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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
führersorge bis fuhrgeschäft (Bd. 4, Sp. 465 bis 466)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) führersorge, f. die sorge, die ein führer als solcher hat oder haben musz. so heiszt es vom könig Altamor als führer seines volkes in der schlacht:

da kommen Gottfried und Rinald, und jagen
und tödten seine schaar, fast unverwehrt.
der (Armida schützende) unglückselge siehts und kanns ertragen,
denn mehr ist lieb, als führersorg, ihm werth.
er sichert jene.
Gries Tassos befr. J. 20, 70.

[Bd. 4, Sp. 466]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) führertritt, m. ein tritt, den einer thut, indem er führt, oder ein tritt, um zu führen. bildlich:

durch die gipfelgänge
jagt er (der felsenquell) bunten kieseln nach,
und mit frühem führertritt
reiszt er seine bruderquellen
mit sich fort.
Göthe 2, 55.


 
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fuhrfahren, mit einem wagen fahren. bair., wo man fuerfaren spricht. Schmeller 1, 556.
 
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fuhrfahrt, f. die fahrt mit einem wagen. bair., wo fuerfart. Schmeller ebenda.
 
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fuhrfährter, m. ein fuhrmann, der mit einem wagen fährt: die vier fuerferter, welche geen Müldorf mit dem salz faren. Lori baier. bergrecht 31 zum jahre 1442 bei Schmeller ebenda.
 
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fuhrfasz, führfasz, n. ein weinfasz von der grösze, dasz es von éinem pferde »geführt« d. h. gefahren werden kann, also eine »fuhre« d. i. ladung ausmacht. für-, führfasz bei Fulda idiotikensammlung (Berlin 1788) s. 111a und Schmid 211. eben so in der würtemberg. herbstordnung v. j. 1607 (1651) § 41, wo die vorschrift dasz jedes herpsts von newem alle fuhrfasz recht und ordentlich geychen (d. i. ge-îchen, geeicht), und die eich (das eichzeichen) ... auf die fasz geschnitten werde, und niemands kein ungeychen fuhrfasz mehr führe. in Livland ist fuhrfasz ein fasz, in dem brantwein verführt wird. Gutzeit 1, 300b.
 
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fuhrfrohne, f. eine in »fuhren« bestehende d. h. mit fuhrwerk zu leistende »frohne«, spanndienst. vgl. DWB frohnfuhr.
 
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fuhrgeld, n. geld für beförderung oder fortschaffung durch eine fuhre, fahrgeld, frachtgeld. mitteld. (14. jh.) fûrgëlt. Behrend Magdeburger fragen s. 243. das postgeld, fuhrgeld, oder die fracht, für »porto«. Gottsched sprachkunst 1748 s. 158. kutscher und passagier zankten sich wegen des fuhrgeldes.
 
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fuhrgelegenheit, f. eine gelegenheit zur beförderung von personen oder sachen durch eine »fuhre«. üblichere benennung einer solchen gelegenheit für personen ist fahrgelegenheit.
 
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fuhrgeräth, n. das schwere geräth, das mittelst wagen fortgebracht werden musz. das fuhr- und packgeräth des heeres, die schwere bagage. s. Adelung u. Campe.
 
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fuhrgeschäft, n. ein geschäft das in der beförderung von personen durch »fuhren« besteht. ein fuhr- und frachtgeschäft. doch auch von der regelmäszigen beförderung von gütern und waaren durch fuhren.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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