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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bisen bis bissel (Bd. 2, Sp. 46 bis 48)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bisen, lascivire, ahd. pisôn (Graff 3, 216), mhd. bisen (Ben. 1, 168a), s. oben biesen, von brünstigem, läufischem vieh, aber auch von schwärmenden, frohen menschen: die alt kw biset oder spilt. Frank spr. 2, 117a;

und komen mit freuden auf die wisen
geriten, gangen, gelaufen und pisen. fastn. sp. 1352;

es hütt ein knab auf einer wisen,
liesz seine schaf und zigen pisen.
Waldis Es. 1, 62;

da wer kein awen, feld und wisen,
da nicht die geisz thet umbher bisen.
Wolgemut Es. 2, 305;

nembt war, die kuh hebt an zu bisen,
sie scherzt, sam sei sie auf der wiesen.
Eyering 1, 261;

wer ein biszchen blut könte auf die weide partieren, dasz der ochse zu biesen anfienge, wer weisz nähme er den kerlen nicht auf die hörner. Weise comöd. probe 162. vgl. biswurm, doch beiswind, mhd. bîse (1, 1398) steht im vocal. ab.
 
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bisher, adv. hucusque, adhuc: biszhere. voc. theut. 1482 d 8a; und hab in nicht gesehen bis her. 1 Mos. 44, 28; von unser jugent auf bis her. 46, 34; das sie ziegel brennen, wie bis anher. 2 Mos. 5, 7; aber du hast bisher nicht wollen hören. 7, 16; sint der zeit sie gegründet ist bis her. 9, 18 und häufig. die bürgerliche gesellschaft von bisher. Dahlmann franz. rev. 167. s. bishero.
 
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bisherig, qualis adhuc fuit: ihr bisheriger schlummer. Wieland 1, 261; bisherige zeit. Stieler 828.

[Bd. 2, Sp. 47]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bishero, die ältere und wollautende form, der man aber wie den ähnlichen anhero, dahero, dannenhero, hinfüro, nunmehro heute ausweicht, vgl. ahd. unz hera, unzan hera (Graff 4, 695). bishero steht bei Liscov noch ganz gewöhnlich: dasz seine schriften bishero nicht viel werth gewesen. 84; diese bishero noch nicht erkannte nothwendigkeit. 89; aber bishero nicht habe erweisen können. 138 u. s. w.
 
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bishin, adv. tum, bis dahin, kommt selten vor:

von welcher groszen trawrigkeit
ich euch wil geben mehr bescheid,
wenn ich bisz hin die ungeberd
der bösen feind beschreiben werd.
Ringwald tr. Eck. F 2b.


 
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bislang, adv. aus bissolang (s. bis III, 5) zusammengezogen, und etwa noch für tam diu, gewöhnlich für adhuc = bisher gebraucht. es fehlt ganz in den wörterbüchern, ist aber im munde der geschäftsleute, namentlich im Hannöverischen sehr beliebt. doch verwendet es schon Bürger:

denn ungemachs genug
ertrugt ihr schon bislang. 152a.


 
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bismer, s. DWB besemer.
 
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bismut, s. wismut.
 
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bispeln, susurrare, it. bisbigliare, schweiz. bismeln, bismen, sonst wispeln, wispern, fispern, pispern:

nach vielen bispeln ward zuletzt der schlusz gemacht,
dasz sie beisammen sein noch wollten selbe nacht
(e furon lor conclusioni estreme
di ritrovarsi quella notte insieme).
Werders Ariost 7, 21.


