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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bittdienst bis bitterapfel (Bd. 2, Sp. 51 bis 55)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bittdienst, m., dienst um den gebeten werden musz.
 
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bitte, f. preces, petitio, goth. bida, ahd. pita und pëta (Graff 3, 56. 57), mhd. bëte (Ben. 1, 171a), nhd. aber hat bete nur noch beschränkte anwendung (1, 1696).
eine bitte thun, einlegen, anbringen, stellen; ich habe noch eine kleine bitte (zu thun); ich that die bitte nicht vergeblich; eine bitte wagen, an einen richten; eine bitte bitten: nu bitte ich eine bitte von dir. 1 kön. 2, 16; ich bitte eine kleine bitte von dir. 2, 20;

euch soll recht werden, drinnen auf der burg
nennt eure bitte, hier ist nicht der ort.
Schiller 546a;

die bitte erhören, gewähren, abschlagen, ablehnen, verschmähen, verweigern; sich der bitte weigern; die bitte erneuern, wiederholen; mit bitten bestürmen, belästigen, ermüden. man sagte auch die bitte geben für gewähren, die bitte geschieht für wird gewährt: der gott Israel wird dir geben deine bitte, die du von im gebeten hast. 1 Sam. 1, 17; er aber gab inen ire bitte. ps. 106, 15; o das meine bitte geschehe! Hiob 6, 8; Pilatus aber urteilet, das ire bitte geschehe. Luc. 23, 24. eine erlaubte, gerechte, verschämte bitte; inständige, flehentliche; dies ist meine erste, letzte bitte; deine bitte ist mir befehl. Am. wenn du mich liebst, kannst du mir wol eine bitte abschlagen? Fr. keine, keine, wenn sie nicht mehr ist als mein leben. Schiller 111a;

nicht aus bitte,
sondern, freund, aus herzenstreuen.
Logau 3, 5, 48.

die sieben bitten im vaterunser; sie gehört schon in die siebente bitte, sagt man von einer, auf welche die worte gehn, erlöse uns vom übel. anliegen und wunsch sind eine noch nicht laut gewordne stille bitte, doch heiszt es auch die bitte lang mit sich umtragen. gesuch und begehren sind dringender als bitte. heisze bitte, kalter dank. guter herren bitte ist mordgeschrei.
 
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bittel, m. procus, freier, werber, ahd. pitil (Graff 3, 56), mhd. bitel (Ben. 1, 171a), altn. bidill, ein gutes, jetzt ausgestorbnes wort, das Henisch 401 und Stieler 176 noch anführen, aber mit büttel vermischen.

des glaub du böser ditel,
ich darf nit solcher pitel. fastn. sp. 615, 25.


 
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bitten , rogare, goth. bidjan, ahd. pittan, mhd. bitten, alts. biddian, nnl. bidden, ags. biddian, engl. beg für bed, altn. biddja, schw. bedja, dän. bede. falsch ist es, wie sonst oft geschah und noch von Adelung aufgestellt wird, im praet. bath für bat zu schreiben. unmittelbar verwandt scheinen lat. petere (1, 1052) und impetrare, wie sich die begriffe des bittens und erlangens sonst begegnen (s. DWB betteln 1, 1729). beide

[Bd. 2, Sp. 52]


petere und bitten könnten ursprünglich die bedeutung von procumbere, cadere ad terram enthalten haben, und wie petere terram hiesz was alts. erda sôkian, mhd. erde suochen, ags. hrusan sêcan = zu boden fallen, petere lectum, somnum, ins bett fallen (1, 1723. 1724), das bett suchen, die federn suchen; gerade so musz auch bitten, beten und betteln von dem demütigen und armen gelten, der vor gott die knie beugt, vor dem reichen niederfällt, dessen füsze sucht (ad ejus pedes procumbit). das bett war das lager, worauf der müde mensch niederfällt (1, 1722), denn auch nieder, nidar, deorsum bezieht sich auf ein altes niþan labi, cadere. hiernach kann sich auch πτωχός und goth. bidagva (1, 1736) aufklären und wir begreifen, warum petere salutem fuga, sein heil in der flucht suchen, ansuchen, nachsuchen und gesuch (bitte) gesagt wird. bedenklicher ist schon ein zusammenhang zwischen bitten und binden (altn. binda, praet. batt) und fesseln, gestützt auf die analogie zwischen δέω und δέομαι.
1) bitten hat den acc. der person, einigemal auch der sache: so ir den vater etwas bitten werdet in meinem namen, vulg. si quid petieritis patrem in nomine meo. Joh. 16, 23; wil ich allein dieses einen jeden bitten. Melanchth. im corp. doctr. chr. 521; aber, wenn ich dich etwas bitten dürfte. Wieland 10, 75;

nur folge mir, ich bitte dich nur dies.
Göthe 12, 241;

erst gestern must ich ihn nothwendig etwas bitten. 7, 49.

