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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fudesel bis füdloch (Bd. 4, Sp. 370)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fudesel, m., könnte eine eselstute sein, kommt aber, da der esel schon bei Otfried (s. die oben 3, 1145 angeführte stelle iv, 5, 7) als ein sehr geiles, auf die fleischliche vermischung vor andern versessenes thier galt, für den geilen wollüstling vor:

der prankierer han ich vil erkent,
die hinnach wurn füdesel genent. fastnachtsp. 786, 19.

vgl. DWB futnarr und wegen des ü der schreibung füdesel oben sp. 363.
 
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fudhechel, f. ononis spinosa, s. DWB futhechel.
 
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fudhosen, ein pl., s. DWB futhosen.
 
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füdle, n. was füdlein 2). Fischart schreibt fidle, wobei er wol der aussprache des volkes folgt: der (teufel) zerreisz dir das fidle. Garg. 94a = (1608) L 4b; nemm dafür rephünerflügel oder das fidle von einer nonnen. 241a = (1608) Ffiija.
 
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füdlein, n.
1) vulvula. s. DWB fütlein.
2) der hintere, culus, anus, podex. Schmeller 1, 514, der das wort aus dem schwäbischen theil Baierns hat. s. DWB fud.
 
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füdlepantscher, m., in Schwaben spottend für einen schullehrer, der gern schläge auf »das füdle«, den hintern, gibt. Schmid 207. vgl. DWB pantschen, schlagen.
 
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füdli, n., was füdlein 2). s. DWB fud.
 
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füdliburger, m. was spieszbürger, ein bürger der gleichsam mit dem »füdli« am heimatsorte haftet. zu Zürich u. s. w.
 
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füdlitätscher, m., in Appenzell der klapprock, weil die klappen beim gehn auf den hintern aufschlagen. nur in bitterm scherze. auch födlechtätscher. Tobler 197b. zusammengesetzt aus füdli (s. d.) und tätschen, mit klatschendem schall widerschlagen. födlech aber ist füdloch, s. d.
 
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füdliwarm, adj., in der niedrigen sprache Appenzells für ein wenig warm. auch födlechwarm. Tobler 197b. s. füdli, füdloch und vgl. DWB fistwarm.
 
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füdloch, n. was füdlein 2), der hintere, podex. bei Fischart, wol nach der aussprache des volkes, fidloch, wie er auch fidle für füdle (s. d.) schreibt: (er) trat inen dermassen auf den tribsack und seelsack, dasz inen kutteln, krös unnd därm herausz, wie dem verräter Judas, lapten oder das biet hernach gieng oder der arsdarm armeslang rot vor dem fidloch hieng. Garg. 206a = (1608) Bb 1a. vgl. 1, 566. 2, 3. oder gar fiedloch: (die ehefrau mag) mit irem fiedloch verwundten fischer in Larsee störzen. 70a = (1608) H 6a. das wort erinnert an loch, ist aber nicht damit zusammengesetzt, sondern aus einem mit der oberdeutschen silbe -ach ahd. -ahi mhd. -ach, -ech (vgl. gramm. 2, 312f.) von füdli (s. d.) abgeleiteten füdlach durch verdunkelung des a zu o geworden. in Appenzell sagt man mit

[Bd. 4, Sp. 371]


umlaut des a das födlech und hört an redensarten: s födlech volla scholda hâ, den hintern voller schulden haben = tief in schulden stecken; s mul god em wie ama wasserstölzli s födlech, das maul geht ihm wie einem bachstelzchen der hintere = er schwätzt in einem fort, ohne aufhören; s födlech sött emm schwätza, der hintere sollt ihm schwätzen = man sollte meinen, er müste es ohne alle schwierigkeit vorbringen können, so klar ist es und leicht zu sagen. dazu kommt dann sprichwörtlich wenn der chopf aweg ist, so heds födlech rueb, wenn der kopf weg ist, so hat der hintere ruh, oder hau em de chopf ab, so heds födlech fîrobed, hau ihm den kopf ab, so hat der hintere feierabend, = man packe etwas nur recht, so wird man es los. s. Tobler 197.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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