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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bezäunen bis bezeihen (Bd. 1, Sp. 1795 bis 1797)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bezäunen, sepire, mit einem zaun umziehen, umzäunen, mhd. beziunen, nnl. betuinen:

der bawr sein acker het beseet,
den er rings umb bezeunen thet.
Waldis Es. 1, 60;

ich bin gleich so engbrüstig, so bezäunt. Hippel 14, 27.
 
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bezausen, vellere, vellicare, berupfen, für bezeisen (s. zeisen und zausen): gleichwie wilde vögel sich haufenweise setzen umb ein nachteule, damit ein jeder mit seinem schnabel sie möge bezausen. Simpl. 3, 685; davon (von den würmerchen) wird er so bezaust und betreten, dasz ihm am tage kein bissen schmeckt, in der nacht kein schlaf in die augen kömmt. Weise kl. leute 204.
 
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bezeben? theilhaft werden?

gib das ich kains hons bezebe (: erhebe).
Melissus ps. J 8b.

zu zafen bei Schm. 4, 227 gehörig?
 
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bezechen, madidum, ebrium reddere, berauschen. Stieler 2604: als sie nun wol bezecht waren. Wickram rollw. 26; mit sampt seinen gästen, die auch wol bezecht waren. 29b; so war ich auch bezecht, weil ich i. f. gn. vor den trunk gestanden. Schweinichen 1, 129; ob nun wol nach gehaltener mahlzeit jedermann auf den groszen saal zum tanz ist gegangen, so ist doch jedermann so bezecht gewesen, dasz aus dem tanz wenig worden. 3, 287; einer, der sehr wol bezecht sasz. Kirchhof wendunm. 142a; dasz der bürger ganz wol bezecht heim gieng. 191b; der fähnrich und er, wie sie bezecht auf die wacht kommen, weren sie beide auf ein stroh neben einander nider gelegen. mil. disc. 261;

[Bd. 1, Sp. 1796]


denn ich stund bei der taufe lalln,
und liesz das kind ins wasser falln,
behüte gott, das war nicht recht,
doch warn die paten auch bezecht.
Ringwald tr. Eck. H 4a;

ja alle bäum auch, klein und grosz
verschmachten trostlos und frúchtlos,
wan sie nicht oft bezechet werden.
Weckherlin 520;

mahl und tanz sind gleich nun aus,
die bezechten gäste wandern
immer einer nach dem andern,
jedermann der sucht sein haus.
Fleming 366 (363);

bezechte (benetzte) wangen.
Spee trutzn. ...;

glaub, Anacharsis hatte recht,
der, weil er sich zuerst bezecht,
begehrte, dasz man ihm des wetttrunks preis ertheilte.
Hagedorn 3, 46;

ich ehrlicher alter verstelle mich auch,
bezeche den jüngling und leere den schlauch. 3, 74;

der schöne Bacchus wird, seit Amor sich verbannt,
mit satyrn stets bezecht gesehen.
Wieland 5, 213;

bezecht sich erst beim abendbrot
den kindern zum gelächter.
Bürger 48b.


 
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bezeichen, significare schreibt Luther für bezeichnen, wie es mhd. offen, vesten, wâpen hiesz für offenen, vestenen, wâpenen: denn das leiblich brot were gnug bezeicht mit dem wort 'das teglich brot gib uns heute.' 1, 79b; sintemal alle zeichen geringer sind, denn das ding, so sie bezeichen. 3, 442b.
 
