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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bitzelechtig bis blach (Bd. 2, Sp. 58)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bitzelechtig, beiszend: dis wasser ist an seiner kost (im geschmack) dem bitzelechtigen, scharpfen essig gleich. Thurneisser von wassern. 237; bitzelachtiger apfel, säuerlicher. Stald. 1, 176.
 
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bitzelein, n. segmen, abschnitt: muscatnusz, muscatblüh und cardomomen, jedes ein halb loth, dann von einer citronen die bitzelein (scheiben). Hohberg 3, 156b, vgl. Schmeller 1, 230.
 
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bitzeli, n. frustula: es freut mich kein bitzeli = gar nicht. Stald. 1, 176.
 
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bitzeln ,
1) leviter gustare. Maaler 70d.
2) leviter mordere: die pfefferkörnlin bitzeln und beiszen. Keisersb. der has im pfeffer; ein pfefferkörnlin bitzlet mer auf der zungen, dann ein ganze handfol magsomen. omeis 11a; die finger bitzeln mir, wenn man aus heftiger kälte schnell ins warme kommt; es bitzelt alles in mir vor zorn. Schm. 1, 229; ein floh kitzelt und bitzelt, zitzelt und fitzelt. Hoffm. gesellsch. lieder 263; die scharfbeiszende und bitzelnde rute. Simpl. 1, 17; so brantewein bitzelt auf der zung unds teigt in den kopf, das thut eine berühmte frau auch. Bettine br. 1, 55.
3) dissecare, in frusta concidere, stückeln, zerstückeln, schnippeln, zerschnippeln. Stald. 1, 176.
 
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bitzer, amarus, findet sich in den bruchst. eines gedichts von der offenb. Joh. (jahrb. der berlin. ges. 10, 165. 166):

daʒ ich iʒ eʒe an minen munt
also iʒ honich were,
an minem buche waʒ iʒ bitzere;
unde de wi denen umbe daʒ hemelriche sere,
daʒ dunket unsen buchen bitzere.

dadurch wird die vorgetragne abkunft von bitter aus beiszen unzweifelhaft. wahrscheinlich kennen auch nhd. volksmundarten dies bitzer. vgl. nnl. bits, scharf, trotzig.
 
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bitzlecht, was bitzelechtig: sein geschmack soll lieblich und am kosten etwas saur, bitzlecht und gar nicht zusammenziehend sein. Thurneisser von wassern. 109.
 
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bitzweize, m. panicum viride.
 
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bitzwurzel, f. anemone pratensis.
 
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bla, s. DWB blau.
 
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blä, s. DWB blee.
 
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blach für flach erscheint schon im ahd. plahmâl opus plumarium (Graff 2, 715. 716), mhd. blachmâl. Alex. 493, auszerhalb der zusammensetzung bei Helbling und Boner (Ben. 1, 195b). das nhd. adj. verzeichnen Henisch 403. Stieler 190. blach angesicht, facies plana; bis ans meer, das im blachen felde ligt. 2 kön. 14, 25; ich wil verziehen auf dem blachen felde in der wüsten. 2 Sam. 15, 28; im blachen felde. Luther 3, 198;

hingehn uber das blache feld.
H. Sachs III. 1, 80a;

der dir das rothe meer in blaches feld gewandt.
Fleming 13 (15);

[Bd. 2, Sp. 59]



und wenn die grosze welt
auf einem blachen platz dir vor die augen stellt
ihr ungezähltes volk. 26 (28);

rückten wir mit drei haubitzen ins blache feld. westph. Rob. 146; ruckte der feind aus der enge ins blache feld entgegen. 194;

in blaches feld hinaus.
Wieland 18, 178;

als ihm im blachen feld
ein ungeheurer thurm sich vor die augen stellt. 22, 102;

das blache gefild umher.
Stolberg 1, 5.

heute wird es nur mit feld und gefilde, sonst nicht gebraucht, man kann nicht sagen die blache hand. mehr unter flach, das mit plaga, πλάξ und πλατύς verwandt scheint.

 

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