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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bezeigen bis bezeugen (Bd. 1, Sp. 1796 bis 1797)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bezeigen, n. agendi, se gerendi ratio, benehmen, betragen: Floramene empfieng das betrügliche trauergedicht, welches sie vor weinen und jämerlichen bezeugen nicht ansehen kunte. pol. stockf. 313; es ist nicht zu beschreiben, was des herrn mag. Schmelzers religieuse anordnung und selbsteigenes andächtiges bezeigen beim altar und auf der canzel vor ganz auszerordentlichen eindruck in aller gegenwärtigen herzen that. Felsenb. 2, 169; ihr freundliches und dienstfertiges bezeigen machte sie bei jedermann beliebt. Rabener 1, 191;

mit was lieblichem bezeigen
gab sie sich mir ganz zu eigen!
Canitz 172;

[Bd. 1, Sp. 1797]



um dem zu weibischen bezeigen.
in zukunft bestens vorzubeugen.
Hagedorn 2, 106;

wie wenig jahr und stand mir dies bezeigen rathen.
J. E. Schlegel 1, 435;

es ist wahr, ich habe mich über ihr bezeigen einigermaszen selbst gewundert. Lessing 2, 364; sollte ich einen liebhaber oder einen stutzer reden lassen, so ruft ich mir das bezeigen des Barons oder des Beauburgs ins gedächtnis zurück. 3, 21; er nennet sie mit namen, die der papst uneingedenk seines reuigen bezeigens zu Vercelli, auf anliegen des Humbertus, zu Rom wiederum reordinierte. 8, 378; der contrast seines finstern bezeigens mit der allgemeinen fröhlichkeit. Wieland 2, 309; er war lang, von majestätscher gestalt und von so einnehmendem bezeigen, dasz er in kurzer zeit alle herzen gewann. 6, 100; einnehmend in seinem bezeigen. 6, 153; ist es nicht, dasz sie etwas in meinem äuszerlichen bezeigen fanden, dasz sie zurückhielt? Sophie Laroche bei Merck 1, 33; ich gieng nicht eher in mein heimliches artiges stübchen, als bis ich hoffen durfte, den widrigen eindruck meines unfreundlichen bezeigens gut gemacht zu haben. Thümmels reise 2, 55; alle castilianische grosze ... schienen ihren verjährten groll gegen den flämischen adel ausgezogen zu haben und beeiferten sich in die wette, ihn durch ein angenehmes bezeigen zu gewinnen. Schiller 812b; von dem gange, von der haltung des körpers und der stellung, von dem ganzen bezeigen eines menschen, in sofern es in seiner gewalt ist. 1114b.
 
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bezeigung, f. declaratio, erweisung: er hat seiner frommen stiefmutter exemplarische sorgfalt und getreue bezeigungen in seinem gedächtnis wurzeln lassen. Brandts Taubmann 11; mich eines kleinen briefleins zur bezeigung noch währender freundschaft zu bewürdigen. Butschky kanzl. 57.
 
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bezeihen, coarguere, beschuldigen, ahd. pizîhan (Graff 5, 587), ags. beteon, mhd. bezîhen (pass. K. 324, 55), mnd. betien:

dat en ander unschuldich, we he ok si,
unde nicht betegen werde umme mi. Reinke 1970;

dat ik ju betêch mit unrechten dingen. 2523;

nhd. Haltaus 157; also wird auch s. Jacob bezigen, er hab die mesz geordnet. Frank chron. 257b; viele, denen gott die gesundheit nimpt, die will er also krank haben, und wil doch nit, dasz sie ihn solchs bezeihen sollen. Paracelsus 1, 230c; es war eben dazumal ein kriegsknecht gefangen, den bezieg er der verräterei. Kirchhof wendunm. 464b; der bzeicht ins wuchers. Thurneisser archid. 130; der herr bezeihe mich keines betrugs. Simpl. 1, 602;

eh müss er seine brüder,
so gern er sonst von ihnen nur das beste
bereit zu glauben sei, des falschen spiels
bezeihen.
Lessing 2, 279.


 
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bezeihung, f. criminatio, beschuldigung: an der bezeihung, schmach und injuri dem klager unrecht beschech. Chmel Max. s. 389.
 
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bezeite, adv. mature, mhd. bezîte (pass. K. 6, 49. 241, 56), engl. betimes: bezeite junker und spate knecht. Mich. Neander ethice vetus s. 268; zu langsam oder zu bezeit. Agricola spr. 197a; beisorge schöpfete, als möchten sich villeicht e. gn. was ubel fülen und uns armen untersassen von gott dem allmechtigen allzu bezeiten weg genommen werden. Ringwald tr. Eck. vorrede. s. DWB beizeit, DWB beizeiten sp. 1410.
 
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bezemen, s. DWB bezähmen 5.
 
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bezeptern, sceptro instruere:

ein bezepterter könig, den Zeus mit ruhme verherlicht.
Voss Il. 1, 278;

nimmer hinfort sei gütig und sanft und freundliches herzens
ein bezepterter könig, noch recht und billigkeit achtend. Od. 2, 232.

dich in der blüte der jugend erschlug die bezepterte memme.
Platen 141.


