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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fuhrmannssprache bis fuhrmeister (Bd. 4, Sp. 472)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuhrmannssprache, f. die aus zurufen an die zugthiere bestehende sprache. so benennt Logau 1, 125, 26 fuhrmanssprache

hotte, stoh,
tschwuid und o!


dann eine derbe grobe sprache, wie sie die fuhrleute reden: vive la langue françoise! ich weis nicht, es klingt im deutschen alles so hölzern. man kann in dieser wendischen sprache gar keinen charmanten gedanken anbringen. serieusement, wenn ich ein groszer herr in Deutschland wäre, so dürfte kein mensch deutsch reden, als die fuhrleute. die deutsche sprache ist zur fuhrmannssprache gebohren. Gellert lustspiele 294. endlich auch eine rede voll derber flüche.
 
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fuhrmannsstall, m. ein stall, in welchen nur fuhrleute ihre pferde stellen. der fuhrmannsstall bei der wirthschaft.
 
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fuhrmannsstern, m. was fuhrmann 6). fuhrmannsstern, arcturus, Bootes. Dentzler 2, 116b.
 
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fuhrmannsstrasze, f. was fuhrstrasze.
 
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fuhrmannsstube, f. die in einem wirthshause zum aufenthalte der fuhrleute eingerichtete und bestimmte stube. eine im besondern für kutscher bestimmte wird kutscherstube genannt.
 
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fuhrmannstasche, f. eine grosze tasche, wie sie die fuhrleute bei sich führen:

(die grosze nase) geb ein guten spund für ein rüszne flaschen
oder ein löser an ein furmans taschen.
H. Sachs III (1588) 3, 11d.

sprichwörtlich: es ist ein grosser unterschied, ein fuhrmans tasche und ein beibeutel. Henisch 356, 32. 1283, 33. vielleicht ist fuhrmans tasch sp. 470 auch das wort fuhrmannstasche.
 
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fuhrmannswagen, m. ein groszer starker wagen, wie ihn die fuhrleute zum fahren von gütern, waaren u. dgl. auf den landstraszen haben müssen, plaustrum meritorium. Frisch 1, 305b. auch fuhrwagen.
 
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fuhrmannswirthschaft, f. eine wirthschaft, die besonders von den auf der landstrasze fahrenden fuhrleuten besucht wird, so wol blosz einkehrenden als auch übernachtenden.
 
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fuhrmannswinde, f. eine winde der fuhrleute, nach erfordernis den wagen in die höhe zu winden. es geschieht dies z. b. beim schmieren der räder.
 
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fuhrmasz, n. ein masz der erzader, mensura venae metallicae. Frischlinus nomencl. 114, wie Frisch 1, 305b anführt. ob ursprünglich so viel als ein masz, das eine fuhre ausmacht?
 
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fuhrmeister, m. ein inhaber von fuhrwerken zur beförderung von personen oder gut: dann weil die leute und fuhrmeister, auch wir selbst zaghaftig waren, haben wir uns nicht wollen in das wasser (die übergetretene, grosze eisschollen treibende, über steinwege rauschende Saale) begeben und gott versuchen. Luther br. 5, 780.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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