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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fuchsschwänzer bis fuchsschwänzig (Bd. 4, Sp. 355 bis 356)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuchsschwänzer, m. ein nach gunst strebender schmeichler, einer der nach des andern munde, ihm zu gefallen redet, adulator, palpator. aber auch ein heuchlerischer schmeichler, ein nach gunst haschender heimlicher verleumder oder angeber. die bedeutungen sind oft schwer zu scheiden. östr. fuchsschwanzer. mnd., aus dem hochdeutschen entlehnt, in Chytraeus nomenclator (1582) 298 vosswenzer. s. hor. belg. 7I, 31a. einen fuchsschwenzer und fürstenheuchler. Luther 3, ...; ein churfürst zu Sachsen weiset einen fuchszschwenzer von im. Kirchhof wendunm. 43a; wider die fxschwenzer an des Sauls hofe. Melissus ps. D 8a; es pfleget aber bei den fürstenhöfen also zuzugehen, das die fuchsschwänzer grosz und gemein sein. Schweinichen 1, 347; denn sie waren schon gewahr worden, was fuchsschwänzer konnten. 368; fuchsschwänzer können sich zukaufen bei den herrn. Henisch 1273, 49;

der die fuchsschwänzer fort lässt gehen,
sie speisend nicht von seinem gut,
und dessen fähl, fall und armut
kan seine hässer nicht erhöhen.
Weckherlin 385;

eines fuchsschwänzers freundschaft bestehet nicht lang. Opitz 2, 257; vor zeiten hat man dem fürsten gefrohnet, jetzo den fuchsschwänzer. Lehmann 88; fuchsswänzer. Butschky kanzlei 768; der fuchsschwänzer Achitophel (vgl. 1 Sam. 17, 1—3). Patmos 69; ob ihn schon manche vor einen fuchsschwänzer und maulchristen gehalten. Jucundiss. 12; auf Fulvus, den artigen fuchsschwänzer. in einer überschrift bei Wernike 105; ein grosser heuchler und fuchsschwänzer. ehe eines weibes 70; wo ein aas ist, da sammlen sich die adler, und wo ein fürst ist, da finden sich die fuchsschwänzer. Müller erquickst. 228; siehe da! pflanzt er mir nicht im neuen bosket alle zwanzig schritte eine cypresse (dem namen des herrn zu gefallen) und auf jede seite ein rosenstöckchen, der fuchsschwänzer der! Gotter 3, 171; (Lenette sagte,) dasz die hausherrin sich bei der buchbinderin über das auszenbleiben des miethzinses greulich aufgehalten und über ihren eigenen mann dazu, der ein fuchsschwänzer und komplimentarius sei und die leute nicht grob genug mahne. Jean Paul Siebenkäs 2, 101.

[Bd. 4, Sp. 356]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuchsschwänzerei, f. schmeichelei, besonders niedrige, adulatio. schon im 16. jh. im gebrauche, aber zuerst von Stieler sp. 1955 aufgenommen: er weisz von keiner fuchsschwänzerei, suppalpandi nescius est. wann er (könig Ludwig XI.) in Frankreich unter der fuchsschwänzerei oder schmeichelei und unter den vanitäten desz französischen adels were auferzogen worden, so würde er schwerlich zu den groszen qualitäten kommen sein. Schuppius 83.
auch so viel als kriechende, heuchlerische schmeichelei, ein reden das ganz dem andern zu gefallen, ihm nach dem munde ist, eine nach gunst strebende heimliche verleumderei oder angeberei. wie aber bei fuchsschwänzer, so lassen sich auch hier die bedeutungen oft nicht scheiden. der soll nicht sauerteig und honig, das ist falsche lere und fuchsschwänzerei drunter mengen. Mathesius 128b = (1562) 117a. höre nicht auf die fuchsschwänzerei dieses menschen; dasz er in den verdacht gekommen ist, unredlich zu sein, beruht auf fuchsschwänzerei.
 
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fuchsschwänzerfeind, m., parasitorum contemtor. Stieler 461.
 
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fuchsschwänzerin, f. eine nach gunst strebende schmeichlerin, eine niedrige schmeichlerin, eine kriechende, heuchlerische schmeichlerin, eine die zu gefallen redet, assentatrix:

und da soll kein fuchsschwänzerin,
wie ihr seid, brechen meinen sin.
Birk doppelsp. 129.


 
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fuchsschwänzerisch, adj. einem fuchsschwänzer eigen oder gemäsz, assentatorius, adulatorius, blandus. Stieler 1955. davon das gleichlautende adverbium. ebenda.
 
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fuchsschwänzern = den fuchsschwänzer machen, wie ein fuchsschwänzer handeln, würde eine volksthümliche ableitung von fuchsschwänzer sein, kommt aber schwerlich vor, und wenn Stieler im register zum sprachschatz fuchsschwänzeren verzeichnet, so ist dies druckfehler für fuchsschwänzerinn, welches in der angegebenen spalte 1955 steht.
 
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fuchsschwanzfennich, m. panicum italicum. Holl 99b. s. DWB fuchsschwanz 7).
 
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fuchsschwanzgras, n. phleum nodosum. auch blosz fuchsschwanz, s. DWB fuchsschwanz 8).
 
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fuchsschwanzhirse, m. was fuchsschwanzfennich. Holl.
 
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fuchsschwänzicht, adj. zum fuchsschwänzen geneigt, ihm ergeben. Stieler 1955, wo auch das gleichbedeutende adverbium.
 
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fuchsschwänzig, adj.: fuchsschwänziger affe, der schweifaffe, simia pithecia, dessen buschiger schlaffer schwanz die länge des körpers hat und so dem fuchsschwanz ähnlich ist.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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