 
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bezetteln, aspergere, bestreuen: uf den abent kouft Ulenspiegel ein hüpschen apfel, den hüllecht er inwendig usz und stiesz den vol fliegen oder mücken und briet den apfel müeszlichen (langsam) und schelet den apfel und bezettelt den mit imber. Eulensp. cap. 86, wo die neueren ausgaben: bestecket ihn auswendig mit zucker und ingwer. dies bezetteln gehört zu zetten, ausstreuen, verzetten, verzetteln, verstreuen, so wie zettel am geweb der ausgesprengte faden ist und anzetteln anweben, gleichsam ansprengen, anwerfen.
 
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bezetteln, schedula instruere, mit zettel versehen: die waare, die flasche bezetteln, damit aufschrift erfolgen könne.
 
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bezetten, aspergere: mit lilien bezettet. Oberlin 152.
 
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bezeugen , testari, testificari, mhd. beziugen.

[Bd. 1, Sp. 1798]



1) die wahrheit einer sache durch seine aussage bekräftigen: und der das gesehen hat, der hat es bezeuget. Joh. 19, 35; die gerechtigkeit, die vor gott ist offenbaret und bezeuget durch das gesetz und die propheten. Röm. 3, 21; dieweil sie sich damals mit milch lieszen benügen, inmaszen Petrus bezeugt, Keisersb. s. d. m. 23a; item wann eben derselb Augustinus, desgleichen Leo klärlich bezeugen, dasz. 37b;

als dise gleichnus hie bezeugt
aus Christi mund, der nit betreugt.
Schwarzenberg 111, 1;

ich kann alle einzelnen umstände, wie sie erzählt werden, bezeugen; stark bezeugte anklage.
2) einen bezeugen, für oder wider einen zeugen: sintemal ir gewissen sie bezeuget. Röm. 2, 15; dein eigen gebet straft dich und ist wider dich, bezeugt dich, beklagt dich. Luther 1, 72b; und darf hie keiner furbitt, denn ir eigen gewissen sie reichlich bezeugt, wie sie so gar nichts wissen und so stockungelehrt sind. br. 2, 55; es ist doch war, was ich von im sag, ich wil es in bezügen. Keisersb. s. d. m. 29b; damit schmehest du in, wenn du schon in des bezügest vor eim rechten, sol man auch darüber urteilen. das.; darzu sag ich, dasz du solches in deinen rachen erlogen hast, dann ich dich solches (ejus rei) genugsamlich bezeugen wil, dasz du gar nahe der erste mann an dem hofe gewesen bist, so solchs geäffert hat. Galmy 276.
3) einen bezeugen, überzeugen, überführen: welche alle (gottes werke) im anfang sehr gut gewesen, und von gottes güte, reichthumb, weisheit und allmechtigkeit die menschen haben bezeugen sollen. Mathesius 42a.
4) sich bezeugen, von sich zeugen: und ich auch noch heutigs tags begere meine irrthume mir zu beweisen, und ich willig zu widersprechen (widerrufen) were, wo ich geirret hette, des ich mich hierinne bezeuge. Luther 1, 352; das bezeug ich mich hiemit gegen gott. br. 4, 473; so protestier ich zum ersten und bezeug mich mit diser schrift, das ich das nit wil thun zu rach. Reuchlin augensp. 4b und oft.
5) bezeugen, manifestare, declarare, mit bezeigen zusammenstoszend: denn du hast uns bezeuget und gesagt. 2 Mos. 19, 23; nemet zu herzen alle wort, die ich euch heute bezeuge. 5 Mos. 32, 46; doch bezeuge inen und verkündige inen das recht des königs. 1 Sam. 8, 9; so bezeuget ir zwar und bewilliget in ewer väter werk. Luc. 11, 48; auch mit viel andern worten bezeuget er und ermanet und sprach. apost. gesch. 2, 40; und lereten frei im herrn, welcher bezeuget das wort seiner gnade und liesz zeichen und wunder geschehen durch ire hende. 14, 3; zu ermanen und zu bezeugen. 1 Petr. 5, 12; mit den werken aber bezeugte er alsobalden, dasz er der erste wäre, der meinem kränzlein nachstellete. Simpl. 2, 126; wann ich eine gleichsam unsinnige liebe gegen ihn bezeugte. 2, 127; wann ihr euch für ein kind gottes ausgebet und bezeuget doch mit eurem rachgierigen herzen, dasz ihr seid ein kind des teufels. Schuppius 278; welches der augenschein bezeugen wird. 777; aus der abneigung, welche die Hetrurier gegen die könige anderer völker bezeugeten. Winkelmann 3, 172; so bald er fertig war, las er es Serlo und der übrigen gesellschaft vor, sie bezeugten sich alle sehr zufrieden damit. Göthe 19, 195; er bezeugte viel freude, Wilhelmen wieder zu sehen. 19, 246; freude bezeugen. Schiller 398b.

 

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