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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
füderchen bis fudern (Bd. 4, Sp. 368 bis 369)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) füderchen, n., dim. von fuder.
 
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fuderfasz, n. ein fasz, das ein fuder hält. s. DWB fuder 2) d). ein fuderfasz voll wein. auch bildlich von einem sehr dicken menschen (vgl. fuderig), besonders wenn derselbe übermäszig wein oder bier trinkt.

dann kam ein geistlich fuderfasz.
Lichtenberg 4, 401.


 
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fuderfasz, n. was fuderblech. auch foderfasz. es steht als kürzere benennung für fuderfaszblech und bildete sich, weil die fuderbleche von den blechhämmern in fässern versandt werden.
 
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fudericht, adj. was fuderig. Stieler 415. aber auch: einer wagenladung, einem fuder als masz in grösze oder schwere gleichkommend. Davon das gleichlautende adv. Stieler ebenda.
 
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fuderig , besser mit umlaut füderig, adj., mhd. füederec, vüederec. auch mit ausgestoszenem e fudrig, füdrig.
1) eine wagenladung oder wagenlast ausmachend, eine wagenlast schwer. .s. fuder 1).

mitteld. ër lachte (legte) darûf (auf das grab) einen fûdergin stein. Morolt Sb, 750.

noch heiszt, zumal im forstwesen (vgl. Hartig forst- u. weidmannssprache 21), ein baum, der einen wagen voll holz gibt oder auf einem wagen, den zwei pferde oder vier ochsen ziehen, fortgebracht werden kann, also eine volle wagenlast ausmacht, ein füdriger baum. vgl. auch halbfüderig.
2) ein fuder als masz haltend, ein fuder grosz, ein fuder schwer. s. DWB fuder 2). mhd. ist aber daʒ vaʒ (es ist von einem fasse wein die rede) halp fuederk (halpfüederec, halbfüderig). Augsb. stadtr. 116; item x . umb l fuderige fasze. Elsen von Holzhûsen inventar v. j. 1410 im archiv zu Frankfurt a. M.
nhd. fuederig. Schönsleder; fuderig. Henisch 1275, 63. Schottelius 1321. Stieler 415. Dentzler 116b; füderig. Dasypodius 46a.

sein pauch war als ein fuedrig fasz. meisterl. bl. 23 nr. 231,

welchem ähnlich

sein (des über die maszen feisten mannes) bauch grosz wie ein füdrich fasz.
H. Sachs I, 535d = (1590) 401a;

man schieb sie in ein fudrigs fasz
das man ain perk ablaufen lasz. fastnachtsp. 184, 16;

[Bd. 4, Sp. 369]


ein füderig fasz mit wein. Keisersberg Marie himelf. 9c; ein füderig vasz voll. Agricola sprichw. 209a;

wenns etwan ein füdrichs vas wer.
H. Sachs II, 2, 24c (1591) 18c.

vgl. fuderfasz. (der herbst soll) abgang bringen an newen lären fässern und fuderigen flaschen. Fischart groszmutter 33.
3) bildlich: über die maszen grosz. sesquipedalia, füdrige wörter, oder die saw feyszt machen. Frank sprichw. 1, 11a öfter. bei Schottelius 432a klafterworte (s. d.). vgl. sesquipedalia verba Horat. epist. ad Pis. 97, wo Voss übersetzt die achthalbzolligen worte.
 
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fuderig, adv., von dem vorigen adj.
 
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füderlein, n., dim. von fuder, vehes. fuderlin. voc. inc. teut. f 2a.
 
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füderlich, adj., für fürderlich (s. d.), kommt mhd. bei Suchenwirt 4, 126 vor, der schon das aus füderlîch gewordene füderleich hat:

zu gotes dienst wis füderleich

d. h. zu gottes dienst bereite dich.
 
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fudermasz, n. das masz eines fuders nach umfang oder schwere.
 
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fudermäszig, adj. wie eine volle wagenladung, überhaupt ein fuder grosz oder schwer, an umfang oder schwere einer vollen wagenlast, einem fuder als bestimmtem masze gleichkommend. mhd. fuodermæʒec, mitteld. fûdermêʒig:

dën grôʒen boum hë von mir wag,
dër wol fûdermêʒig was,
und half mir daʒ ich genas. heil. Georg 1826;

swër vierdunc lop mit marken übergiltet,
dër hât ouch getôrt und nicht gemiltet,
und dâ bî vuodermæʒig êre
mit hantvol niht engëlten wil,
dër erge ist ouch ein teil ze vil
daʒ missezimt dër rëhten milte sêre. MSH. 2, 199a, 122.

noch wird im forstwesen ein baum, den, auf einen wagen geladen, zwei pferde oder vier ochsen fortziehen können, fudermäszig genannt. vgl. Trunk forstlehrbuch (Freiburg 1788) s. 9.
das wort trat mhd. neben das im absterben begriffene gleichbedeutende fuodermæʒe, welches Wilhelm Grimm exhortatio s. 42 noch in einer stelle aus dem 12. jh. nachweist:

man mohte fuodermæʒe lësen
die phîle vor der mûre ligen. Biterolf 1634.

ahd. fôdarmâʒi, fuodermâʒe (Graff 2, 903), in chôffa fôdarmâʒiu (exhortatio s. 16, 14. 42, 11. 77, 11), eine grosze, an umfang einer vollen wagenlast gleichkommende kufe, und in

imo sint fuoʒe
fuodermâʒe.
Wackernagels leseb. 14, 136, 10.
Müllenhoff u.
Scherer denkmäler s. 41, 25,

er, der eber, hat füsze plump, an grösze einer wagenlast gleich.
 
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fudern, vom »fuder« beim dreschen ausgeben. der roggen fudert in diesem jahre gut. in Livland, s. Gutzeit 1, 300a. das, was das fuder an körnern ausgibt, heiszt dort der fuderertrag, die fuderernte.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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