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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
binsicht bis birendörrer (Bd. 2, Sp. 37 bis 38)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) binsicht, scirpeus. im Simpl. 1, 491 steht noch binzechtig.
 
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bippap, bei Alberus 248b pyrgus (πύργος), turricula, ein spiel. s. das folgende.
 
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bippapen: laszt mans (die kinder) umb heller spilen, so leren sie dran umb creuzer bippappen oder uber das kreiszlin werfen. Frank sprichw. 2, 155b; sie lernen am heller umb creuzer bippapen oder ubers kreiszlin werfen. spr. kl. reden 214a; den büchsenschützen ist zugelassen, allein in zin und kanten zu bipappen, sonst soll man sich alles spielens enthalten. Ulmer pol. ordn. 1721 und rathsprot. 1551, bei Schmid s. 65; wir gebieten, dasz hinfüro alle gastereien, schuszwerk, buppapen und kramereien auf dem kirchweihtag ganz ab sein. würtemb. verordn. 1515 bei Schmid. in Jägers Ulm s. 540 wird bupapen erklärt: um geld nach den meisten augen würfeln. ursprünglich scheint es aber ein kinderspiel, worauf der thurm und das engl. to play at bopeep, versteckens spielen, leitet, vielleicht wurde dabei pip! gerufen. Fischart unter den spielen führt 147 an 'der baboben spilen', was leicht ganz etwas anderes ist.
 
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bippaper, m. wo komts dann hin? der wirt, bippapper, liecht, spilkart und würfel friszt es. Frank sprichw. 2, 161a; der wirt, bippaper, liecht, spilkart und würfel friszt den gewinn. spr. kl. red. 219a; du hast mer erzknappen, blotzbrüder, kämmetfäger und bippaper gehabt, dann die pfaffen zwischen ostern und pfingsten alleluia singen. Frey garteng. cap. 26; pipaper, ein herumziehender krämer, der seine waaren durch ausspielen anzubringen sucht. Ulmer kirchenvis. prot. von 1534.
 
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bippaperei, f. bei Schmid bubbabberei.
 
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bippaperisch, bubbaberisch soll nach Schmid schwächlich, kränklich, zart bedeuten, mahnt also an bibet, pipicht (oben 1, 1808), was sich mit bippaperisch mengte. kinder verbibbäpeln, verweichlichen. Gotthelf erz. 1, 190.
 
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bir, f. pirum, birne, ein übernommnes fremdes, daher unverschobnes wort, it. sp. pera, franz. poire, ags. peru, engl. pear, nnl. peer, altn. pera, schw. päron (woher finn. peruna), dän. päre. die Slaven haben ein eignes wort grouscha, russ. gruscha, poln. gruszka, böhm. hruška, litt. krauszě. ahd. sagte man nun pira, mhd. bir, und so wird auch nhd. im 16 jh. geschrieben, oft schon gedehnt bier, im 17 risz die heutige form birne ein. Alberus hat pirum ein bir, rot bir, ein grosz

[Bd. 2, Sp. 38]


bier, süsz bier; Mich. Herr im Columella 174b pl. die bieren; Frank im weltb. 16b kein bir oder apfel ist in disem land; Teucer Privatus s. 281 hat sie ihm auf dem weg eine vergifte bire hingeworfen; s. 288 hatte etliche abgefallene biren aufgelesen. noch heute heiszt es im gemeinen leben bire, und birne klingt vornehm.
Redensarten: sie lgen nach dem schatten der bieren an der erden und lon den boum gewerden. Keisersb. bilg. 126c;

hoft einen tragen hin zu grab,
der mit sim gbein wirft bieren ab.
Brant narrensch. 249,

wo anderemal auch äpfel oder nüsse gesagt zu werden pflegt, vgl. 1, 104. 152.

Gerdraut pin ich ain diern
und han zwai tüttl als zwo piern. fastn. sp. 399, 14;

und für die zwo zugegebene biren da sag ich noch einmal (dank). Garg. 33b; horcha buba, wechsel hie den kreuzer, butz mir die bir, du butzst wol, gebst ein guten goldschmid, machest sauber arbeit. 87b; asz die biren ungeschelt (vgl. den mhd. schwank), die fisch unergränt. 130a;

wilt auf dem bolster sitzen bleiben,
die birn in der kachel umbreiben.
H. Sachs III. 2, 54d;

so bin ich gar ein stolze diern,
und isz gar gern gepraten piern. fastn. sp. 521, 20. 737, 21;

brat biren, öpfel, kästen.
Scherfers grobian. 98;

hastu nit küten, so nim gebraten bieren. von guter spise 12; da dieser wolt bieren vertauschen, must er öpfel wider dargegen nemmen (gewann nichts dabei). Kirchhof wendunm. 71b; da bleiben so vil öpfel als bieren. bienenk. 86b; die alle das ander gebott in die ander zehen eingehn lassen, wie ein faule bier unter vil öpfel. 17b; aus teigen bieren werden sie böhmische feigen machen. groszm. 133;

wem nicht wird nieren oder herz,
sei fro der piren und des sterz. 143;

äpfel und biren werden mit dem gegenschein der windsbraut groszen abfall erleiden. 115; ich lasz ruben bieren sein. Garg. 63a; da sitzt sanct Peter auf dem tach, wirfet bieren herab und sanct Claus faul öpfel hinauf. 75b;

wenn er die bieren ropft
vom baume, den er selbst vor dieser zeit gepfropft.
Opitz 1, 155;

schweigen solange dasz einer eine weiche birn aussaugen möchte. Schildbürger cap. 25; eine jede hökin lobt ihre bieren. Spangenb. lustg. 262; ein biere fault auf der anderen. 263; wann die biere zeitig ist, so fallt sie selbst ab. 262, sonst: fällt sie in koth. Henisch 392. kleine biere, langer stiel.
 
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birbaum, m. pirus, birnbaum, wofür die Angelsachsen einfacher pirige f. sagten. birbaum schreibt Alberus, bierbaum Mich. Heer im Columella 174b.
 
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birbäumen, pireus: birpawmin. voc. theut. 1482 d 8b.
 
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birenbrater, m. homo ignavus, was äpfelbrater:

du Finsinger und birenbrater.
H. Sachs I, 232b.


 
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birendörrer, m. dasselbe: birendörrer, hundsbuben. Fischart groszm. 78.

 

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