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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bicken bis bidmen (Bd. 1, Sp. 1809 bis 1810)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bicken, pungere, percutere, schlagen, hacken, hauen, mhd. bicken (Ben. 1, 115b), it. piccare, franz. piquer: steine bicken, bäume, stangen, nüsse bicken: die buren bicken die wilden böumlin, die noch jung sind, mit einem scharpfen stein und lond es darin wachsen ein jar und wenn man si abhouwet, so schelt man die rind darab, und machen oben isen daran, denn ist es ein schwinspiesz. Keisersb. christl. bilg. 39. bicken, trocken husten, s. bexen (sp. 1792); bicken sticheln, stechend sprechen; er bickt auch drein, gibt seinen senf dazu. Stalder 1, 169; ich höre die uhr bicken, spitz anschlagen, picken; bicken, zur ader schlagen, schröpfen: und solt im aber fintusen (franz. ventouses) setzen uf das glid, und solte sie lassen bicken. Gersdorf 44; schir das haar ab dem ort, reib es mit einem hänfin tch, bisz offen wird, darnach setz laszköpf darauf, bick es alsdann mit einer flieden wol, wasch das blt ab. Seuter 4; ein floh der beiszt und sticht, er zwickt und bickt. Hoffm. gesellsch. lieder 263; eier bicken, an einander stoszen. Ernst Meier schwäb. sagen 393. die tauben bicken sich den bunten hals und jetzt den kleinen kopf. Geszner, bepicken sich. man bickt den kindern das brot, schneidet es ein, damit sie es leichter beiszen. s. DWB anpicken, DWB aufpicken.
 
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bicker, m. ein stechendes, brechendes geräth, nuszbicker, nucifrangibulum, nuszknacker, meist in gestalt eines männchens, dem die nüsse in den mund gesteckt werden; auch heiszt so der heher, corvus caryocatactus.
 
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bickertlein, n. mannulus, pullus equi: ein bickertlein, ein kleins röszlein, equus pusillus. Dasypodius 129a, bickerlin 303d; bickertle, ein jung klein röszle. Maaler 68c und darnach Henisch 368; bygger klepper, byggerli, bytzger pferdchen. Stald. 1, 171; pigger, piggerli. Gotthelf käserei 253. kann gemeint sein bickhart, hartstoszend, harttrabend? und hätte ein

[Bd. 1, Sp. 1810]


solches bickart, bickhart Fischart im sinn gehabt, als er in der vorrede zum bienenkorb seinen namen versteckte? 'vorstosz Jesuwalti Pickhart'. doch Picard ist ein gangbarer französischer name und meint aus der Picardie.
 
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bickferkel, n. was bick, verschnittnes männliches ferkel.
 
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bicking, m. ictus, talitrum, schnipf: einen bicking, ein schnippchen schlagen:

solt man im einen bicking schlan
und sehn uber ein achsel an,
oder lachen seins narrenkleid.
Nigrinus affenspil G 4b.


 
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bicking, m. halec fumo duratum, s. DWB bickling, DWB bücking, DWB bückling.
 
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bickingisch, macer instar halecis: da hetzt man den lazarmen, latzleeren, ausgedörrten, rauchgehenkten, bickingischen schneckenfresser und hafenscharrer bruder lanzenstil sampt seiner lären sackpfeifen mit kröpfigen hunden aus. Garg. 81a.
 
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bickling, m. was bicking:

der (abt) musz uns ein weng tiefer sitzen
und gleich wie ein bickling verschwitzen.
Ayrer 240a.


 
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bickschwein, n. was bick und bickferkel.
 
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bidibidi, m. hermaphroditus, zwitter. Stalder 1, 170, ein wahrscheinlich alter ausdruck, in dem das wort beide, bede gelegen scheint, dessen wiederholung die vorstellung verstärkt, vgl. das litt. abbějuttis, böhm. obogñak, poln. obopłciowy, dwupłciowy, worin abbu abbi, oboge, oboje, das ahd. zuitarn, später zwiedorn, zwitter, altn. tvitôli, worin die zweizahl enthalten ist. wallonisch boc et gate, bock und geisz, ein rohes Hermes und Aphrodite.
 
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bidmen, tremere, beben erscheint schon mhd. (Ben. 1, 115b) und im reim erbidemet: gewidemet gesichert, ahd. wird es noch nicht verzeichnet. kaum ist es verkürzt aus bibedemen, in welchem fall bîdmen entsprungen wäre, sondern blosz euphonische umwandlung des vorhin angeführten bibmen. Luther meidet es in der bibel, hat es aber sonst: wenn er ein wenig einen teufel höret rauschen, erblasset und bidmet er. 4, 181a; Dasypodius gibt 321a erdbidem, kein verbum bidmen, Maaler 108d erdbiden, kein bidmen, doch vocab. 1482 d 8b bidmen, Henisch 368 bidem und erbidmen; da ward er zu hand bidmen und zittern und mocht von der stat nit kummen. sommerteil der heil. leben 1475 18b;

die erde bidmet, es klübent die steine.
Uhland 829;

da bidmeten die berge hoch.
H. Sachs III. 1, 30c;

und bidmet mit henden und füszen. III. 1, 92c;

in meim gebein bidmet das mark. III. 1, 160a;

dasz mir bidmet mein ganzer leib. III. 3, 11a;

mein ganzer leib bidmet und zitert. III. 3, 58a;

der mund bidnet (so) und vippert im. V, 325c,

sicher oft noch bei ihm; du heiliger got, von des willen die himmel werden beweget und alles erdrich bidmet. buch der liebe 108, 2; aber die herzogin sahe in an, all ir geblüt grisselt und hub an zu bidemen und zu erzittern. Aimon g; das gott wölle ein grosz bidmen, angst und zittern auf alle völker und christen ausschütten und erwecken. Frank weltb. 146a; werden von furcht und zittern bidmen. kriegsb. des fr. 227;

dasz gleich darob des himmels sal
bidmet und zittert uberall.
Spreng Il. 17b;

vor engsten ich bidme und zitter.
Ayrer 37b;

schau, wie es zittert und bidmen thut. dessen fastn. sp. 37b;

im laufe des 17 jh. gab die schriftsprache diese wortgestalt wieder auf, unter dem volk hat sie sich in Baiern (Schm. 1, 155) und der Schweiz (Stald. 1, 170) forterhalten und Göthe hat sich von neuem ihrer bedient:

er, nach langer jahre sorgen,
wo der boden oft gebidmet,
sieht nun fürst und volk geborgen,
dem er geist und kraft gewidmet. 2, 160.

s. erdbidem.

 

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