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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fügehobel bis fugen (Bd. 4, Sp. 382 bis 383)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fügehobel, m. bei den tischlern oder schreinern ein von zwei personen geführter hobel, die falze, fugen und nuthen an den durch dieselben »zusammenzufügenden« bretern zu ziehen, die fügebank. Adelung. bei Frisch 1, 303c fughobel, weil mit ihm die fugen gezogen werden.
 
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fügeholz, n. ein holz, das an ein anderes gefügt werden soll.
 
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fugeisen, n. ein eisernes werkzeug der maurer, mit welchem diese den kalk in die zwischen den steinen befindlichen »fugen« der mauer streichen. Campe.
 
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fügeisen, n., eins mit fügeeisen, s. d.
 
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fugel, m., haben mundarten für fogel oder, wie wir zu schreiben pflegen, vogel. so die Wetterauer mundart, in der man fu'l spricht, die zu Sonneberg im Meininger oberlande, aus welcher Schleicher volksthümliches aus Sonneberg s. 17 fûeghel anführt, die der fürstenthümer Göttingen und Grubenhagen, in der man fugel neben fogel hört (Schambach 282b), die Siegerländer, in der vugel neben vougel gesagt wird (Schütz Siegerländer sprachidiom 1, 12), die der gegend von Elberfeld, in der vugel üblich ist (Frommann 4, 260 f.), die des südlich der Ruhr gelegenen berglandes, der fuĕgel eigen ist (Frommann 6, 48). die sich demnach nur in gegenden Mitteldeutschlands, spärlicher des angrenzenden Niederdeutschlands zeigende form fuszt auf alts. fugal, fugl, welches mit seinem ungebrochnen u sogar in die höchstwahrscheinlich nach dem Niederrhein hin auf der linken seite des flusses entstandene ahd. übersetzung des Tatian eingedrungen ist, denn, während ahd. überall fokal, fogal vorkommt, hat dieselbe (s. cap. 38, 2. 51, 2. 71, 2. 73, 2) fugal, das auszerdem ahd. nur noch in dohfugal, mergulus, taucher, tauchente, aus den dem 10. jh. angehörenden Tegernseer glossen nachzuweisen ist, aus welchen es Docen in seinen miscell. 1, 208b verzeichnet hat. ein mhd. vugel findet sich nirgends, nur vogel; dagegen könnte es mitteld. vorkommen und wirklich führt Diefenbach 628b aus einem handschriftlichen glossar des 15. jh. fugel an.
Auffallend erscheint die form bei Keisersberg. während nemlich in den drucken seiner schriften fogel (s. d.) beliebt ist, steht in der seltner vorkommenden bedeutung »das von der befruchtung durch das männchen im ei befindliche samenklümpchen« fugel:

[Bd. 4, Sp. 383]


wann dieselb weisse (dasselbe weisze im ei) hat ain flecklin, nennet man den fugel. schif der pen. 112a. es ist nichts anders als vogel, wie auch Jacob Grimm wb. 3, 1745 unter flecklein angibt. schwerlich aber ist fugel der mundart des Elsasses entnommen, denn diese hat für vogel, avis, die form veaujel (Arnold pfingstmontag 60. 121. 139), und warum sollte in jener bedeutung vom flecklein im ei eine andere gebraucht sein.
 
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fugeler, fugler, m., könnte, wie fugel für fogel, für fogeler (s. d.) oder nach unserer gewohnten schreibweise vogler vorkommen. mir mangelt aber jeder beleg. nur läszt sich anführen ein alts. Fugleri, Vugleri, jetzt der Vogler, als name eines im herzogthum Braunschweig nördlich von Holzminden gelegenen berges (Förstemann 2, 1624), woneben die ahd. form Vogilari (ebenda s. 534).
 
