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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fuck bis fuckern (Bd. 4, Sp. 361 bis 362)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuck, m. leichtfertiger vogel, leichtfertige person:

wenn dich so grosz begierd anficht,
mich von dem brot hinweg zu thun,
so tritt herbei, du hurenson,
du niemand nützer loser fuck (: ein stuck). mückenkr. 118, 615.


eigentlich der fucke, denn das wort ist eins mit der focke, der nacht- oder schildreiher, nachtrabe, ardea nycticorax, der nachts sein holes geschrei hören läszt und dessen federbusch aus drei weiszlichen federn besteht, welche vermischt mit den federn des gemeinen reihers (ardea cinerea) zum kopfputz verwandt werden, besonders in Ruszland. aus dem grunde und weil er in Deutschland nicht gegessen wird, wie die jungen des gemeinen reihers, entstand die 3, 1864 unter focke m. f. aus Henisch angeführte redensart, mit welcher das sprichwort stimmt:

du bist ein loser focke,
an dem nichts gut als eine locke.

nach Höfer 1, 235 heiszt der nachtreiher noch in Sachsen der fock oder die focke.
Schon das beiwort loser in der stelle aus dem mückenkrieg zeigt, dasz fuck der name des nachtreihers fock, focke und also nicht an östr. fock m., majalis, der verschnittene schweineber, der barg (Höfer 1, 234. Loritza 44a) zu denken ist.
 
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fucke, f. eine junge henne, die zum erstenmal eier legt. auch und zwar, wie es scheint, eigentlich fugge. nur in der grafschaft Toggenburg. Stalder 1, 402. von einem verbum fucken, fuggen, welches sich durch nnl. fokken ziehen, aufziehen, zeugen, ostfries. fokken, vieh aufziehen (Stürenburg 59a) erweisen läszt.
 
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fuckelei, f. listige betriegerei, heimliche ränke. nd. fukelie. brem. wb. 1, 462. wetterauisch mit au = mnd. mhd. û faukelei, heimliche betriegerei, besonders im spiele, z. b. im kartenspiele, würfelspiele. von fuckeln. westerwäldisch faukelerei, von faukeler (s. das folgende fuckeler).
 
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fuckeler, mit ausstoszung des ersten e fuckler,m. ein behender, gewandter heimlicher betrieger, insbesondere ein falscher spieler, taschenspieler. nd. fukeler. brem. wb. 1, 462. westerwäldisch, wetterauisch mit au = mnd. mhd. û faukeler, ein heimlicher betrieger, besonders im spiele, z. b. im kartenspiele, würfelspiele. von fuckeln.
 
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fuckeln, im handel und wandel, im spiele heimlich betriegen. in der gegend von Elberfeld (s. Frommann 4, 262), zu und bei Coblenz, hennebergisch (Reinwald 1, 38b). nd. mit lang gewordenem u fukeln in derselben bedeutung, doch mit dem grundbegriffe der behendigkeit beim betriegen. brem. wb. 1, 461. so weg fukeln = heimlich weg practicieren, to fukeln = heimlich zustecken, wie z. b. die falschen spieler mit den kartenblättern thun. ebenda 462. im besondern hier, d. h. im nd., altmärkisch fukeln, etwas heimlich bei seite bringen, im handel und wandel betriegen. Danneil 58; pommerisch fûcheln, schleichen, schmeicheln, sich verstellen, betriegen wollen. Dähnert 135b; in und um Fallersleben fûcheln, falsch spielen, im kartenspiele betriegen. Frommann 5, 56.

[Bd. 4, Sp. 362]


westerwäldisch mit au aus mnd. mhd. û faukeln, vor einer that verzögernde kniffe, umstände machen, heimlich betriegen, besonders im spiel, in der rede betriegen, s. Schmidt 56; wetterauisch faukeln, heimlich betriegen, besonders im spiel, und hier vorzugsweise im kartenspiele. Von fuck, list, betrug. s. DWB fuck 3).
 
