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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
führerlos bis fuhrfährter (Bd. 4, Sp. 465 bis 466)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) führerlos, adj. keinen führer habend:

... kümmernisz, wie eure reise ginge,
da ihr diesz land nicht kennt, das einem fremden,
der führerlos und freundlos, oft sich rauh
und unwirthbar erzeigt.
A. W. Schlegel Shaksp. was ihr wollt 3, 3.

ein führerloser bergwanderer kann leicht in gefahr kommen, sich zu verirren. der trunkne knecht blieb zurück und die führerlosen pferde zogen ihren wagen auf der strasze ruhig weiter. von schiffen: die führerlosen schiffe langten einzeln und zerstreut ... an. Schiller 873a, vgl. DWB führer 6) b).
In andern stellen ist es zweifelhaft, ob das adj. oder das von diesem gebildete gleichlautende adv. steht:

auf ungebahnten pfaden keuchen
die pilgrime der liebe fort:
hoch schlägt ihr herz, den sichern port
noch vor der sonne zu erreichen.
sie wallen führerlos daher,
von osten sie, von westen er.
Wieland 9, 211.


 
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führerrolle, f. das einem als führer zukommende handeln.
 
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führerschaft, f.
1) der oberbefehl über ein heer, eine flotte oder über verbundene heere oder flotten. so hatte in der schlacht bei Navarin am 20. october 1827 der englische admiral Edward Codrington die führerschaft der vereinigten englischen, französischen und russischen flotten.
2) die oberleitung bei einer verbindung, einer genossenschaft. die führerschaft einer partei in einem abgeordnetenhause haben. auch insbesondere die oberleitung in einer staatenverbindung, der vorrang eines staates vor den andern in derselben bei äuszeren wie auch inneren angelegenheiten. die führerschaft im alten Griechenland hatte Sparta, aber Athen suchte sie neben diesem zu erringen. die führerschaft in Deutschland.
 
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führerschaftskreis, m. der umfang der bei einer führerschaft zukommenden thätigkeit.
 
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führerstab, m. der stab als zeichen der befehlenden gewalt, der befehlstab (Herder), der commandostab, der feldherrnstab:

nie wird der führerstab von Judah weichen:
nie weicht der heldenstab von seinen zügen.
Herder geist d. ebr. p. 2, 195, vgl. DWB führer 3) a).


 
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führerstelle, f. die stelle oder das amt eines führers. eine führerstelle ausschreiben, um welche sich der gegend kundige bewerben können. er trat von der führerstelle ab und überliesz sie einem jüngern, rüstigeren feldherrn.
 
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führersorge, f. die sorge, die ein führer als solcher hat oder haben musz. so heiszt es vom könig Altamor als führer seines volkes in der schlacht:

da kommen Gottfried und Rinald, und jagen
und tödten seine schaar, fast unverwehrt.
der (Armida schützende) unglückselge siehts und kanns ertragen,
denn mehr ist lieb, als führersorg, ihm werth.
er sichert jene.
Gries Tassos befr. J. 20, 70.

[Bd. 4, Sp. 466]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) führertritt, m. ein tritt, den einer thut, indem er führt, oder ein tritt, um zu führen. bildlich:

durch die gipfelgänge
jagt er (der felsenquell) bunten kieseln nach,
und mit frühem führertritt
reiszt er seine bruderquellen
mit sich fort.
Göthe 2, 55.


 
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fuhrfahren, mit einem wagen fahren. bair., wo man fuerfaren spricht. Schmeller 1, 556.
 
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fuhrfahrt, f. die fahrt mit einem wagen. bair., wo fuerfart. Schmeller ebenda.
 
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fuhrfährter, m. ein fuhrmann, der mit einem wagen fährt: die vier fuerferter, welche geen Müldorf mit dem salz faren. Lori baier. bergrecht 31 zum jahre 1442 bei Schmeller ebenda.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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