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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fuder bis füderlein (Bd. 4, Sp. 368 bis 369)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuder, füder, adv., für fürder (s. d.), mit ausfall des r, kommt uns fast wie ein nachklang aus dem mhd. vor, wo neben fürder, vürder auch füder, fuder sich findet. s. oben 3, 1889 und Benecke 3, 382b, der zu der letzten form belege hat. noch tirol. fuder, füder, vorwärts, hinweg, fort, weg. Schöpf 158; kärnt. fuder, vorwärts, fort. Lexer 104; cimbrisch vudar. Schmeller cimbr. wb. 123a; nd. zu Jever füdder. Frommann 3, 274, 33. 279, 17. 280, 33.
in der bedeutung fort, weg: so ist der apfel füder. Schiltberger 137;

des (deshalb) wolt der arczet fuder ziehen (sich fort begeben),
das fräwel sprach : ir scholt nit fliehen!
arczet mich en wenig me!
Wittenweiler ring s. 58, 14c, 24;

des namen seu (sie, nemlich die helden) der freunden segen
und zugend fuder von dem plan. s. 243, 54d, 16.


 
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fuderal, m. ein winkel im gebäude, worin futter für das vieh aufbewahrt wird? so führt Landau in der zeitschr. des vereins für hess. gesch. 6, 215, 2 urkundlich aus dem jahr 1593 von dem Vogelsberge an: neben der stuben bei der cammerthier unter der stegen ein fuderailn gewesen, sei sie Catharine, Adam Holches fraw, in dem fuderailn uffgewischt ... und sei zur cammerthier gelaufen, hette sie zeugin zurückgesehen, do hette Hert Bleser in dem fuderailn ufm furtr (lies futtr) gelegen, sich an die wandt getrucket. mir scheint das dunkle wort zusammengesetzt aus fuder für futter (s. d.), dessen schreibung mit d nach der volkssprache nicht auffallen kann, und aus der al, winkel zwischen gebäuden. s. wb. 1, 199, wo m. in f. und wetterauisch der âl zu bessern ist. eigentlich sagt man in dieser mundart der n d. i. aln, welches hochd. der ale zu schreiben wäre, denn das n der schwachen biegung dringt wetterauisch mit verschlucken des l schon in den nom. sg. ein. in Alberus diction. x ij: al, angulus. s. auch mein deutsches wb. 1, 20. 23.
 
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fuderblech, füderblech, n., s. fuder, eine art blech.
 
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fuderbrief, m. ein empfehlungsbrief: mein herr het von unser frauen, der keiserin, fuderbrief an iren bruder, den kunig von Portigal und an den herzogen. Tetzel Leos von Rožmital reise 182. füderbriff. chron. der d. städte 2, 84, 22. zusammengesetzt mit fudern, füdern für furdern, fürdern, fördern. s. fürderungbrief.
 
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füderchen, n., dim. von fuder.
 
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fuderfasz, n. ein fasz, das ein fuder hält. s. DWB fuder 2) d). ein fuderfasz voll wein. auch bildlich von einem sehr dicken menschen (vgl. fuderig), besonders wenn derselbe übermäszig wein oder bier trinkt.

dann kam ein geistlich fuderfasz.
Lichtenberg 4, 401.


 
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fuderfasz, n. was fuderblech. auch foderfasz. es steht als kürzere benennung für fuderfaszblech und bildete sich, weil die fuderbleche von den blechhämmern in fässern versandt werden.
 
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fudericht, adj. was fuderig. Stieler 415. aber auch: einer wagenladung, einem fuder als masz in grösze oder schwere gleichkommend. Davon das gleichlautende adv. Stieler ebenda.
 
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fuderig , besser mit umlaut füderig, adj., mhd. füederec, vüederec. auch mit ausgestoszenem e fudrig, füdrig.
1) eine wagenladung oder wagenlast ausmachend, eine wagenlast schwer. .s. fuder 1).

mitteld. ër lachte (legte) darûf (auf das grab) einen fûdergin stein. Morolt Sb, 750.

noch heiszt, zumal im forstwesen (vgl. Hartig forst- u. weidmannssprache 21), ein baum, der einen wagen voll holz gibt oder auf einem wagen, den zwei pferde oder vier ochsen ziehen, fortgebracht werden kann, also eine volle wagenlast ausmacht, ein füdriger baum. vgl. auch halbfüderig.
2) ein fuder als masz haltend, ein fuder grosz, ein fuder schwer. s. DWB fuder 2). mhd. ist aber daʒ vaʒ (es ist von einem fasse wein die rede) halp fuederk (halpfüederec, halbfüderig). Augsb. stadtr. 116; item x . umb l fuderige fasze. Elsen von Holzhûsen inventar v. j. 1410 im archiv zu Frankfurt a. M.
nhd. fuederig. Schönsleder; fuderig. Henisch 1275, 63. Schottelius 1321. Stieler 415. Dentzler 116b; füderig. Dasypodius 46a.

sein pauch war als ein fuedrig fasz. meisterl. bl. 23 nr. 231,

welchem ähnlich

sein (des über die maszen feisten mannes) bauch grosz wie ein füdrich fasz.
H. Sachs I, 535d = (1590) 401a;

man schieb sie in ein fudrigs fasz
das man ain perk ablaufen lasz. fastnachtsp. 184, 16;

[Bd. 4, Sp. 369]


ein füderig fasz mit wein. Keisersberg Marie himelf. 9c; ein füderig vasz voll. Agricola sprichw. 209a;

wenns etwan ein füdrichs vas wer.
H. Sachs II, 2, 24c (1591) 18c.

vgl. fuderfasz. (der herbst soll) abgang bringen an newen lären fässern und fuderigen flaschen. Fischart groszmutter 33.
3) bildlich: über die maszen grosz. sesquipedalia, füdrige wörter, oder die saw feyszt machen. Frank sprichw. 1, 11a öfter. bei Schottelius 432a klafterworte (s. d.). vgl. sesquipedalia verba Horat. epist. ad Pis. 97, wo Voss übersetzt die achthalbzolligen worte.
 
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fuderig, adv., von dem vorigen adj.
 
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füderlein, n., dim. von fuder, vehes. fuderlin. voc. inc. teut. f 2a.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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