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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
füge bis fügelerin (Bd. 4, Sp. 382 bis 383)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) füge, gekürzt füg,adj., nur in den zusammengesetzten adj. gefüge, ungefüge, kleinfüge. s. die wörter und fügig.
 
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fügebank, f.
1) eine an der wand befestigte bank, scabellum junctorium. Stieler 93 und danach Steinbach 1, 62, der aber in seiner schlesischen mundart fügebanke schreibt.
2) ein der gestalt nach einer bank vergleichbarer hobel und zwar:
a) bei den tischlern oder schreinern der grosze etwa drei fusz lange, von 2 personen geführte schlichthobel, die schärfen an den zusammenzufügenden bretern gerade und glatt zu hobeln.
b) bei den faszbindern oder küfern der grosze liegende hobel, die seiten der faszdauben zum genauen aneinanderfügen eben und glatt zu machen, runcina doliaria. Frisch 1, 303b f.
auch fügbaum, fügehobel, stoszbank.
 
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fügeblock, fügebock, m. bei den stellmachern ein starkes senkrechtes holz mit drei füszen und oberwärts einem zapfen, auf den die ausgebohrte nabe gesteckt wird, um nach maszgabe der speichen die länge der felgen bestimmen zu können. Campe.
 
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fügeeisen, fügeisen, n.
1) das scharfe eisen in der fügebank der faszbinder oder küfer, ferrum runcinae doliariae. Frisch 1, 303c.
2) bei den glasern ein hakiges werkzeug, die nach dem schneiden und abbrechen der einzusetzenden fensterscheiben u. dgl. an denselben verbliebenen überstehenden zacken u. s. w. abzukneipen, was in der handwerkssprache abfügen heiszt, auch abfiedern, weshalb neben fügeeisen noch fiedermesser gesagt wird.
 
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fügehobel, m. bei den tischlern oder schreinern ein von zwei personen geführter hobel, die falze, fugen und nuthen an den durch dieselben »zusammenzufügenden« bretern zu ziehen, die fügebank. Adelung. bei Frisch 1, 303c fughobel, weil mit ihm die fugen gezogen werden.
 
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fügeholz, n. ein holz, das an ein anderes gefügt werden soll.
 
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fugeisen, n. ein eisernes werkzeug der maurer, mit welchem diese den kalk in die zwischen den steinen befindlichen »fugen« der mauer streichen. Campe.
 
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fügeisen, n., eins mit fügeeisen, s. d.
 
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fugel, m., haben mundarten für fogel oder, wie wir zu schreiben pflegen, vogel. so die Wetterauer mundart, in der man fu'l spricht, die zu Sonneberg im Meininger oberlande, aus welcher Schleicher volksthümliches aus Sonneberg s. 17 fûeghel anführt, die der fürstenthümer Göttingen und Grubenhagen, in der man fugel neben fogel hört (Schambach 282b), die Siegerländer, in der vugel neben vougel gesagt wird (Schütz Siegerländer sprachidiom 1, 12), die der gegend von Elberfeld, in der vugel üblich ist (Frommann 4, 260 f.), die des südlich der Ruhr gelegenen berglandes, der fuĕgel eigen ist (Frommann 6, 48). die sich demnach nur in gegenden Mitteldeutschlands, spärlicher des angrenzenden Niederdeutschlands zeigende form fuszt auf alts. fugal, fugl, welches mit seinem ungebrochnen u sogar in die höchstwahrscheinlich nach dem Niederrhein hin auf der linken seite des flusses entstandene ahd. übersetzung des Tatian eingedrungen ist, denn, während ahd. überall fokal, fogal vorkommt, hat dieselbe (s. cap. 38, 2. 51, 2. 71, 2. 73, 2) fugal, das auszerdem ahd. nur noch in dohfugal, mergulus, taucher, tauchente, aus den dem 10. jh. angehörenden Tegernseer glossen nachzuweisen ist, aus welchen es Docen in seinen miscell. 1, 208b verzeichnet hat. ein mhd. vugel findet sich nirgends, nur vogel; dagegen könnte es mitteld. vorkommen und wirklich führt Diefenbach 628b aus einem handschriftlichen glossar des 15. jh. fugel an.
Auffallend erscheint die form bei Keisersberg. während nemlich in den drucken seiner schriften fogel (s. d.) beliebt ist, steht in der seltner vorkommenden bedeutung »das von der befruchtung durch das männchen im ei befindliche samenklümpchen« fugel:

[Bd. 4, Sp. 383]


wann dieselb weisse (dasselbe weisze im ei) hat ain flecklin, nennet man den fugel. schif der pen. 112a. es ist nichts anders als vogel, wie auch Jacob Grimm wb. 3, 1745 unter flecklein angibt. schwerlich aber ist fugel der mundart des Elsasses entnommen, denn diese hat für vogel, avis, die form veaujel (Arnold pfingstmontag 60. 121. 139), und warum sollte in jener bedeutung vom flecklein im ei eine andere gebraucht sein.
 
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fugeler, fugler, m., könnte, wie fugel für fogel, für fogeler (s. d.) oder nach unserer gewohnten schreibweise vogler vorkommen. mir mangelt aber jeder beleg. nur läszt sich anführen ein alts. Fugleri, Vugleri, jetzt der Vogler, als name eines im herzogthum Braunschweig nördlich von Holzminden gelegenen berges (Förstemann 2, 1624), woneben die ahd. form Vogilari (ebenda s. 534).
 
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fügelerin, füglerin, f. was fügerin, kupplerin. dies nach mhd. fglerin, in welches von »lena, flerin« eines dem 13. jh. angehörenden Reichenauer glossars das letzte wort in der handschrift verbessert wurde. s. Mone anzeiger 8, 397, 12. fglerin aber läszt auf ein mhd. vüegeler in dem sinne von kuppler schlieszen, das von fügeln = kuppeln abgeleitet ist. sonst hat mhd. vüeglerinne die bedeutung schlieszerin, thürhüterin:

ich bin die fueglerin genant,
dër tür ich hie huet. Liedersaal 1, 200, 72.

s. das gleichbedeutende mhd. vüegel unter fügeln, kuppeln.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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