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fügelerin, füglerin, f. was fügerin, kupplerin. dies nach mhd. fglerin, in welches von »lena, flerin« eines dem 13. jh. angehörenden Reichenauer glossars das letzte wort in der handschrift verbessert wurde. s. Mone anzeiger 8, 397, 12. fglerin aber läszt auf ein mhd. vüegeler in dem sinne von kuppler schlieszen, das von fügeln = kuppeln abgeleitet ist. sonst hat mhd. vüeglerinne die bedeutung schlieszerin, thürhüterin:

ich bin die fueglerin genant,
dër tür ich hie huet. Liedersaal 1, 200, 72.

s. das gleichbedeutende mhd. vüegel unter fügeln, kuppeln.
 
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fugeln, auf dem eise gleiten (s. schleifen), auf dem schlitten fahren. thüringisch, s. Frommann 4, 263, der das wort aus Keller Thüringer idiot. 22 anführt. der ursprung ist dunkel.
 
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fügeln, für vogeln, calcare. Megenberg 216, 16.
 
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fügeln, kuppeln. ein sich aus »fornicationem promovere, fgelôn« in dem unter fügelerin erwähnten Reichenauer glossar bei Mone anz. 8, 397, 13 ergebendes wort, dessen rein mhd. form vüegeln sein würde, abgeleitet von dem mhd. femininum vüegel = schlieszerin, thürhüterin, welches in folgender stelle des Liedersaals aufbewahrt ist:

die fuegel nam mich bî der hant,
si gieng mit mir unz dâ ich vant
mîn pfërt, dâ ich ëʒ lieʒ stân. 1, 208, 363.

diese fuegel aber ist dieselbe person, die vorher s. 200, 72 fueglerin genannt wurde (s. fügelerin), und so wird auch jener ausdruck die bedeutung kupplerin gehabt haben, in welcher füglerin sich findet. abgeleitet ist vüegel von mhd. vüegen (s. DWB fügen) in der bedeutung eins zum andern verbinden, vereinigen, nach welcher, da mhd. vüegerin in dem sinne von kupplerin steht (s. fügerin), sich die von kuppeln entwickelt haben muste, in der übrigens das verbum selbst nirgends erscheint. doch vgl. DWB fugen III 1).
 
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fugen , eins mit fügen (s. d.), nur ohne umlaut erhalten. es steht
I. transitiv in den bedeutungen
1) passend d. h. wolanschlieszend verbinden: und fugeten sie (es ist eine von einander gesägte stange gemeint) genau wieder an einander. Heilmann übers. des Thucyd. 586; dieser aus vielen stücken zusammen gefugte streifen papier. Winkelmann 2, 102; die gräben (von Heilbronn) sind sehr tief und fast bis herauf gemauert, die mauern hoch und aus quaderstücken gut gefugt und in den neuern zeiten genau verstrichen. Göthe 43, 70;

nicht die äuszre nichtge jugend,
um die innre fleh ich dich,
welche, lieb und töne fugend,
schöne göttin, spiel um dich.
Rückert 2 (lied an die morgenröthe);

die mönche konnten mittlerweil
baumstämme zusammenfugen.
Heine romanzero 26.


bildlich: ein fest gefugtes anwesen hat so viel innere stetigkeit. Auerbach dorfgesch. 4, 21; ein noch so fein gefugter (= in allen seinen theilen fest anschlieszender, in einander greifender) neuer gesellschaftsplan. schriften 20, 246.
Mitunter, wie in der stelle von Göthe, zumal wenn man bei diesem 40, 259

wo der stein aus der fuge sich rückt und nicht wieder gesetzt
wird

vergleicht, erinnert fugen so lebhaft an fuge, dasz sich der glaube aufdrängt, es sei hier von diesem letzten worte abgeleitet. allein die ableitung ist eine nur scheinbare, keine wirkliche, selbst in der folgenden bedeutung, die noch enger an die von fuge tritt.
2) in eine fuge oder wie in eine fuge einpassen: man sicht den tag durch d'fug, sie ist ubel gefugt. Henisch 1277, 27 nach Maaler, vgl. DWB fuge 1). diese breter sind gut gefugt. der glaser hat die fensterscheiben wol ins blei gefugt.

