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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fühlich bis fühllich (Bd. 4, Sp. 419 bis 420)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fühlich [fülich], s. fühllich.
 
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fühlicht [fülicht], adj. was fühlig (s. d.). der fülichte sinn leidet sowol von übermäsziger hitze als unleidlicher kälte schaden, sensus tactilis tam a nimio calore, quam a nimio frigore laeditur. Stieler 580. davon das gleichlautende und gleichbedeutende adverbium. ebenda.
 
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fühlig [fülig], adj. was fühlend als adj., sensilis, sensibilis. Henisch 1278, 58 und danach Stieler 580, der fülig schreibt und das wort nicht allein mit fülend, sondern auch mit fülicht, fülbar (s. d.), fülhaft und fülsam zusammenfaszt. heute nur noch in zusammensetzungen wie feinfühlig, zartfühlig.
 
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fühlig [fülig], adv. vom vorigen adj., sensiliter, sensibiliter. Stieler 580.
 
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fühlkäfer [fülkäfer], m. pselaphus. der kleine käfer hat elfgliedrige fühlhörner.
 
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fühlkolbe [fülkolbe], m. der zum fühlen dienende kolbe an dem oberen ende des fühlhornes: das letzte glied (der fühlhörner des schwarzen stinkenden erd- und mistkäfers), so an statt des fühlkolbens etwas zugespitzt ist. Frisch insecten 13, 27, 29. gewöhnlicher aber ist der kleinheit wegen bei Frisch fühlkölblein.
 
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fühlkolbenartig [fülkolbenartig], adj. antennatus, von den strahlen oder haaren einer fruchtkrone (pappus), die an ihrem ende kolbig verdickt sind. in der pflanzenkunde, doch wenig gebräuchlich. Bischoff wb. der beschreibenden botanik (Stuttgart 1839) s. 15 f.
 
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fühlkölblein [fülkölblein], n.
1) das zum fühlen dienende kölblein, in welches das fühlhorn bei vielen insecten oben

[Bd. 4, Sp. 420]


an der spitze endigt: neben am kopf (des gelben mehlwurms) gehen zwei fühlhörner heraus, als ein bart, welche aus drei gliedern bestehen, nemlich aus dem knopf, auf dem sie sich in der haut oder am kopf bewegen, aus dem mittelstücke, so der längste theil ist, und aus der spitze oder dem fühlkölblein, womit der wurm, der keine augen hat, alles, sonderlich wo er hinkriechen will und was zu seiner speise dienet, befühlet und erkennen kan, indem er es sehr subtil damit berührt. Frisch insecten 3, 1; die fühlhörner (der groszen schlupfwespe, ichneumon) stehen auf einem kegelknopf, auf welchem noch zwei flachrunde sind, und haben 10 absätze oder gelenke, davon das vorderste, als das fühlkölblein, etwas dicker als die andern ist. 4, 23; die hörner (fühlhörner der auf dem kohl lebenden blattlaus) haben sechs gelenke, davon das oberste das längste und dünneste, mit einem subtilen fühlkölblein. 11, 11; das äusserste gelenk dient zum fühlkölblein. 13, 16, 10; an den folgenden zwei absätzen ist das längliche fühlkölblein. s. 26, 28. neben dem ausdrucke fühlhorn auch blosz kölblein genannt: die daneben (neben den flügeln) liegende kölblein von den fühlhörnern. Frisch insecten 4, 8; die fühlhörner haben ein schwarzes kölblein mit einem pomeranzengelben punct an der spitze. s. 9.
2) das im ganzen dickere fühlhorn, die im ganzen dickere fühlspitze: teils haben (die wespen) dünne fühlspitzen mit vielen gelenken, die oft über 50 steigen, teils dicke als kleine würstlein und können fühlkölblein heiszen. Frisch insecten 2, 3. wie bei 1), neben fühlhorn, fühlspitze und deren diminutiven auch blosz kölblein: bei dem schwanz an stehen die zwei fühlspitzlein oder kölblein. 11, 11.
 
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fühlkraft [fülkraft], f. die fähigkeit zu fühlen, die kraft zu fühlen. vgl. DWB fühlen I.

gebt ihm nur zu des äuszern blicks
ersatz die fühlkraft eines blinden,
wird er, kraft männlichen geschicks,
schon selbst zum gipfel seines glücks
sich über thal und berge winden.
Thümmel d. heil. Kilian 24.


 
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fühlkraut [fülkraut], n.
1) mimosa, das sinnkraut, die sinnpflanze, insbesondere mimosa pudica und mimosa sensitiva, von welchen beiden pflanzen die blätter so reizbar sind, dasz sie, namentlich bei warmer witterung, sich bei der geringsten berührung zusammenziehen, als wenn sie gefühl hätten. ... verschämtes fühl-kraut, dessen blätter sich bei einer nur nähernden hand oder berührung vom staube welken und zusammenschlüssen. Lohenstein Arm. 1, 608.
2) chenopodium vulvaria. Holl 113a. 114b.
 
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fühllich [füllich], in dem sinne von fühlig, ist zwar nicht nachzuweisen, aber immerhin möglich, denn wie sich ein mitteld. adj. gevûllich (myst. 1, 225, 23) durch zusammensetzung des verbums gevûlen fühlen mit lich gebildet hatte, eben so konnte auch aus einer zusammensetzung des einfachen vûlen unsers nhd. fühlen mit diesem lich ein mitteld. vûllich hervorgehn, welches natürlich im nhd. füllich, fühllich oder mit auswerfen eines l fülich, fühlich sein würde. ein übergang in fühlig, so dasz dieses aus fühllich geworden wäre wie durch misverstand adelig (s. adelich), tadelig (s. tadelich, wie Luther schrieb), unzählig, zweifelig aus adellich, tadellich, unzähllich, zweifellich, ist schon darum nicht anzunehmen, weil dann Henisch eben so wol fühlich geschrieben haben würde, wie er sp. 21 adelich, sp. 877, 29 unzehlich schreibt, auch an dem ebenfalls mit lich zusammengesetzten billich festhält, wenn er gleich billigkeit, sp. 381, 34 billiglich und ebenda z. 43 neben billichen einmal billigen hat.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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