 
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bisse, m. offa, frustum, soviel auf einmal gebissen wird, ahd. piʒʒo (Graff 3, 230), mhd. biʒʒe (Ben. 1, 193b), ags. bita, altn. biti, schweiz. bitz, nhd. meist schon mit dem nom. bissen: der bisse, damit Adam den apfel beisz. theol. deutsch 106; und ich wil euch ein bissen brots bringen. 1 Mos. 18, 5; labe dein herz vor mit eim bissen brots. richter 19, 5; tunke deinen bissen in den essig. Ruth 2, 14; das ich einen bissen brot esse. 1 Sam. 2, 36; er asz von seinem bissen und trank von seinem becher. 2 Sam. 12, 3; hab ich meinen bissen allein gessen? Hiob 31, 17; er wirft seine schlossen wie bissen, wer kan bleiben fur seinem frost? ps. 147, 17; es ist ein trocken bissen, daran man sich genugen leszt besser, denn ein haus vol geschlachts mit hadder. spr. Sal. 17, 1; umb einer hand vol gersten und bissen brots willen. Ez. 13, 19; der ists, dem ich den bissen eintauche und gebe (goth. þammei ik ufdaupjands þana hlaif giba). Joh. 13, 26; der bisse bleibt einem im maule stecken. Witzenb. 3, 193; es ist ein übler bisse, daran man erstickt; einem den bissen vor dem maul wegnehmen;

ich aber hab kein pissen prot.
Schmelzl verl. sohn 26a;

hat einer nur ein bissen brot,
begibt er den, so leid er noth.
Eyering 2, 17;

den letzten bissen brot.
Lessing 1, 118;

vier bissen aus einer kirsche machen. Philand. lugd. 5, 307; gar zu vil auf einen bissen han. Harnisch 73;

die bissen wachsen mir vor wehmut in dem munde.
Günther ...;

gern entbehrt ich gute bissen.
Göthe 1, 171;

harte bissen gibt es zu kauen,
wir müssen erwürgen oder sie verdauen. 2, 266;

wär es ein gefundner bissen
einem heitern alten mann. 3, 179;

sie kauen längst an dem schlechten bissen. 4, 360;

(Sc. greift ihr an die wange). 'was fällt dir ein?
der bissen ist für dich zu fein.' 11, 145;

ich will einen bissen essen (wie franz. manger un morceau). 16, 258;

in éinem feldbett haben wir geschlafen,
aus éinem glas getrunken, éinen bissen
getheilt.
Schiller 379a;

und warum grad diesem den bissen vorwerfen, den du dir vor dem munde abschneidest? Lenz 1, 221; hier in dem hause setzt es schmale (magere, fette) bissen; einem alle bissen zuzählen; er nahm mir den bissen aus dem munde. man nennt die annona muricata den sauren, die annona squamosa den süszen bissen. vgl. leckerbisse, leibbisse, mundbisse.
Mit diesem bisse pflegt unsere sprache, gerade wie mit tropfe (w. m. s.) die verneinung zu stärken, ohne dasz dann an einen wirklichen bissen (oder tropfen) gedacht wird: derselbige fragt kein bissen darnach, wie und was man predigen solle. Luther 5, 89b;

und dachte nit ein bissen dran,
das er in hatte tödten lan.
Ringw. tr. Eckh. 1590. D 7b;

lasz dir nicht ein bissen grawen. L 5b. laut. warh. 150;

[Bd. 2, Sp. 48]



und nichtes mehr im kleinsten bissen
von sünden, tod und teufel wissen. E 1a;

kehr dich nicht einen bissen dran. laut. warh. 143;

welches ich nicht ein bissen acht. 132.

vgl. bissel und biszchen.
 
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bissel, n. buccella, offella: besser und mehrer gute bissel wurden auf den tellern abgehoben, als man über tafel asz. Simpl. 2, 279; die beste bissel zurichten. 2, 476. ein bissel bedeutet ein wenig: es kommt auf ein bissel zeit und schweisz an, so erholt man sich wieder. Göthe 42, 7; und bitte dich, vater und mutter ein bissel zu laben. Göthe bei Merck 1, 84; höre, Louise, das bissel bodensatz meiner jahre, ich gäb es hin, hättest du den major nie gesehen. Schiller 183b. vgl. schleckbissel. die grenze des süddeutschen bissel und norddeutschen biszchen geht durch Sachsen.

 

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