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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fugenschnitt bis fugge (Bd. 4, Sp. 393 bis 394)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fugenschnitt, m.
1) die formierung der flächen an den werkstücken, dasz diese sich ohne verbindungsmittel in geraden, schiefen oder runden mauern, in bogen und wölbungen halten können und so die beabsichtigte form eines bauwerkes möglich wird.
2) in der wappenkunde eine theilung des schildes, bei der die zinne aufrecht steht.
 
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fugenstein, m. was kreuzstein, silex cruciformis.
 
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fugenweise, adv. in der weise eines fuge genannten tonstücks. der lobgesang der menschheit, dem die gottheit so gerne zuhören mag, ist niemals verstummt, und wir selbst fühlen ein göttliches glück, wenn wir die durch alle zeiten und gegenden vertheilten harmonischen ausströmungen bald in einzelnen stimmen, in einzelnen chören, bald fugenweise, bald in einem herrlichen vollgesang vernehmen. Göthe 53, 75.
 
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fugenwerk, n. im seewesen die sämmtlichen inhölzer d. h. die rippen des schiffes. bei den zimmerleuten und schreinern das verschiedentlich zusammengefügte, insofern es ein ganzes bildet.
 
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fuger, m. einer der willfährig ist, der nachgibig ist, »obsecundans, connivens, permittens, consentiens«. Stieler 577. von fugen.
 
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füger, m. eigentlich überhaupt einer der fügt. von fügen I. zusamenfuger, conbinator. voc. 1482 qq 4a.
im besondern ein anordner, eine der ordnung schaft, der in ordnung bringt, »diribitor, ordinator, director«. Stieler 577. schon ahd., doch erst im 11. jh., fuogâri, vuogâri, ordinator, strator (Graff 3, 424. 5, 748). nach dieser bedeutung wurde dann das wort auch familienname.
 
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fügerin, f.
1) eine geschlechtliche verbindung zwischen zweien bewirkende weibliche person. dies zeigt sich deutlich in mhd. êfuegerin, pronuba. voc. opt. s. 14b (2, 60). vornehmlich aber wird die kupplerin fügerin genannt, wie sie auch heute noch im schwäbischen heiszt (Schmid 208), und in demselben sinne findet sich mhd. vüegerinne:

eines morgens siu getrat
zeim alten wîbe in die stat,
diu was ein vüegerinne
und wiste ouch solhe minne. GA. 2, 267, 93;

dô sprach diu vüegerinne:
lâ trüeben nicht die sinne
liebe tohter. 268, 121;

daʒ geschuof diu vüegærinne
und der junge lôse lîp. 272, 272.

die bedeutung fehlt bei Ben. 3, 443a, wo nur die folgende angegeben ist.
2) die etwas in ordnung bringt, die etwas zuwege bringt, die bewerkstelligt, die schaft, die gewährt. dies geht deutlich hervor, wenn Heinrich von Sax MSH. 1, 93a, 3, 2 singt

Minne, süeʒiu vüegærinne,
dû vüege daʒ mîn wërde rât!
dû twing ir hërze und alle ir sinne
rëhte als si mich betwungen hât.

auch Walther 46, 32 singt:

aller wërdekeit ein füegerinne,
daʒ sît ir zewâre, frowe Mâʒe.
ein sælic man, dër iuwer lêre hât!

dann Chuonrât der schenke von Landegge MSH. 1, 362a, 4:

Minne ist lieb ein vüegærîn:
Minne müeʒe
mit ir süeʒe
lieben mich der vrouwen mîn. MSH. 1, 362a, 4;


Von füger, s. d.
 
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fügestück, n. was fügeholz.
 
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fügewort, n. conjunctio, ein zur verbindung zweier sätze dienendes wort, das zugleich die beziehung ausdrückt, in der dieselben zu einander stehn. eine bildung des 17. jh., zuerst bei Schottelius teutsche sprachkunst (1641) s. 523, wo, wie auch in

[Bd. 4, Sp. 394]


der späteren ausführlichen bearbeitung, der teutschen haubtsprache, s. 664, folgendermaszen erklärt wird: das fügewort ist ein unwandelbar wort, also und dahero genant, dasz, wenn es in einer rede gebrauchet wird, sich ein ander wort oder ein theil der sprüchrede darnach fügen müssen. aber trotzdem dasz auch Stieler hochd. sprachkunst 198 sich in gleicher weise ausspricht, wurde bei dem ausdrucke, der conjunctio verdeutschen sollte, zunächst doch wol an fügen in der bedeutung verbinden gedacht. mit Schottelius gebrauchte ihn Gueintz, und so blieb er üblich, bis 1748 Gottsched in seiner deutschen sprachkunst s. 122 f., 327 f. und 440 ff. bindewort einführte, das trotz Adelungs bemerkung in seinem lehrgebäude 1, 281, dasz die benennung nicht richtig sei, indem nur ein theil der conjunctionen verbinde, andere aber andere verhältnisse bezeichneten, allgemein gebräuchlich wurde und dies selbst heute noch ist. auch gibt Adelung wb. (1. ausg.) 2, 336 die üblichkeit von bindewort zu, indem er fügewort als ein von einigen ältern sprachlehrern angenommenes wort bezeichnet. übrigens war bindewort, das zuerst bei Stieler 2578 erscheint, wo es durch conjunctio copulativa, connexio verborum erklärt wird, vor Gottsched unbeachtet und durch jenes ältere fügewort unterdrückt, neben welcher form eben Stieler hochd. sprachkunst 193 u. 242 auch fügwort hat, das noch von Frisch, der bindewort nicht anführt, 1, 303c ausdrücklich als ein neu gemachtes wort für lat. conjunctio in der grammatik genannt wird. nachdem bindewort herschend geworden, kommt fügewort einigemal in anderem oder in beschränktem sinne vor. so hat Karl Philipp Moritz sprachl. (1791) s. 184 ff. den ausdruck für die praeposition, und Wilhelm Wackernagel scheidet in seinem wb. zum altd. leseb. fügewort und bindewort, indem er mit diesem die conjunction bezeichnet, welche beigeordnete sätze verbindet, mit jenem aber die, durch welche ein untergeordneter satz zu dem gefügt wird, dem er untergeordnet ist. hiernach sind aber, und, oder, weder, noch u. s. w. bindewörter, dagegen dasz, ob, seit, wenn u. s. w. fügewörter. s. auch fügwort.
 
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fügezange, fügezwinge, f. die reifzange.
 
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fugge, f., in guter fugge sein = die gewogenheit haben zu bewirken. Luthers briefe 5, 402 (s. die stelle vollständig unter fündlihaus) scheint fuge. verdoppelung des g statt des einfachen, auch nach langem vocale, kommt hie und da vor, selbst schon mhd., wofür belege bei Weinhold alemann. gramm. 184.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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