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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fuhrmannspeitsche bis fuhrmannstasche (Bd. 4, Sp. 471 bis 472)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuhrmannspeitsche, f. die starke, gewöhnlich mit einer langen schmitze versehene peitsche eines fuhrmanns. auf diese schmitze spielt wol die spöttisch auf einen, der verschmitzt zu sein glaubt, zielende sprichwörtliche redensart an er ist verschmitzt wie eine fuhrmannspeitsche. zeitvertreiber 510. complimentierbüchlein v. j. 1654 im Weim. jahrb. 1, 326.
 
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fuhrmannspferd, n. das pferd eines fuhrmanns. dann überhaupt ein groszes starkes pferd, wie es fuhrleute haben.

[Bd. 4, Sp. 472]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuhrmannsrecht, n. das das verhalten und die verbindlichkeit des fuhrmanns bei übernahme und beförderung von gütern und waaren betreffende recht. das fuhrmannsrecht von Salander (Frankf. 1715).
 
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fuhrmannsrock, m. ein besonderer langer rock, wie ihn fuhrleute tragen. furmannsrock, palla Suevica. Stieler 1573.
 
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fuhrmannsruf, m. der zuruf des fuhrmanns an die zugthiere, besonders die pferde: weil Sie doch das haho! (str. 19 der Lenore setzte nemlich Bürger zuerst haho! haho! ha hop hop hop) nicht leiden mögen, ob ich schon hier den fuhrmannsruf nicht, sondern einen reiterruf höre, so lesen Sie in dieser strofe: und als sie saszen, hop! hop! hop! (so im götting. musenalm. 1774 s. 221). Bürger an Boie 16. sept. 1773, i. d. werken 468b. aber die unter fuhrmannslaut (s. d.) angeführten har! hott! ji! je! oha! sind wirkliche fuhrmannsrufe.
 
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fuhrmannssprache, f. die aus zurufen an die zugthiere bestehende sprache. so benennt Logau 1, 125, 26 fuhrmanssprache

hotte, stoh,
tschwuid und o!


dann eine derbe grobe sprache, wie sie die fuhrleute reden: vive la langue françoise! ich weis nicht, es klingt im deutschen alles so hölzern. man kann in dieser wendischen sprache gar keinen charmanten gedanken anbringen. serieusement, wenn ich ein groszer herr in Deutschland wäre, so dürfte kein mensch deutsch reden, als die fuhrleute. die deutsche sprache ist zur fuhrmannssprache gebohren. Gellert lustspiele 294. endlich auch eine rede voll derber flüche.
 
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fuhrmannsstall, m. ein stall, in welchen nur fuhrleute ihre pferde stellen. der fuhrmannsstall bei der wirthschaft.
 
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fuhrmannsstern, m. was fuhrmann 6). fuhrmannsstern, arcturus, Bootes. Dentzler 2, 116b.
 
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fuhrmannsstrasze, f. was fuhrstrasze.
 
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fuhrmannsstube, f. die in einem wirthshause zum aufenthalte der fuhrleute eingerichtete und bestimmte stube. eine im besondern für kutscher bestimmte wird kutscherstube genannt.
 
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fuhrmannstasche, f. eine grosze tasche, wie sie die fuhrleute bei sich führen:

(die grosze nase) geb ein guten spund für ein rüszne flaschen
oder ein löser an ein furmans taschen.
H. Sachs III (1588) 3, 11d.

sprichwörtlich: es ist ein grosser unterschied, ein fuhrmans tasche und ein beibeutel. Henisch 356, 32. 1283, 33. vielleicht ist fuhrmans tasch sp. 470 auch das wort fuhrmannstasche.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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