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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bissel bis bisz (Bd. 2, Sp. 48)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bissel, n. buccella, offella: besser und mehrer gute bissel wurden auf den tellern abgehoben, als man über tafel asz. Simpl. 2, 279; die beste bissel zurichten. 2, 476. ein bissel bedeutet ein wenig: es kommt auf ein bissel zeit und schweisz an, so erholt man sich wieder. Göthe 42, 7; und bitte dich, vater und mutter ein bissel zu laben. Göthe bei Merck 1, 84; höre, Louise, das bissel bodensatz meiner jahre, ich gäb es hin, hättest du den major nie gesehen. Schiller 183b. vgl. schleckbissel. die grenze des süddeutschen bissel und norddeutschen biszchen geht durch Sachsen.
 
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bissenfischchen, n. pisciculus, an dem man nur einen bissen hat.
 
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bissenweise, adv. offatim, schw. bitvis.
 
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bissig, was beiszig, mordax, rixosus, amarus: nit umb der bissigen, scharpfen warheit willen leiden. Frank weltb. vorr.; und wenn der rachselig lib begert des nechsten blsts, het er nit den bissigen zan, das zu vollstrecken. Cyrill bl. 39; von einem bissigen, jungen weib. Kirchhof wendunm. 328a; das übergewicht seines widersprechenden, bittern, bissigen humors. Göthe 25, 300; in bissigem gefühl auf und abgehend. Klingers theat. 4, 147; die freude hatte ihn vormittags bissig gemacht. J. Paul Hesp. 1, 49; ein bissiger satiriker. aesth. 1, 157; warum stellte er sich denn eben so bissig an, was fehlte ihm? Arnim schaub. 2, 327. in der Schweiz ist bissig räudig, krätzig. Tobler 54a. Maaler 69c.
 
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bissigkeit, f. der bissigkeit wegen bewohnt jedes von zwei rothkehlchen den halben bezirk einer stube. J. Paul herbstbl. 3, 145; nicht ohne bissigkeit und schnippisches wesen. Fichte staatsl. 41.
 
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bissinger, m. curiositas, lascivia, der vorwitz, die neugierde personificiert: man findt manchen menschen, der senft, still und fridlich ist, alsbald in der bissinger zu dem schawspil füret, wird er frech, ungeschickt und ganz grausam. Petr. 28b. bissinger ist gleichsam die beiszende neugier, oder darf man es anders deuten? etwa der teufel, der böse geist? ahd. war Bissinc, Pisinc ein jetzt dunkler eigenname (Graff 3, 216).
 
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bisten, sibilo vocare, s. DWB pisten, DWB pst rufen.
 
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bisthum, n. episcopatus: und sein bisthumb empfahe ein ander. apost. gesch. 1, 20; die kirchspiel oder bisthumb, darin man offentlich handelt die ampt der christenheit, als predigen, gott loben, danken, singen, teufen. Luther 5, 63b.
 
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bisweilen, adv. interdum, scheint im 16 jh. aufzukommen und Fischart bietet die ersten belege: biszweiln flucht er darzu, wann er mit der zungen stolpert. Garg. 162b; biszweilen auch zum mittagmal. 163b. früher galt beiweilen (1, 1407); es zeugt aber für den zusammenhang des bis und bei. Olearius hat es oft im pers. rosenth. 1, 12, 15. 16. 4, 3. pers. reiseb. s. 553. 623. Lokm. fab. 29;

denn sie kommen bisweilen herab die erde zu sehen.
Klopst. Mess. 2, 503;

auch in dem irdischen leben
sind bisweilen stunden des himmels. 11, 402.

Rompler setzt bisweil, doch Stieler 2476 bisweilen. vgl. zuweilen, unterweilen.
 
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biswurm, m. oestrus, der bisende wurm. ahd. Graff 3, 216. vocab. 1482 d 8b, bremse, die ihre oier in die haut des rindviehs legt.
 
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bisz, praet. von beiszen, statt des mhd. beiʒ, welches auch im 16 jh. oft noch beisz lautet. im pl. bissen.

 

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