doch wird in diesem etwas der acc. undeutlich gefühlt, und wir sagen nicht: ich bitte dich geld, brot, wie lat. rogo te numum, panem. inzwischen gestattet sich Lohenstein das leben bitten. Arm. 1, 520 und man hört auch: eins bitte ich dich, bitte mich alles in der welt, nur das nicht. die ältere sprache, und schon die gothische, setzte die sache in den gen.: þishvah þei bidjiþ attan. Joh. 16, 23; baþ þis leikis. Matth. 27, 58, ahd. bat thes lîchamen; odo wer ist fon iu manno, then oba bitit sîn sun brôtes, ja ni gibit her imo stein. Matth. 7, 9; mhd. stellen gibt Ben. 1, 169b, auch Keisersb. hat noch: sie baten in seiner gnade. ausg. der jud. J 3. nhd. gebrauchen wir statt des gen. die praep. um: so in sein son bittet umbs brot. Matth. 7, 9; oder so er in bittet umb einen fisch. 7, 10; bat in umb den leib Jesu. 27, 58; er bittet dich umbs leben. ps. 21, 5; ich bitte dich um geduld, um verzeihung.

stecke den degen ein,
ich bitte dich drum!
Göthe 12, 242.


2) der acc. der person kann wegbleiben, und dennoch die sache im gen. oder mit der praep. um stehn: mhd. urloubes bitten. nhd. um urlaub bitten; da ich umb disen knaben bat. 1 Sam. 1, 27; und hast nicht um reichthumb, noch umb gut gebeten. 2 chron. 1, 11; bitten umb antwort. 1 Macc. 12, 18; um das wort bitten. Klinger 7, 15; darf ich um ihren namen bitten? bei älteren schriftstellern begegnet zuweilen der gen: sie baten frides, musten frides bitten; sie baten herberge. Kirchhof wendunm. 189. doch gilt auch der blosze acc. der sache:

ich bitte nicht gnade,
aber lasz um den tod, gottmensch erbarmer dich bitten.
Klopstock Mess. 19, 110;

ich hab urlaub gebeten. Göthe 8, 92. 42, 117;

ein zeichen bat ich, wenn ich bleiben sollte. 9, 21;

doch schone seiner, wenn du mit ihm sprichst,
das bitt ich eifrig. 9, 39.

oder daneben wird die person mit der praep. von ausgedrückt: aber eins bitte ich von dir. 2 Sal. 3, 13; eins bitte ich vom herrn, das hette ich gerne. ps. 27, 4.

nur eines bitt ich von euch allen.
Hagedorn 3, 106;

und da er eine gunst von ihm sich bitten sollte.
Wieland 9, 223;

nur das bitte ich mir von euch. zuweilen unterbleibt der acc. der sache: wer sie bäte, wer weisz was sie thäte.
3) im abhängigen satz kann dasz, ob, oder der inf. stehen: bittet aber den herrn, das aufhöre solch donnern und hageln gottes. 2 Mos. 9, 28; bitte den herrn, das er die schlangen von uns neme. 4 Mos. 21, 7; sie baten in aber, das er längere zeit bei inen bliebe. apost. gesch. 18, 20; wir bitten dich bald zu kommen; er bat ihn das zimmer zu verlassen. Luther entbehrt auch das zu: so bitt ich nun für gut aufnemen. br. 2, 397; auch bitte ich mir eine vergebliche fürbitte zu thun in gnaden günnen. 2, 668; bat, ob ich nicht könnte.
4) bitten verbindet sich mit flehen: wer denn bittet und

[Bd. 2, Sp. 53]


flehet. 1 kön. 8, 38; wer denn bittet oder flehet unter allerlei menschen. 2 chron. 6, 29;

zu bitten dacht ich, flehend siehst du nun
die dringende.
Göthe 9, 340.

