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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fuchsschwänzen bis fuchsschwanzhirse (Bd. 4, Sp. 354 bis 356)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuchsschwänzen, schmeicheln, einem nach dem munde oder zu gefallen reden. (ich) fuchsschwentz, verkauf ein fuchsschwantz. Alberus dict. z iija, s. DWB fuchsschwanz. so heiszt es in einem schreiben des landgrafen Moriz, der seine salinen persönlich visitierte, aus Allendorf vom 27. december 1596: ich will heute einen künstlichen pot besehen, vernehme, dasz es dem salzgreben nicht schmeckt. summa, es kanns niemand als er und Jacob Lipsius, gemahnet mich eben, wie jener ritter sagte: hochgeborner fürst, wir und Auerbach und Georg Hof können allein fuchsschwänzen. Rommel gesch. v. Hessen 6, 673. gewöhnlich mit dat. der person: da aber gott den Hiob wider

[Bd. 4, Sp. 355]


segnete und reicher machte, als er zuvor war, ... und seine falsche freund zu ihm kamen und ihm wider fuchsschwänzten und ein jeglicher verehrt ihm einen schönen groschen und ein gülden stirnband, da thät auch dieses sein weib. Schuppius 148; zu Leiden in Holland ist ein professor, dem die holländische jugend unterweilens fuchsschwänzet und nennet ihn principem literatorum, den fürsten der gelahrten. 650; ich wuste einem rittmeister so trefflich zu fuchsschwänzen. Simpl. 2, 122; jetzt will ich einmal aus ganzem herzen meinen gesang anbringen, den ich auf meine liebe gedichtet, und worin ich ihr gar fein gefuchsschwänzet, mehr als der nickel werth war. Fr. Müller 1, 126 = Mopsus 10; lügnerisches gepack! hab ich euch nicht lange genug gefuchsschwänzt von dem stolzen patrizier bis zu dem schuhmacher und pfefferkrämer. Klinger 3, 71. in dieser stelle könnte, wenn nicht jetzt durchweg der dat. bei fuchsschwänzen gesetzt würde, es ungewis sein, ob euch nicht acc. wäre, denn früher stand auch dieser casus, wie sich schlieszen läszt aus

wann es ist jetzt der brauch auf erd,
dasz die welt will betrogen sein,
gefuchsschwänzt mit eim falschen schein.
H. Sachs I, 454d = (1590) 341b;

niemand gescheuet oder gefuchsswänzet. Mestwert fluchspiegel, in der vorrede.
jene stelle von H. Sachs aber führt auf den engeren begrif heuchlerisch, mit falschem herzen schmeicheln oder schönthun. fuchsschwänzen, heuchelen, adulari, assentari. Henisch 1273, 31. mutwilliglich heucheln und fuchszschwenzen. Luther tischr. 129a.

dasz du mit list und kunst fuchsschwänzest, heuchlest, liegest (lügest).
Weckherlin 239 (ps. 107, 1).

im besondern bedeutet das wort auch so viel als in schmeichlerischer weise verleumden, nach gunst strebend heimlich verleumden.
In Östreich fuchsschwanzen. s. Castelli 134.
 
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fuchsschwänzen, n.: aber da sihe nur die verzweivelten buben an, wie sie mit fuchsschwenzen die kirche reformieren. Luther 6, 534b; ich habe giftigen neid und die verfluchte misgunst ... mit allen denjenigen ehrlichen gemühteren gemein ..., welche mit dem geizen und fuchsschwänzen sich nicht zu behelfen wissen. Rist parn., im vorbericht; ich sah in 22 gärten von mehren zwergstädten auf einmal das knicksen, zappeln, hund-, pfauen-, fuchsschwänzen. Jean Paul kom. anh. z. Tit. 2, 9.
 
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fuchsschwänzer, m. ein nach gunst strebender schmeichler, einer der nach des andern munde, ihm zu gefallen redet, adulator, palpator. aber auch ein heuchlerischer schmeichler, ein nach gunst haschender heimlicher verleumder oder angeber. die bedeutungen sind oft schwer zu scheiden. östr. fuchsschwanzer. mnd., aus dem hochdeutschen entlehnt, in Chytraeus nomenclator (1582) 298 vosswenzer. s. hor. belg. 7I, 31a. einen fuchsschwenzer und fürstenheuchler. Luther 3, ...; ein churfürst zu Sachsen weiset einen fuchszschwenzer von im. Kirchhof wendunm. 43a; wider die fxschwenzer an des Sauls hofe. Melissus ps. D 8a; es pfleget aber bei den fürstenhöfen also zuzugehen, das die fuchsschwänzer grosz und gemein sein. Schweinichen 1, 347; denn sie waren schon gewahr worden, was fuchsschwänzer konnten. 368; fuchsschwänzer können sich zukaufen bei den herrn. Henisch 1273, 49;