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fucken, schlüpfen, behende sein. kärnt. (Lexer 104), dann: geschwinden fortgang haben. so in der grafschaft Mark, bei Wöste volksüberlieferungen 111, der ebenda anführt et well nit fucken, es will nicht schnell von der hand gehn, aber auch däärèin fucken, schlagen und stoszen (Frommann 3, 366, 17), eigentlich wol geschwind drein fahren. jenes et well nit fucken auch in der gegend von Elberfeld (Frommann 4, 262). dagegen mit lang gewordenem u und übergang jenes k in ch göttingisch-grubenhagenisch fûchen, intransitiv: betriegen, unehrlich sein, unredlich handeln (Schambach 282a), welche bedeutungen zu denen von fuckeln überführen. schweiz. (aber kaum mehr gebraucht) feuken, fäuken, bei den umherziehenden heimatlosen fêken, transitiv: heimlich entwenden, zwacken. Stalder 1, 357. nl. bei Kilian (1599) 118a focken, fuycken (d. i. fuiken), trudere, convasare, furtim colligere. Von fuck m. sp. 360f.
Rädlein 308b und Wachter 1, 499 haben fucken = handel treiben, und Wallraf altd. histor.-diplom. wb. 23 führt fücken = handeln an, doch ohne beleg. ob das wort in dieser bedeutung nicht nach fucker 2) gebildet wurde, weil man glaubte, bei diesem ein solches voraussetzen zu müssen? auffallend bleibt, dasz es sich sonst nicht belegen läszt.
 
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fucken, n. der inf. des vorigen als subst.
 
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fucker, m. ein einmaliges fucken, d. h. ein einmaliges schlüpfen oder behendesein. kärnt., bei Lexer 104.
 
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fucker, m.
1) ein kleiner dieb. so in Glarus fugger. Stalder 1, 402. von fucken, s. d.
2) ein kaufmann, der groszen, ausgebreiteten handel treibt, zunächst ein groszhändler. Stieler 576, der durch monopola erklärt und anführt »ein reicher fucker, magnarius, solidarius negotiator, der in grosz handelt, gallice grossier«. fucker, groszierer, négotiant, marchand en gros. Rädlein 308b. ins nl. eingedrungen een rijke fokker, ein reicher mann, bei Kilian (1599) 118a focker, monopola, pantopola. sogar sp. (bei Cervantes) fucar, wallon. foukeur, ein reicher mann. Diez wb. 22, 129. s. DWB fugger. neben jener angegebenen bedeutung kommt aber auch die von wucherer vor und es läszt sich nicht immer entscheiden, welche gemeint sei. ... zum zeugnis, das (dasz) er (gott ist gemeint) wolfeiler gibt und freundlicher borget, denn die fucker und hendler auf erden thun. Luther 6, 273a; hie mst mann warlich auch den fuckern (es ist von solchen, die hohen zins nehmen, die rede) unnd der geistlichen geselschaften ein zaum ins maul legen. a. d. christl. adel deutscher nation J iiijb;

es macht sich oft manch reicher fucker
an den armen schlucker.
B. Ringwalds teutsche warh. durch
Brodtkorb 271.

ins nd. eingedrungen focker = wucherer. Dähnert 129a.
 
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fuckerei, f. eine handelsgesellschaft, handlungsgesellschaft. auch ins nl. eingedrungen bei Kilian (1599) 118a fockerije, monopolium. s. DWB fuggerei.
 
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fuckern ,
1) trans. und intrans.: heimlich entwenden, diebsgriffe versuchen. schweiz. fuggern. Stalder 1, 402. in der gegend von Elberfeld, wie fuckeln (s. d.), in dem sinne von betrug machen, besonders im spiel, im handel. Frommann 4, 262. von fucker 1).
2) nur intransitiv:
a) betriegerisch spielen, mit den spielkarten betrieglich umgehn. ostpreuszisch. Bock 12. Hennig 75. auch neben fuckeln in der gegend von Elberfeld. Frommann 4, 262.
b) handelschaft treiben, dann auch tauschen, schachern. so fränkisch, schwäbisch fuggern (s. d.). Schmeller 1, 516. Schmid 208.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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