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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bladern bis blahe (Bd. 2, Sp. 60 bis 61)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bladern, blaterare, plaudern. s. DWB blodern.
 
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blaf, ein ausruf wie baf, zu welchen beiden die verba blaffen und baffen sich ganz gleich verhalten: er schleicht mit seiner büchse herum, wo sich einer zu nahe wagt, blaf liegt er. Göthe 8, 107. 42, 139.
 
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blaffabilität, f. vis latrandi, die blaffabilität unsres publici. Hamann 4, 216, nach Richey s. 435, der blaffabilitas aus dem teutonista zieht. es ist auch in Ducange 1, 697 eingegangen.
 
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blaffen, latrare, nnl. blaffen: tegen de maan blaffen, wider den mond bellen, sich fruchtlos mühen;

fern nun blafts und belfert mit nahendem laut.
Voss 2, 38;

sie schreien über den hund 'er ist toll', wol wissend, was die jungen auf der gasse daraus folgern, und der arme hund soll gegen sie auch nicht einmal blaffen? blaffend sie nicht lügen strafen? ihnen nicht die zähne weisen? Lessing 10, 231; unser hündchen war mit seinen pfötchen und kuriosen blaffen so fröhlich. Tieck ges. nov. 2, 74.
 
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blaffer, m. latrator, auch ein jagdhund mit breitem maul.
 
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blaffert, m. monetae species. Ducange u. blaffardus, nnl. blafferd, blafaard: ich gebe nicht den vierten theil von einem blaffert, schrie der zahnarzt. Wieland 20, 13. bei hochdeutschen schriftstellern blaphart, plaphart, plappert.
 
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blage, pl. blagen, ein wort, das man im nordwestlichen Deutschland, in Niederhessen, am Niederrhein, durch Westfalen bis in die Niederlande scheltend und geringschätzig von kindern, zumal unartigen verwendet, vgl. Firmenich 1, 292. 302. 318. 319. 345. 379. 386. 398. 412. 417. 422. 428. 453. Halbertsma im overijsselschen wörterbuch hat blage, een opgeslopen meisje, dat zich het air geeft van een groot mensch, und blage van een deerne, kleuter, wie es sonst heiszt eene stoute kleuter, een klein meisje, in Westfalen klüterken, kinder. Firmenich 1, 295. tiefer in Norddeutschland gilt in gleichem sinn gere, göre, was eigentlich den zwickel am kleid, schosz, mhd. gêre besagt und aufs kind angewandt wird, denn gerade so ist das litt. skwernas rockzipfel und eine schelte für das unartige kind: tu skwerne, du balg! du göre! an göre aber mahnt das schweiz. gorsch, gortsch. Stald. 1, 465. Tobler 234, statt welches sonst gof und göfli vorkommt. Stald. 1, 462. Tobler 231, in Vorarlberg gog; man kann bei gere auch ans engl. girl denken. in Östreich banse, bansch (1, 1119. 1120), sonst aber viel allgemeiner balg (1, 1085. 1086), doch kaum ist blage umstellung von balg, sondern das was im brem. wb. 3, 325. 325 unter plak, plakke steht, ein abgerissenes, abgeschnittenes, angesetztes, angeklebtes stück, frustum, segmentum, folglich ganz die vorstellung von gêre und litt. skwernas. im teutonista

[Bd. 2, Sp. 61]


findet sich plaggen vestes attritae, cincinnus (? fimbria cincinnorum). lauter merkwürdige, sicher uralte und für den unterschied der stämme wichtige benennungen, das kind wird durch einen ans kleid angesetzten zwickel bezeichnet.
 
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blagen für plagen, z. b. blagen und bemühen. Garg. 231b.
 
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blägen, balare, s. DWB blähen.
 
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blähbauch, m. venter turgidus. Garg. 279b.
 
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blahe, f. linteum crassius, grobe packleinwand, mhd. blahe. Ben. 1, 195b. bei Henisch 403 involucrum sarcinarum, das gröbste werk ungebleicht gibt blahen, darein man die kaufmannsgüter einpacket; durch ein blahen oder tuch gegossen. Thurneisser magn. alch. 1, 77; zeigten da ihr zerrissene fanen und paner der plagen, so über die kärch gespant waren. Garg. 200a; ein ort mit schifplagen oder segeltüchern überzogen. Spangenb. lustg. 245; die kaufmansgüter werden in blaen eingeschlagen. 353; blahe oder wachsplahe, wachsleinwand. Frischlins nomencl.; auch die jagdtücher von groben linnen heiszen plahen oder plachen und bei der kaiserlichen jägerei gab es plachenknechte. wahrscheinlich stammt dies wort geradezu aus dem lat. plaga jägernetz und plagula tuch, decke, vorhang, wie noch heute in der Wetterau hin und wieder ein fenstervorhang die blähe heiszt. Stieler 1461 schreibt plahen, blahn, plan, heute in Obersachsen plane, blane. schweiz. die blane, das über ein schif oder einen wagen gespannte tuch, vielleicht doch das schwellende, von blahenen, blanen. vgl. auch Schmeller 1, 236 und blaue.

 

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