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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
blarren bis blaseloch (Bd. 2, Sp. 66 bis 68)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) blarren, balare, rugire, schreien, die schreibung schwankt zwischen blarren, blärren, blerren, plerren und blären, bleren, nnl. blaren: bei Maaler 71a und Henisch 411 blären, die lämlin blären; Tobler 58a pleren von ziegen, lämmern, kühen, selbst katzen; zu hant danach kam ein wolf für die thür des kitzes und zwang sein stim zugleich dem blarren der geisz. Steinhöwel Es. 38; fand man manchen, der basz das plären kond, dan ein evangelium exponieren. Plater 37; er plarret sie an, wie ein kalb ein nüw thor. Keisersb. post. 3, 46; unnütz gespei, blerren und geschrei sollen die belägerten gegen dem feind mit nichten treiben. Kirchhof disc. mil. 35; und wie die alten sich füllen, blerren und rufen, folget ihnen gleichergestalt das gesind und kinder. wendunm. 209a; die ochsen blärren hören. Philand. 1, 623;

die lieder seind zu dieser zeit nit theuer,
es blarret sie ein bauer in die leier.
Martin von Kempe.


 
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blarrer, m. balator, ein beiname: Theodericus blarrer. monum. zoller. no 192. a. 1261; Johannes de Mörsberg dictus

[Bd. 2, Sp. 67]


blarrer. a. 1304 in L. Schmid urk. zu den pfalzgr. von Tübingen s. 83. woraus die mhd. form blarren folgt.
 
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blarricht, cicatricosus, der eine blarre, narbe im gesicht hat. Stieler 185.
 
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blas, bläs, bles, m. gen. blasses, blesses, macula alba in fronte equi, bovis, canis, ahd. plas (Graff 3, 257), blasros equus, qui albam frontem habet; wahrscheinlich ist das mhd. blas (: glas) bei Nith. 17, 3 eine figürliche anwendung; bair. der blas. Schm. 1, 238, schweiz. der bläs, bles. nnl. bles f. het haar an het vorhoofd van een paard: ik greep hem bij zijne bles; hij heeft eene fraaje bles; aber auch kale plek aan het hoofd van een mensch; engl. blaze; altn. bles f. und blesi m. lamina alba in fronte equi, schw. bläs, hr, bildande en hvit fläck i pannan och ner öfver nosen p hästar; dän. blis, hvid plet i en hestes pande. bläs, bles heiszt auch ein pferd, rind, hund mit solchem weiszen flecken auf der stirne; seh da meinen blassen, meinen rundtraber, mein lerchle. Garg. 134a; man sagt sprichwörtlich, um jemand zu nöthigen: frisz blas, ist halb haber. Tobler 56a; er reitet ein schönen bles; nnl. hij rijdt met twee schoone blessen; merkwürdig ist aber die nnl. nebenform blaar und blare, schwarze kuh mit weiszem fleck, R für S. serb. und illyr. lisa macula alba, poln. łysina, böhm. lysina, offenbar von łysy, lysý kahl, und mit diesem sl. adj. hängt unser blas, bles nahe zusammen, Stald. 1, 181 hat ausdrücklich blaszkopf für kahlkopf, glatze, Tobler 56b blaszkopf und blaszgrend (grind = kopf), hierfür entscheidet schon eine mhd. stelle:

wæret ir stark als Samson was,
ich lieʒ mich roufen, daʒ ich blas
wurd an mînem houbet. Ls. 1, 298.

falsch ist es zu schreiben blasz, blesz, wodurch es mit dem abliegenden blasz pallidus, bleich vermengt wird, ebenso wenig gehört es zu bletz macula. vgl. hernach blasse und blasz.
 
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blas, m. spiritus, halitus, hauch: hauwen dem hauwer op dem stamme sein havet af bi enem blase (in einem zug). weisth. 1, 183. nd. blas des levendes, lebendiger athem. Brem. wb. 1, 95.
 
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bläschen, n. bullula, pustula, vesicula: ein bläschen im wasser, auf der zunge, auf der haut; kleines bläschen im fisch. mit kurzem ä, bläschen fulica, bläshuhn.
 
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bläschenkraut, was blasenkraut.
 
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blase , f. mit langem a, ahd. plâsa, mhd. blâse, nnl. blaas, schw. blsa.
1) bulla, wasserblase, luftblase: das wasser kocht und wirft blasen; das bier wirft blasen; blasen steigen auf; die kinder treiben aus strohhalm seifenblasen auf;

mein gehirn
treibt öfters wunderbare blasen auf,
die schnell, wie sie entstanden sind, zerspringen.
Schiller 262b.


2) pustula, papula, auf der haut; ich habe mir blasen gebrannt; blasen ziehen; spanische fliege zieht blasen; sich blasen laufen, treten; von blut geschwellte blasen. Gryphius 1, 210; wenn die blase zu voll ist, platzt sie.
3) vesica, harnblase:

durch die plosen farn lassen. fastn. sp. 1158;

diser saft wascht die blas. Garg. 87a; die blase entleeren, die blas entlären. Garg. 232b; ebenso fischblase, gallenblase.
4) löcher im brot, im metall oder bims heiszen blasen.
5) beutel zu geld, taback oder anderm gebrauch, aus der blase eines schweins gemacht. der name wird dann auf andere kapseln übertragen, z. b. papierne düten heiszen an einigen orten blasen; bläschen von löschpapier. das heiszt freilich einen mit der dürren blasen und mit dreien erbeszen jagen. Luther 3, 249b;

ein blasen anhenken, wie man thut sagen
und darmit aus zum teufel jagen.
H. Sachs IV. 3, 17c;

derhalben entsetzen wir uns eben so wenig vor inen, als vor einer blasen mit erbsen. bienenk. 12b.
6) blasenähnliches metallgefäsz, cucuma: branntweinblase; die eingemauerte ofenblase.
7) figürlich, geizblase wie geizhals: wie etliche geizige blasen thun, die auf benante tage zinse aufheben und frisch widerumb dasselb auch auf zinse treiben. Luther 1, 195a, doch im älteren druck der schrift vom wcher bl. 104 steht: wie etlich geitig blassen thnd, was auf blasse stirn führt.
 
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blasebalg, m. follis, folliculus: dort höret man in der schmittn die heisere blasbälg. Petr. 108b; man musz den blasbalg besser treten. Lehmann 29; er denkt nur an sich und die übrige welt ist ihm wie ein blasebalgsnagel. Göthe 36, 10.

[Bd. 2, Sp. 68]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) blasebalgmacher, m. Gryphius 1, 718.
 
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blaseloch ,
1) foramen, quo tibia inflatur.
2) fistula in fronte balaenae, qua spirat: aus den beiden blaselöchern, womit sentimentale wallfische sich öffentlich ausweinen in buchläden, hab er beträchtliche ströme ausgespritzt. J. Paul Tit. 2, 20.

 

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