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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fuchsleder bis fuchsloch (Bd. 4, Sp. 348 bis 349)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuchsleder, n. das von einem fuchsbalge bereitete leder: fuchsleder, so man hosen darausz macht, dienet wol unnd ist sehr gut den podagrischen füssen. Lonicerus 326b.
 
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fuchslehm, m. ein oft in fuchs- und dachsbäuen sich findender gelber mergel. nach Adelung in einigen gegenden, besonders Thüringens.
 
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füchslein, n. , dim. von fuchs. vgl. DWB füchschen, DWB füchsel.
1) der kleine fuchs, der junge fuchs, vulpecula. mhd. müste vühselîn stehn. füchslein. H. Sachs II (1591), 4, 37. junge füchslein, catuli vulpis. Stieler 575; ein schmeichlendes füchslein, pellax vulpecula. ebenda. sprichwörtlich: under einem füchslein steckt oft ein löwe, pellis vulpina saepe leonem tegit. ebenda. Auch kosewort und im spott überhaupt für den fuchs: füchslein, haben wir dich!
2) ein kleines oder junges rothes pferd:

und (Idomeneus) sah ein hurtigs pferd darneben,
war an der farb ein füchszlin eben,
hett an dem kopf ein weisse blassen.
Spreng Il. (1610) 326a.


3) ein kleiner oder blutjunger student im ersten halbjahre.
 
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fuchslendig, adj. an den lenden dem fuchs ähnlich gestaltet. so nennt man ein pferd fuchslendig, auch froschlendig, wenn es wegen zu groszer krümmung und einer zu starken richtung der dickbeine nach vorn eine zu lange keule hat.
 
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füchslich, adj. was fuchsmäszig. mhd. füchselich, vüchselich:

zuozim ein vuchs gegangen kan (kam)
mit vüchslîchem (Benecke: füchselîchem) sinne.
Boner 55, 7;

dër vuchs ir beider richter wart
und sprach nâch vüchslîcher (Benecke: füchselîcher) art. 71, 34.

nhd. scheint das wort erloschen.
 
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fuchslied, n. das studentisch zur begrüszung angehender studenten (s. DWB fuchs 7) und beim fuchsritt übliche lied, welches anfängt:

was kommt dort von der höh?
was kommt dort von der ledernen höh,
ça, ça ledernen höh,
was kommt dort von der höh? u. s. w.

auch fuchsenlied mit dem gen. sg. fuchsen zusammengesetzt, wie denn fuchs in diesem liede schwache biegung hat:

was bringt der postillon? u. s. w.
»er bringt nen fuchsen mit«.


 
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füchsling, m. ein handschuh von fuchspelz. in Baiern (Schmeller 1, 508). vgl. DWB fuchsklaue.
 
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fuchslist, f. die dem fuchs eigne list. denn:

ein listig raubthier ist ein fuchs.
H. Sachs II (1591) 2, 82b.

[Bd. 4, Sp. 349]



danach überhaupt eine grosze fein angelegte list: als er sie aber mit fuchslisten hindergieng. Wickram rollw. 55b;

wie man spricht: fuchs und huren list
wol hundert tausentfeltig ist.
H. Sachs I (1590), 168c.


 
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fuchslistig, adj. wie der fuchs listig, überaus listig: ein fuchslistig man. Pauli schimpf u. ernst 169b; der gar fuchslistig malefict. Ayrer getreuer Ramus 372a;

und will er in der welt beleiben,
musz er oft list mit list vertreiben,
und musz die fuchslistigen fliehen.
H. Sachs II (1591), 4, 34b.


 
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fuchslistig, adv. vom vorigen adj.:

ein fuchslistig gescheider mann.
H. Sachs I (1590), 365d;

gar fuchslistig geschlichen. Ayrer kaiser Otte 95a; ... hat der autor als ein geistlich mann und getreuer seelenhirt, welcher sich jetzo in seinem hohen alter ... im zeughause fleissig finden läst, mit werfung der schulden uff den gemeinen soldaten und unbendigen bauersman die händ zu waschen sich fuchslistig unterstanden. Wertheimer deduct. 246. doch bleibt in den beiden letzten stellen ungewis, ob das wort nicht eigentlich das adj. sein könnte.
 
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fuchsloch, n.
1) die fuchshöle. der älteste ausdruck für die vom fuchse bewohnte erdhöle, denn schon mitteld. findet sich fuchsloch, fusloch, wie sich aus flurnamen mittelrheinischer gegenden und der Wetterau ergibt, als: quartale under dën vuslocheren. urk. von 1293 in Baurs hess. urkunden 2, 481; dimidium juger an fuslocher(n). urk. von 1293 ebenda s. 486; 1 zweideil uf dën voislochere(n), item 1 under dën voislochere (n). urk. v. 1313 ebenda s. 741; vi jugera an dëm fosloche. urk. v. 1320 ebenda s. 837; uf dëm fëlde gên Echzil uf dën fuslucherin. urk. von 1376 in Baurs urkundenbuch v. Arnsburg s. 620; zu dën foszlochern gelëgen. urk. v. 1403 ebenda s. 692. noch kommt z. b. in der gemarkung von Niedererlenbach in der Wetterau der flurname vor heimzu in dem fuchsloch. loch aber wird mhd. vom bau des fuchses gesagt (Reinh. 1518 f.) und erscheint auch in mhd. Übelloch (ebenda 1522), der verdeutschung des altfranz. Malpertuis, wie Reinharts höle im Renart heiszt (s. 1, 1161. Reinh. CXLII f.). eben so findet sich mhd. loch von der höle oder dem bau des dachses, und dahsloch im Reinh. 1165 (vgl. DWB dachsloch) würde auch ein mhd. fuhsloch erwarten lassen, wenn für dieses nicht schon jenes urkundliche mitteld. fusloch spräche. fuchsloch, fovea vulpina. Maaler 145a und darnach Henisch 1273, 10.
2) die öffnung in der blase des theerofens, wodurch der theer abflieszt. nur an einigen orten. Weber ök. lex. 1, 173a.
3) im bergbau heiszt fuchslöcher machen nicht bergmännisch bauen, sondern bald hier bald da ein loch machen.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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