchen das verbum im imperativ steht, aus mhd. lære dën biutel, leere den beutel, und fülle (vülle) dën sac, fülle den sack. vgl. gramm. 2, 962, auch W. Wackernagel in Pfeiffers Germ. 5, 292. 301.
 
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füllenstall, m. ein stall, in welchen die von ihren müttern genommenen füllen gebracht werden und von den andern pferden gesondert bleiben, bis sie zum gebrauche tauglich sind. Hübner ökonom. lex. (1764) 805. eben so wol fohlenstall.
 
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füllenstute, f. eine stute die ein saugendes füllen hat Zincke ökonom. lex. (1764) 805. auch fohlenstute, s. d.
 
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füllentreiber, m. einer der füllen treibt:

o ihr Kritons! laszt den kranken
füllentreiber unverlacht,
der zum kreislauf der gedanken
aus der wildbahn ohne schranken
eine reitbahn macht!
Thümmel reise 6, 22 = 9, 32.


 
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füllenwagen, m. ein füllen d. h. grosze schätze und überflusz an erträgnissen der natur, an gütern führender wagen. im bildlichen ausdrucke:

(im lande) wo, nach nebelvollen tagen,
süszer lacht der sonnen gold
und des herbstes füllenwagen
itzt durch weingebirge rollt.
Gotter im alm. d. d. mus. 1774 s. 172.


 
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füllenweide, f. 1) das halten und hüten von füllen auf einer weide. 2) eine weide für füllen. auch fohlenweide.
 
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füllenzahn, m. ein milchzahn eines füllens d. h. einer der zähne, die das füllen zuerst nach seiner geburt bekommt, aber dadurch wieder verliert, dasz die anderen, bleibenden sich nachschieben. mhd. fülizant, fulzant, mit abfall des t fulzan, zusammengesetzt mit fül n., an dessen stelle nhd. das geläufigere füllen n. trat. abolos, ein jung pferd, das die füllenzähn noch hat. Dentzler 1, 3a; füllezahn und (ein füllen) das noch füllizähn hat. 2, 116b. in bildlicher anwendung er hat noch füllizähn, ist noch unreif zu urtheilen, nondum maturi est judicii. ebenda.

recht so, lord Sands, ihr habt den füllenzahn
nicht abgelegt.
A. W. Schlegel Shaksp. Heinr. VIII. aufz. 1, sc. 3.

s. füllzahn.
Mhd. auch sprichwörtlich

gevater und fülizant an grôʒen nœten sint ze swach. MS. 2, 160b,

[Bd. 4, Sp. 513]


= gevatter und milchzahn halten in groszen nöthen nicht aus. den milchzahn nemlich beiszt man sich bei sehr hartem beiszen leicht aus.
Auch als eigenname erscheint das wort. so in Wittenweilers ring 51d, 18:

die weil cham auch hër Fülizan
mit seinem paner.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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