[Bd. 4, Sp. 384]


der wil, dasz seinetwegen sich
umwende jedes rad,
das gott so gottesmeisterlich
ins gleis gefuget hat.
Gleim 4, 236.


3) zukommen machen, ertheilen, nach wunsch thun. vgl. DWB fügen I 4). mit dat. der person: was dem herrn hirinnen und sonst ferner gefugt werden kan, darzu hat er alzeit fertig-bereit seinen u. s. w. als schlusz eines briefes in Butschkys kanzl. 493. in diesem sinne steht fugen nur sehr selten, desto häufiger aber fügen.
II. reflexiv in der bedeutung: sich wolanschlieszend verbinden, sich in fugen oder wie in fugen fest verbinden.

riesenhaftig grosz
wächst meines volkes jugend
ein eherner koloss
gliederstark sich fugend.
Rückert 146.


auch hier liesze sich an ableitung des wortes von fuge denken, doch ist dieselbe, wie bei den eben angeführten bedeutungen, eine blosz scheinbare.
III. intransitiv in den bedeutungen
1) eine probenacht halten. im Bregenzer wald (Schmid 208). vgl. DWB fügeln und DWB fügerin.
2) angemessen sein, passen:

wer reden wil, so er nit sol,
der fgt in narren orden wol.
Brant narrensch. 19, 6;

die fgt dir nit zu ainem weib,
nu fr si pald hinwider ausz!
Uhland volksl. 197, 8;

meine eltern meinten, das liebe mädchen würde in ihre verhältnisse nicht mehr fugen und passen. W. O. (Örtel) von Horn rhein. dorfgesch. 1, 202.
3) nach wunsch sein, nach willen sein, günstig sein:

wohl dem, der in sich kan ruhn,
der läszt seine segel nieder,
wenn das wetter hat sein spiel
und der wind nicht fugen wil.
Fleming 328;

gott, der leitstern, ist nicht trübe,
zeigt den weg auf fremder see.
eurer hohen fürsten liebe
sein die brüder Helene.
wind und fluht fugt nach begehren
durch so manche wünsch und zähren. 483.

gewöhnlich aber mit dat. der person: diejenigen, welchen das glück ... gefuget. Olearius pers. reisebeschr. 1, 1; vielleicht möcht ihm das glück in der frembde besser als in seinem vaterlande fugen. pers. rosenthal 3, 27; im besondern aber sagt man einem fugen in dem sinne: nach dessen willen thun, ihm willfahren, sich nachgibig gegen ihn bezeigen. wolte sonst gerne e. gn. hirinnen fugen. Butschky kanzl. 854; dieser (Eudämon) versicherte hingegen Vocionen mit groszen betheuerungen ihr zu helfen, wenn ihm die benöthigten mittel und gelegenheit dazu verschafft würden. als ihm nun in allem zu fugen versprochen, ja alles selbst nach belieben anzugeben enträumet ward, erkiesete er hierzu die tiefste einöde des gabretischen waldes. Lohenstein Arm. 2, 917a; er fugt ihm in allen stücken, indulget ei in omnibus. Stieler 576; ich will dir hierinne gerne fugen, hac in re impedimento tibi non ero. ebenda;

die mutter seufzt.sie wuszte freilich wohl,
wie sehr man oft den kindern fugen soll.
Hagedorn 2, 337 = (1764) s. 175,

d. h. nachgibig sein soll. fugen, iemanden zu willen sein. Schmotther 350a; ich kann ihnen hierin unmöglich fugen. Heynatz antibarb. 1, 429.
4) erwünscht sein und zum vortheil gereichen, zum nutzen gereichen, zuträglich sein. ebenfalls mit dat. der person: es fugt mir, gereicht mir zum vortheil, ist mir nützlich.

zuom vierden mal scholt wissen daʒ,
daʒ die speis dir fuget baʒ
so der hunger mit dir vicht.
Wittenweiler ring 27b, 4;

du hast fast alles angewendet
was deiner liebe fugt.
B. Neukirch bei
Adelung;

wenn es meinen absichten fugt, lasse ich es mir gefallen. Heynatz antibarb. a. a. o.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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