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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fuhrherr bis fuhrleute (Bd. 4, Sp. 466 bis 467)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuhrherr, m. ein besitzer von fuhrwerken, besonders wagen, zur beförderung von personen oder sachen. der fuhrherr entliesz zwei seiner knechte, weil sie sich gegen reisende, die sie in ihren droschken fuhren, grob benommen hatten.
 
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fuhrig, führig, adj. nährend, nahrhaft, sättigend, ergibig (von speisen). nutricius, das erneert, erhalt und speyszt, frig. Frisius (1556) 888b und danach frig bei Maaler 145c; frig brot (das), panis cibarius. 152a; cibus firmus,cui opponitur imbecillis, starcke oder frige speysz. Frisius (1556) 565b, wonach frige starcke speysz bei Maaler 152b. furig, satiabilis.

[Bd. 4, Sp. 467]


Henisch 1278, 47; unfurig, das nit sättiget oder furet, insatiabilis, insaturabilis. 48. auch bei Schottelius s. 1321 »fuerig, satiabilis«, später hochdeutsch erloschen, aber noch schweiz. fuerig (Stalder 1, 404), in Appenzell e fuerigs essa, ein nahrhaftes essen (Tobler 206b), schwäb.-augsburg. fuerig (Birlinger 170b), bair. füerig (Schmeller 1, 557). von fuhren.
 
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führig, adj. , das heute nur noch weidmännisch gebraucht ist. ahd. fuorîc, fuorîg, blosz in zusammensetzungen und zwar in dem sinne »der natur nach führend oder tragend«. so in chornfuorîg, aristifer, ähren tragend, dornfuorîg, spiniger, dornen tragend, seimfuorîg, seim führend, im 12. jh. tôtfuorg (Diut. 3, 26. Karajan sprachdenkm. 81, 2) = tôtfuorîg, tod bringend. s. Graff 3, 599. mhd. kein beispiel. nhd. in zwei bedeutungen.
1) weidmännisch vom hunde: sich führen lassend. so heiszt ein führiger hund jeder hund, der sich an einer leine führen läszt (Hartig forst- u. weidmannsspr. 112), auch ein leit- oder schweiszhund, der schon ein jahr gearbeitet d. h. abgerichtet worden ist und sich also am hängeseil führen läszt. ungewis ob adj. oder adv. ist das wort in einen hund führig machen, einen jungen hund an das hängeseil gewöhnen, ihn abrichten, dasz er sich am hängeseil führen läszt, was am leichtesten dadurch geschieht, dasz man ihn hinter oder neben alten hunden her zieht. Heppe 167.
2) für fuhrwerk keinen anstosz beim »führen« d. h. fahren darbietend, eben, auch zum gehn eben. friger und ebner wäg, on anstosz, da eim nichts bösz begegnet, inoffensa via. Maaler 145c. bei Frisius (1556) 703a aber, woraus Maaler schöpft, steht färiger, doch führen und fahren fallen in beziehung auf fuhrwerk zusammen. vgl. DWB führen I 12).
 
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führig, adv. von dem vorigen adj., s. d.
 
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fuhrieren, fuhrierer, fuhrierung, s. furieren, furierer, furierung.
 
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fuhrkarren, fuhrkarn, m. ein karren zur fuhre von frachten. fuhr- sive lastkarn, cisium onerarium. Stieler 931.
 
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fuhrkerl, m. ein bauer, der eine fuhre leitet. in Livland, s. Gutzeit 1, 300b. überhaupt für fuhrmann in derbem ausdrucke: eine der interessantesten psychologischen beobachtungen war mir auf dieser fahrt der junge, aufgeräumte — fuhrkerl. Niebuhrs leben 2, 16. vorher wird derselbe fuhrmann genannt.
 
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fuhrknecht, m. carrucarius, vectarius servus (Stieler 994. Steinbach 1, 883), famulus jumentarius (Haas 208b). zuerst bei Alberus dictionar. dd 1b: furknecht oder knab, qui in vehiculo assidens ministrat.
1) dienender wagenlenker, wagenführer, θεράπων:

müd ist dein fuhrknecht und verdrossen,
ubel steht es mit deinen rossen,
darumb so sitz auff meinen wagen.
Spreng Il. (1610) s. 96b = Ἰλ. 8, 104;

Diomedes scheuszt auff Hectorem und trifft seinen fuhrknecht. 97a am rande, zu der stelle Ἰλ. 8, 119.
2) ein für fuhren gedingter knecht, ein knecht bei fuhrwerk: desz andern tages wird der fuhrknecht in die statt gesendet, etliche fässer hinaus zu der weinlese zu führen. Harsdörfer mordgesch. nr. 88, 7.
3) im besondern auf groszen landgütern oder höfen ein knecht für die bei der landwirthschaft zu verrichtenden fuhren. zum unterschiede von dem ackerknecht, pferdeknecht.
4) hier und da der knecht eines fuhrmanns, ein fuhrmannsknecht. Adelung. Campe. so auch in einem Eifler volksliede:

es sollt ein fuhrknecht fahrn,
sechs röszcher spannt er an,
er hat so lang gefahren ...
bis nach Straszburg in die stadt.
Schmitz 144.


5) ein fuhrsoldat, trainsoldat: die fuhrknecht mögen nit reuter erlaufen. Fronsperger 1, 67a.
 
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fuhrkosten, ein pl., die kosten für eine fuhre oder fuhren, so wol bei beförderung von personen als auch von fracht. im letzten fall dasselbe was frachtgeld.
 
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fuhrkunst, f. die kunst, ein fuhrwerk zu lenken.

dann seine pferd als müd und matt
vor alter wolten nicht von statt
die fuhrkunst er auch zu der stund
nit nach dem besten brauchen kund.
Spreng Il. (1610) s. 327b = Ἰλ. 23, 531.


 
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fuhrleute, der allgemein übliche pl. von fuhrmann (s. d.). im besondern hieszen in Livland ehemals die stall- und postknechte der rigischen station so. Gutzeit 1, 300b.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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