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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
biestbutter bis bietbret (Bd. 2, Sp. 3 bis 4)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) biestbutter, f. butyrum e colostra, nnl. biestboter.
 
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biester, briester, m. placenta e colostra, gewöhnlich kühbriester, kühpriester, oberpfälz. küepeter. Schm. 2, 274.
 
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biester, vagus, vastus, desertus, ein von Möser unsrer schriftsprache zugebrachtes nd. wort, bei Richey byster, im brem. wb. 1, 171 büster, nnl. bijster, engl. boisterous: biester gaan, irre gehn, biester maken, verwirren, een biester gesicht, wüstes gesicht; nnl. bijster van zinnen, irre, verwirrt, sinnlos, het spoor bijster zijn, der spur irre gehn, bijster loopen, irre laufen; nd. verbiesterte deiche, wüste, vom eigner verlassene. Oberlin 160 führt aus Jeroschin die verse an:

darunter auch ein priester
bleib des lebens bister,

was doch bîster sein wird. vgl. Pfeiffer s. 132 und 1, 1398 beistern.
 
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biesterfrei, herrenlos, wildfang. Möser osn. gesch. 1, §. 41 (werke 6, 63), was hochd. wildvogel, mhd. irrevogel hiesz.
 
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biestern, errare, vagari, herumirren.
 
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biestkäse, m. caseus e colostra.
 
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biestkuchen, m. was biester.
 
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biestmilch, f. was das einfache biest.
 
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biesze, f. beta, s. oben 1, 1245. biesze gewährt Henisch 375.
 
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biet, n. ein altes, merkwürdiges wort, dessen auf ersten blick weit abstehende bedeutungen sich vereinbaren lassen,
1) biet, keltertenne, kelterboden, wo die weintrauben zerdrückt werden; den zimmerleuten aber jedes gerüst, jeder über der erde erhabene boden. ohne zweifel das ahd. piot, piet mensa (Graff 3, 76), goth. biuds mensa, alts. biod, altn. bioðr mensa, discus, die zusammengelegten breter und schalen, von der wurzel bieten offerre, elevare.
2) biet, der auf der tenne ausgedrückte saft, und dann succus, massa. Henisch 369, der bied schreibt und es zum lat. pituita stellt, deutet danach sanguis imperfecte coctus, wasser im geblüt, rotz: ich will dich tretten, dasz dir das bied soll ausgehen. Schmeller 1, 220 hat das bit, als schwäbisch, nicht bairisch; Schmid schreibt besser biet und erklärt: saft eines zerdrückten insects, fetter speisen. hierher gehört eine stelle Fischarts: andern gab er so ein nasses auf den nabel, oder trat inen dermaszen auf den tribsack und seelsack, dasz inen kutteln, krös und därm heraus, wie dem verräter Judas, lapten oder das biet hernach gieng. Garg. 206a. dies biet aber fällt zusammen mit dem 1, 1160 besprochnen batz und batzen, einen käfer batzen, quetschen, einen wurm treten, dasz ihm der batz herausgegangen ist. batsch ist doch kaum auf biet tisch und kelter zurückzuführen.
3) biet, gebiet, boden, fundus, in der Schweiz heiszt es Berner biet, Luzerner biet; es was einer usz Züricher piet, der

[Bd. 2, Sp. 4]


was manlich, redt mit luter stim. Plater 78; länderbiet. Gotth. erz. 1, 37.
 
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bietbret, n. kelterbret. zwischen die weinbeerenschichten kommen siebartig durchlöcherte bietbreter zu liegen.

 

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41) zweiglein
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