man sagt, demütig, fuszfällig, unter thränen bitten; sie bat ihn mit heiszen thränen; hoch und theuer bitten; vermanet und bat Tobiam hoch. Tob. 8, 22; er sprach, du hast ein hartes gebeten. 2 kön. 2, 10; hinter gott und vor gott bitten = aufs inständigste; ich bitte dich um alles in der welt, um gottes willen; um tausend gottes willen.
5) bitten mischt sich mit beten, wie schon 1, 1696 gesagt wurde:

den ganzen tag bat er sein paternoster her.
Pfeffel 1, 146,

für betete, und in der kirchensprache: laszt uns zu gott bitten! für beten. Luther sagt aber, bete zu gott. ps. 42, 9. er geht bitten = betteln.
6) häufig für einen bitten, intercedere: lasz in fur dich bitten. 1 Mos. 20, 7; bittet fur mich. 23, 8; bittet den herrn fur mich. 2 Mos. 8, 8; Mose bat fur das volk. 4 Mos. 21, 7; für einen kranken in der kirche bitten lassen. Luther braucht gegen einen statt bei einem bitten: das ir wollet bitten gegen meine gnädigsten herren umb guten rat. br. 2, 334; das die gute zwei leutlin, dafur ich gegen e. k. f. g. zu Wittemberg bat, das sie solten bekomen ein amptlin. 4, 475. ich bitt vor zorn. Philand. 2, 57 meint, ich warne vor zorn, bitte nicht zu zürnen.
7) es ist dafür gebeten = das wird nicht geschehn, unterbleiben: o dafür ist gebeten, dasz man mirs weis macht. Lessing 1, 334; sachte, dafür wird gebeten sein! Schiller 201b; dafür ist in allen kirchen gebeten.
8) bitten für freien, zur braut bitten (vgl. bittel):

kümt witfraw her vom wüten,
wann niemand sie wil bitten?
Logau 3, zug. 5.


9) bitten = einladen, invitare, zur theilnahme an einer handlung bitten: zu gaste, zur kindtaufe, hochzeit, leiche bitten; auf ein glas wein, auf ein butterbrot bitten;

welcher teufel pat dich her?
Haupt 8, 510;

ich pin zu der sach gepeten. fastn. sp. 568, 1;

zog auszer denen, die der archon hatte bitten lassen, verschiedene herbei, die nicht geladen waren. Wieland 19, 298.
10) vor bitte kann das pronomen ich zuweilen unterbleiben (gramm. 4, 218), wenn es, fast adverbialisch, eingeschaltet wird: reiche mir das buch, bitte; thu ihm den gefallen, bitte, bitte; vgl. engl. pray, pray tell me. aber auch mit pronomen: I pray; ich bitte dich ums himmels willen!

wer nahms? ich bitte sie!
Göthe 7, 86;

und um verwunderung, in die rede einfallend, auszudrücken: ich bitte! ich bitte dich! aber ich bitte, wie konntest du dich so vergessen! nun, da bitt ich einen!
11) höflich, mildernd, einwendend, grob, wenn ich bitten darf. Lessing 1, 588; wenn man bitten darf. Schiller 182b; ich musz sehr bitten; ich bitte sehr.
12) bitten ist lang, befehlen kurz. bittens und wünschens geht viel in den sack.
 
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bitten, n. preces: dringendes, unausgesetztes bitten; das du erhörest das bitten und beten deines knechts. 2 chron. 6, 19;

auch ich, mein vater,
vereinige mein bitten mit dem seinen.
Schiller 608a.


 
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bittenlich, adj. und adv., ahd. pittantlîh (Graff 3, 56): bittenlich, deprecatorie, suppliciter. vocab. 1482 e 1a. z 2a.
 
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bitter, m. petitor: die emsigen bitter erhöret gott; ein grober, unverschämter bitter. Stieler 176. s. hochzeitbitter, kindtaufbitter, leichenbitter.
 
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bitter, m. turdus iliacus, die weindrossel, in einigen gegenden.
 
