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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fuchtig bis fuckeler (Bd. 4, Sp. 360 bis 361)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuchtig, adj. zornig, aufgebracht, unwillig, mürrisch. kärntisch (Lexer 104), östr. (Castelli 133. Loritza 45b), in Südböhmen (Frommann mundarten 6, 511), Mähren (ebenda 5, 465), schlesisch (Weinhold 24a), bairisch (Schmeller 1, 509), schwäbisch-augsburgisch (Birlinger schwäb.-augsb. wb. 170a). von fucht.
von dem adj. ist dann das gleichlautende und gleichbedeutende adv. abgeleitet. einen fuchtig machen. Schmeller a. a. o.
 
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fuchtler, ursprünglich fuchteler,m.
1) einer der sich mit der hiebwaffe gern in den kampf einläszt, concertator, pugnator. Stieler 455.
2) einer, der mit der fuchtel schlägt, durch schläge mit der fuchtel bestraft.
3) ein leichtsinniger, flatterhafter mensch. Westenrieder glossar. 173. Schmid 198. s. DWB fuchteln 2) c).
 
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fuchtlerei, f.
1) das ertheilen von schlägen mit der fuchtel, auch ein kampf mit der fuchtel. Abele 4, 236.
2) flatterhaftes, zweck- und zielloses umherschweifen. s. DWB fuchtler 3).
 
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fuchtlerisch, adj. rasch, unüberlegt, unbesonnen. Schmeller 1, 509. fuchtlerisch und ungeduldig. Abele gerichtsh. 1, 253. 2, 13. schon fochtelnd bed. ausgelassen, s. fochteln.
 
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fuck, ein nd. ausruf zur bezeichnung lebhafter schnelligkeit. fuck fuck! Frommann 2, 226. 4, 262. von dem folgenden fuck.
 
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fuck, m.
1) schnelligkeit im fortgang, fördernde geschwindigkeit. so in der grafschaft Mark dat hiät fuck, geht schnell von statten. Wöste volksüberlieferungen 111. also ein nd. wort, entsprossen dem pl. praet. von altn. fiuka (praes. fŷk, praet. sg. fauk, pl. fukum, p. p. fokinn), vom winde getrieben werden, vom winde fortgerissen werden, dän. fyge, mit schnee stöbern, woher auch altn. fok, n., das fliegen, die schneewehe, feykja, fortblasen, zerstreuen. vgl. DWB focke.

[Bd. 4, Sp. 361]



2) körperliche fertigkeit, handgrif, vortheil. auf dem Westerwalde, wo man fuck aufs werfen, mähen, heben u. s. w. hört. Schmidt 61.
3) list, betrug. am Mittel- und Niederrhein, s. Frommann 4, 262. diese bedeutung durchdringt die folgenden abgeleiteten verba: nd. fucken, diebischer weise bei sich stecken (Leibnitz collectan. etym. 1, 42), göttingisch-grubenhagenisch mit übergang des k in ch fûchen, betriegen, unehrlich sein, unredlich handeln (Schambach 282a); schweiz. feuken, fäuken, heimlich entwenden, zwacken (Stalder 1, 357), s. 3, 1367; nd. fukeln, im handel und wandel, im spiel durch behendigkeit betriegen (brem. wb. 1, 461), osnabrückisch fukeln, etwas heimlich bei seite bringen oder in die tasche stecken (Strodtmann 63), woneben wieder mit übergang des k in ch fucheln in bifucheln, heimlich beistecken, heimlich entwenden (ebenda), wetterauisch intransitiv faukeln, heimlich betriegen, besonders beim spiele. s. DWB fucken, DWB fuckeln.
aus den beiden bedeutungen 2) und 3) entwickelt sich dann die folgende:
4) einer der seinen vortheil wol versteht, auf denselben ist, zwackt, ein geiziger bis ins kleinliche:

dann keinen kärgern fuck
niemals als ihren mann ich sah.
des filzes oft ich lach. ha ha.
Calagius Susanna 1, 1.


Bei keiner bedeutung ist ein pl. des wortes nachzuweisen.
 
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fuck, m. spass, pl. fücke. nd. in der grafschaft Mark bat sint dat för fücke? was sind das für spässe? Wöste volksüberlieferungen 111. die ursprüngliche bedeutung war wol neckerei, denn das wort stammt von focken foppen, welches noch oberpfälzisch (Schmeller 1, 511) und östreichisch (Loritza 44a) üblich ist.
 
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fuck, m. leichtfertiger vogel, leichtfertige person:

wenn dich so grosz begierd anficht,
mich von dem brot hinweg zu thun,
so tritt herbei, du hurenson,
du niemand nützer loser fuck (: ein stuck). mückenkr. 118, 615.


eigentlich der fucke, denn das wort ist eins mit der focke, der nacht- oder schildreiher, nachtrabe, ardea nycticorax, der nachts sein holes geschrei hören läszt und dessen federbusch aus drei weiszlichen federn besteht, welche vermischt mit den federn des gemeinen reihers (ardea cinerea) zum kopfputz verwandt werden, besonders in Ruszland. aus dem grunde und weil er in Deutschland nicht gegessen wird, wie die jungen des gemeinen reihers, entstand die 3, 1864 unter focke m. f. aus Henisch angeführte redensart, mit welcher das sprichwort stimmt:

du bist ein loser focke,
an dem nichts gut als eine locke.

nach Höfer 1, 235 heiszt der nachtreiher noch in Sachsen der fock oder die focke.
Schon das beiwort loser in der stelle aus dem mückenkrieg zeigt, dasz fuck der name des nachtreihers fock, focke und also nicht an östr. fock m., majalis, der verschnittene schweineber, der barg (Höfer 1, 234. Loritza 44a) zu denken ist.
 
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fucke, f. eine junge henne, die zum erstenmal eier legt. auch und zwar, wie es scheint, eigentlich fugge. nur in der grafschaft Toggenburg. Stalder 1, 402. von einem verbum fucken, fuggen, welches sich durch nnl. fokken ziehen, aufziehen, zeugen, ostfries. fokken, vieh aufziehen (Stürenburg 59a) erweisen läszt.
 
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fuckelei, f. listige betriegerei, heimliche ränke. nd. fukelie. brem. wb. 1, 462. wetterauisch mit au = mnd. mhd. û faukelei, heimliche betriegerei, besonders im spiele, z. b. im kartenspiele, würfelspiele. von fuckeln. westerwäldisch faukelerei, von faukeler (s. das folgende fuckeler).
 
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fuckeler, mit ausstoszung des ersten e fuckler,m. ein behender, gewandter heimlicher betrieger, insbesondere ein falscher spieler, taschenspieler. nd. fukeler. brem. wb. 1, 462. westerwäldisch, wetterauisch mit au = mnd. mhd. û faukeler, ein heimlicher betrieger, besonders im spiele, z. b. im kartenspiele, würfelspiele. von fuckeln.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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