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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
füdlitätscher bis füdung (Bd. 4, Sp. 370 bis 371)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) füdlitätscher, m., in Appenzell der klapprock, weil die klappen beim gehn auf den hintern aufschlagen. nur in bitterm scherze. auch födlechtätscher. Tobler 197b. zusammengesetzt aus füdli (s. d.) und tätschen, mit klatschendem schall widerschlagen. födlech aber ist füdloch, s. d.
 
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füdliwarm, adj., in der niedrigen sprache Appenzells für ein wenig warm. auch födlechwarm. Tobler 197b. s. füdli, füdloch und vgl. DWB fistwarm.
 
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füdloch, n. was füdlein 2), der hintere, podex. bei Fischart, wol nach der aussprache des volkes, fidloch, wie er auch fidle für füdle (s. d.) schreibt: (er) trat inen dermassen auf den tribsack und seelsack, dasz inen kutteln, krös unnd därm herausz, wie dem verräter Judas, lapten oder das biet hernach gieng oder der arsdarm armeslang rot vor dem fidloch hieng. Garg. 206a = (1608) Bb 1a. vgl. 1, 566. 2, 3. oder gar fiedloch: (die ehefrau mag) mit irem fiedloch verwundten fischer in Larsee störzen. 70a = (1608) H 6a. das wort erinnert an loch, ist aber nicht damit zusammengesetzt, sondern aus einem mit der oberdeutschen silbe -ach ahd. -ahi mhd. -ach, -ech (vgl. gramm. 2, 312f.) von füdli (s. d.) abgeleiteten füdlach durch verdunkelung des a zu o geworden. in Appenzell sagt man mit

[Bd. 4, Sp. 371]


umlaut des a das födlech und hört an redensarten: s födlech volla scholda hâ, den hintern voller schulden haben = tief in schulden stecken; s mul god em wie ama wasserstölzli s födlech, das maul geht ihm wie einem bachstelzchen der hintere = er schwätzt in einem fort, ohne aufhören; s födlech sött emm schwätza, der hintere sollt ihm schwätzen = man sollte meinen, er müste es ohne alle schwierigkeit vorbringen können, so klar ist es und leicht zu sagen. dazu kommt dann sprichwörtlich wenn der chopf aweg ist, so heds födlech rueb, wenn der kopf weg ist, so hat der hintere ruh, oder hau em de chopf ab, so heds födlech fîrobed, hau ihm den kopf ab, so hat der hintere feierabend, = man packe etwas nur recht, so wird man es los. s. Tobler 197.
 
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füdlochen ,
1) mit dem »füdloch« festhalten? als sitz haben?

nit sol das grecht, guot für sich gan,
dem mer ich wil kein fürgang lan,
ich wil mich druff dermas bedenken,
weren fast mit stüel und bänken:
soltends (sollten sie) buren gfüdlochet han,
ir anschlag muoss nit für sich gan.
Ruff Etter Heini 2728;


2) auf das »füdloch« fallen? dasz er über über kheit (= gestürzt) und gfüdlochet ischt. kurzweil. zeitvertreiber 584 bei Tobler 197b.
das wort gehört der Schweiz an, ist aber dort gegenwärtig, wie mir Heinrich Schweizer mittheilt, nicht mehr gebräuchlich.
 
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fudnacket, fudnackt, s. DWB futnacket.
 
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fudnarr, m., s. DWB futnarr.
 
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fudneidig, s. futneidig.
 
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fudral, n., bei Hulsius 49b, s. DWB futteral.
 
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fudrig, füdrig, s. fuderig, füderig.
 
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fudum, in dem spiele Gargantuas fudum, die mor (= das mutterschwein) ist im kessel (Fischart Garg. V iiija), ist aus fud um zusammengesetzt. was das spiel sei, läszt sich nicht ermitteln.
 
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füdung, f. nahrung. mhd. vuotunge, könisch im 15. jh. vôdunge (Mones anz. 4, 251, 3, 1, 7), mnd. vodinge (sündenfall 2064. Rein. Vos 334), nnd. vödung kost, pflege, mnl. vôdinge, alimonia (gl. bern. 199b), nnl. voeding, das füttern, das nähren, die ernährung, abgeleitet von ahd. fuotan, mhd. vuoten, mnd. voden, mnl. voeden. s. DWB füden. wie aus diesen angeführten formen erhellt, müste nhd. fütung geschrieben werden; füdung in seinem d ist also unhochdeutsch und hat sich aus dem nd. eingeschlichen. es begegnet auch nur selten: diese hautlein werden mit vielen adern an der mutter (uterus) durch die cotyledones (in brutis) oder placentam uteri seu epar uterinum (in homine) angeknüpfet, dadurch das kind die füdung hat. H. Schaevii anatomischer abrisz s. 28 in Fel. Würtz mundarten (Basel 1670).

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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