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bitter , amarus, acerbus, goth. baitrs, ahd. pitar, pittar (Graff 3, 88), mhd. bitter (Ben. 1, 176), alts. bittar, nnl. bitter, ags. biter, engl. bitter, altn. bitr, schw. dän. bitter. unverkennbar, mit merkwürdiger abweichung der formen, von der wurzel beiszen, goth. beitan mordere, aus dessen ablaut bait das goth. adj. baitrs unmittelbar flieszt. auch gab es, mit eingeschaltetem K, ein ahd. peiscar mordax (Graff 3, 232), dem altn. beiskr amarus, schw. bäsk, besk, dän. besk entspricht. für amarus dauerte aber ahd. und mhd. neben pîʒan, bîʒen die tenuis der vorigen lautstufe in pittar, bitter fort, dessen T und TT also dem der übrigen dialecte begegnet (ungefähr wie ahd. tutto, nhd. dutte dem ags. tit, engl. teat zur seite steht

[Bd. 2, Sp. 54]


und von zitze abweicht, vgl. auch DWB schütten und schützen). auf ähnliche weise gilt das dän. bitter neben bide, mordere, dessen part. bidende ganz die vorstellung von bitter enthält. die hochdeutsche aspiration wird sich dennoch hernach unter bitzel und bitzer geltend machen.
Erwägung fordert endlich der auffällige verhalt von bitter zu πικρός, in welches der kehllaut, nur an andrer stelle, wie in jenes beiskr eingetreten sein könnte. man pflegt πικρός, doch sehr unbefriedigend, mit πεύκη, πίτυς (fichte) und der wurzel pug, pung zusammen zu bringen; πικρός schiene, wie μικρός, σμικρός auf smâhi, altn. smâr, auf ein deutsches fâh zu führen, das in solchem sinn nirgends vorkommt. die verwandtschaft zwischen bitter und πικρός, wenn sie stattfindet, musz also besser aufgeklärt werden. albanesisch gilt pikete, vgl. picken, bicken, stechen.
Bedeutungen von bitter.
1) zunächst drückt es den geschmack aus, und ist, wie sauer, der gegensatz des süszen: ein bitterer geschmack im munde; bitterer mund, os amarum; die bittere galle, gallenbitter, er hat die bittere galle gebrochen; ich sehe, das du bist voll bitter galle. apost. gesch. 8, 23;

ir herz ist bitter wie ein gall.
H. Sachs III. 3, 65d;

bitterer wermut; denn die lippen der huren sind süsze wie honigseim, aber hernach bitter wie wermut. spr. Sal. 5, 4; ire drauben sind gall, sie haben bittere beere. 5 Mos. 32, 32; ich aber hatte dich gepflanzt zu einem süszen weinstock, einen ganz rechtschaffen samen, wie bistu mir denn geraten zu einem bittern, wilden weinstock? Jer. 2, 21; die bittere mandel steht der süszen, das bittere bier dem süszen entgegen, der bittere trank dem süszen: gut getrenk ist bitter denen so es trinken (im verflachten land). Es. 24, 9; denn gott wird uns helfen mit einem bittern trunk. Jer. 8, 14; der bittere kelch des leidens;

nicht kurz sind unsere leiden,
denn wir haben das bittre der sämtlichen jahre getrunken.
Göthe 40, 289.

wie aber auch das salzige gegensatz des süszen ist, heiszt es: und solt es (das fleisch) mit bitter salzen essen. 2 Mos. 12, 8; sie kunden des wassers zu Mara nicht trinken, denn es war fast bitter. 15, 23; und der priester sol in seiner hand bitter, verflucht wasser haben. 4 Mos. 5, 18; quillet auch ein brunn aus éinem loch süsze und bitter? Jac. 3, 11. die thränen können salzig oder bitter genannt werden, er hat bittere thränen geweint, bittere zähren vergossen. bittere arznei; was bitter ist dem mund, das ist dem herzen gesund; einen bittern schnaps, kümmel nehmen, oder mit ausgelasznem subst. blosz einen bittern.
2) lebendig wird das wolgeschmacke, süsze ausgedrückt durch 'nicht bitter'. das ist nicht bitter; der wein schmeckt nicht bitter; das lautet nicht bitter. Hebel 3, 302.

zwar die vier und zwanzig ritter
ehren wir in allen fällen,
doch auch fräulein sind nicht bitter,
wenn sie sich dazwischen stellen.
Göthe 4, 136.