der die fuchsschwänzer fort lässt gehen,
sie speisend nicht von seinem gut,
und dessen fähl, fall und armut
kan seine hässer nicht erhöhen.
Weckherlin 385;

eines fuchsschwänzers freundschaft bestehet nicht lang. Opitz 2, 257; vor zeiten hat man dem fürsten gefrohnet, jetzo den fuchsschwänzer. Lehmann 88; fuchsswänzer. Butschky kanzlei 768; der fuchsschwänzer Achitophel (vgl. 1 Sam. 17, 1—3). Patmos 69; ob ihn schon manche vor einen fuchsschwänzer und maulchristen gehalten. Jucundiss. 12; auf Fulvus, den artigen fuchsschwänzer. in einer überschrift bei Wernike 105; ein grosser heuchler und fuchsschwänzer. ehe eines weibes 70; wo ein aas ist, da sammlen sich die adler, und wo ein fürst ist, da finden sich die fuchsschwänzer. Müller erquickst. 228; siehe da! pflanzt er mir nicht im neuen bosket alle zwanzig schritte eine cypresse (dem namen des herrn zu gefallen) und auf jede seite ein rosenstöckchen, der fuchsschwänzer der! Gotter 3, 171; (Lenette sagte,) dasz die hausherrin sich bei der buchbinderin über das auszenbleiben des miethzinses greulich aufgehalten und über ihren eigenen mann dazu, der ein fuchsschwänzer und komplimentarius sei und die leute nicht grob genug mahne. Jean Paul Siebenkäs 2, 101.

[Bd. 4, Sp. 356]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuchsschwänzerei, f. schmeichelei, besonders niedrige, adulatio. schon im 16. jh. im gebrauche, aber zuerst von Stieler sp. 1955 aufgenommen: er weisz von keiner fuchsschwänzerei, suppalpandi nescius est. wann er (könig Ludwig XI.) in Frankreich unter der fuchsschwänzerei oder schmeichelei und unter den vanitäten desz französischen adels were auferzogen worden, so würde er schwerlich zu den groszen qualitäten kommen sein. Schuppius 83.
auch so viel als kriechende, heuchlerische schmeichelei, ein reden das ganz dem andern zu gefallen, ihm nach dem munde ist, eine nach gunst strebende heimliche verleumderei oder angeberei. wie aber bei fuchsschwänzer, so lassen sich auch hier die bedeutungen oft nicht scheiden. der soll nicht sauerteig und honig, das ist falsche lere und fuchsschwänzerei drunter mengen. Mathesius 128b = (1562) 117a. höre nicht auf die fuchsschwänzerei dieses menschen; dasz er in den verdacht gekommen ist, unredlich zu sein, beruht auf fuchsschwänzerei.
 
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fuchsschwänzerfeind, m., parasitorum contemtor. Stieler 461.
 
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fuchsschwänzerin, f. eine nach gunst strebende schmeichlerin, eine niedrige schmeichlerin, eine kriechende, heuchlerische schmeichlerin, eine die zu gefallen redet, assentatrix:

und da soll kein fuchsschwänzerin,
wie ihr seid, brechen meinen sin.
Birk doppelsp. 129.


 
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fuchsschwänzerisch, adj. einem fuchsschwänzer eigen oder gemäsz, assentatorius, adulatorius, blandus. Stieler 1955. davon das gleichlautende adverbium. ebenda.
 
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fuchsschwänzern = den fuchsschwänzer machen, wie ein fuchsschwänzer handeln, würde eine volksthümliche ableitung von fuchsschwänzer sein, kommt aber schwerlich vor, und wenn Stieler im register zum sprachschatz fuchsschwänzeren verzeichnet, so ist dies druckfehler für fuchsschwänzerinn, welches in der angegebenen spalte 1955 steht.
 
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fuchsschwanzfennich, m. panicum italicum. Holl 99b. s. DWB fuchsschwanz 7).
 
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fuchsschwanzgras, n. phleum nodosum. auch blosz fuchsschwanz, s. DWB fuchsschwanz 8).
 
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fuchsschwanzhirse, m. was fuchsschwanzfennich. Holl.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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