3) dann gilt bitter, wie herb, für austerus, saevus: ein bitter mensch trachtet schaden zu thun. spr. Sal. 17, 11; und fand, das ein solchs weib bitterer sei denn der tod. pred. Sal. 7, 27; und ist kein zorn so bitter als der frauen zorn. Sir. 25, 22; ein bitter und schnell volk. Habac. 1, 6; ein bitter volk. Luther 3, 233; o tod, wie bitter bist du. Sir. 42, 1, worüber mythol. s. 808 mehr zusammengestellt ist; sein bitterster feind. pers. baumg. 4, 19;

und möcht mir thun den bittern tod.
Rebhuhn klag des a. m. 10;

des todes bittre pfeile (πικρὸς ὀϊστός).
Schiller;

weh, weh, sie kommen. bittrer tod!
Göthe 12, 238.

leiden darneben den bittern hunger. Kirchhof mil. disc. 116; in jenem winter herschte die bitterste kälte; sie ist ringsum, wo sie land hat, und wo die hitze oder der bittere frost es erlaubt, mit pflanzen ohne zahl besetzt. Hebels schatzk. 4; sie musten jahrelang in der bittersten noth leben; in bitterer armut;

Phyllis schlief, ein bienlein kam,
sasz auf ihren mund und nam
honig oder was es war,
Corydon, dir zur gefahr:
dann sie kam von ihr auf dich,
gab dir einen bittren stich.
Logau 2, 3, 83;

ich ziehe wieder mit ins feld,
kein weg im feld ist bitter.
Göthe 4, 61;

[Bd. 2, Sp. 55]



nicht der bittere schweisz der ewig drängenden arbeit. 40, 328;

zur härte fügt ihr noch den bittern hohn.
Schiller 406b;

sie dürfen vielmehr mich
in meiner bittern angst mit bitterm hon verlachen,
und schütlend ihren kopf mit spot,
auch krumme mäuler machen.
Weckherlin 87;

es ist mein bittrer ernst; denn es ist im ernst und bitter wider zweierlei feinde. Luther 3, 302; denn es ist dem guten kerl gar zu bitter ernst, als dasz er spasz verstehen könnte. Wieland bei Merck 2, 74; mhd.

under einander wart der bitter ernst gemischet. Lohengr. s. 107;

mein bruder, warumb hastu also lieb die bittere einöde? Cyrillus 30b; musz dazu bittere wort hören. Sirach 29, 30; bitteren vorwurf machen; sie machten ihm auch oft durch flämische gesichter und bittre reden einen verdrieszlichen augenblick. Göthe 19, 123; durch heftige, giftige und ser bittere schriften. Alberus wider Witzel G 8a; da hielten sie ein ser grosze und bittere klage. 1 Mos. 50, 10; da ruft der keiser mit bitterer stimme. Aimon e; stetigs an das bitter scheiden gedenken thet. Galmy 199; zum bittern andenken dieses leidwesens. pol. stockf. 319;

so musz man dann nur dämpfen
den rauch der bittren zeit.
Logau 1, 8, 98;

zucker in der bittren zeit. 1, 10, 2;

ein bittres angedenken.
Gotter 2, 147;

hier fühl ich, dasz ich bitter werde.
Schiller 246b;

ein busz, die im wirt saur und bitter. fastn. sp. 706, 10;

habt ir aber bittern neid und zank in euren herzen. Jac. 3, 14; er hat ein bitteres gemüt, empfindet den bittersten hasz; bittere schimpfwort, speiwort, da der Neidhart im fasz ist. Maaler 70c.
4) einem nicht das bitterste gönnen, nicht das bitterste lassen = nicht das geringste, wie man sagt nicht einen bissen. Adelung will es darum aus biszchen herleiten, vielmehr aber zeigt es, dasz bitter eben so gut als bisse und biszchen von beiszen abstammt.
 
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bitter, adv. amare, goth. baitraba, πικρῶς, ahd. pittaro: inti ûʒ gangenti Petrus wiof bittaro. Matth. 26, 75; wenn er fort war, warf ich mir diese härte bitter vor. Gotter 3, 27; er haszte höfe bitter. J. Paul Tit. 1, 20; nicht so bitter die zähne geknirscht! Schiller 198; du antwortest mir bitter, du redest bitter. s. bitterlich.
 
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bitterapfel, m. cucumis colocynthis.

 

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41) zweiglein
 ... die spitzen an der buch und zweiglein an der tann D. v. d. Werder ras. Roland
 
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