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bezeichnen , notare, insignire, designare, ahd. pizeichanan, nnl. betekenen.
1) sinnlich, das lamm mit einem rothen strich, den hut mit einer nummer, den hügel mit einem kreuz bezeichnen:

am abgrund geht der weg, und viele kreuze
bezeichnen ihn, errichtet zum gedächtnis
der wanderer, die die lawine begraben.
Schiller 552a;

der untere theil von Italien erzeuget menschen von prächtigen und stark bezeichneten formen, welche gleichsam für die bildhauerei erschaffen zu sein scheinen. Winkelmann 3, 52; ihre streng geschlossenen und wenig bezeichneten lippen thaten stumm einen ernst kund. J. Paul Tit. 2, 6.
2) abstract, derhalben die sacrament nit allein die heiligung bezeichenen, sonder machen auch heilig für sich selber. bienenk. 102b; ein neues hindernis bezeichnet jede stelle (auf jeder findet man n. h.). Gotter 1, 167; zweckmäszige schritte sollten künftig seine bahn bezeichnen. Göthe 19, 63; man bezeichnet ihn allgemein als den mörder;

der graf von Luxemburg
ist von den mehrsten stimmen schon bezeichnet.
Schiller 549b.


3) einem etwas bezeichnen: ich kann dirs nicht deutlicher bezeichnen;

den weg des siegs bezeichne du dem heer,
die fahne trag uns vor in reiner hand.
Schiller 463b.


 
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bezeichnung, f. notatio: eine sorgfältige, genaue bezeichnung;

sage mir, ob ich vielleicht ihn erkenn in solcher bezeichnung.
Voss Od. 14, 118.


 
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bezeigen, declarare, monstrare, indicare, anzeigen, erzeigen, mhd.

der rinc was bezeiget, dâ soldeʒ spil geschehen. Nib. 412, 1;

meige ist bezeiget in dem grüenen walde. MS. 1, 13b,

laub und blumen zeigen ihn an, weisen ihn; nhd. bezeigen (erweisen) sie mir diese erste gefälligkeit Lessing 2, 419; Heinrich bezeigte (erwies) sich ungemein willig ihm zu dienen. 6, 163; um dem oberhaupte des reiches die gehörige verehrung zu bezeigen. Göthe 24, 302; ich überreichte ihm den risz, über den er grosze freude bezeigte (zu erkennen gab) 26, 19; er bezeigte wenig lust, die stelle anzunehmen; er bezeigte für die empfangne wolthat die gröszte dankbarkeit; bezeigte mit allem seine zufriedenheit. da declarare oft auch ein testificari sein kann, so rühren bezeigen und bezeugen aneinander, wie schon die einfachen zeigen und zeugen, zeihen und ziehen, dicere und ducere, wo mehr gesagt werden soll.
 
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bezeigen, n. agendi, se gerendi ratio, benehmen, betragen: Floramene empfieng das betrügliche trauergedicht, welches sie vor weinen und jämerlichen bezeugen nicht ansehen kunte. pol. stockf. 313; es ist nicht zu beschreiben, was des herrn mag. Schmelzers religieuse anordnung und selbsteigenes andächtiges bezeigen beim altar und auf der canzel vor ganz auszerordentlichen eindruck in aller gegenwärtigen herzen that. Felsenb. 2, 169; ihr freundliches und dienstfertiges bezeigen machte sie bei jedermann beliebt. Rabener 1, 191;

mit was lieblichem bezeigen
gab sie sich mir ganz zu eigen!
Canitz 172;

[Bd. 1, Sp. 1797]



um dem zu weibischen bezeigen.
in zukunft bestens vorzubeugen.
Hagedorn 2, 106;

wie wenig jahr und stand mir dies bezeigen rathen.
J. E. Schlegel 1, 435;

es ist wahr, ich habe mich über ihr bezeigen einigermaszen selbst gewundert. Lessing 2, 364; sollte ich einen liebhaber oder einen stutzer reden lassen, so ruft ich mir das bezeigen des Barons oder des Beauburgs ins gedächtnis zurück. 3, 21; er nennet sie mit namen, die der papst uneingedenk seines reuigen bezeigens zu Vercelli, auf anliegen des Humbertus, zu Rom wiederum reordinierte. 8, 378; der contrast seines finstern bezeigens mit der allgemeinen fröhlichkeit. Wieland 2, 309; er war lang, von majestätscher gestalt und von so einnehmendem bezeigen, dasz er in kurzer zeit alle herzen gewann. 6, 100; einnehmend in seinem bezeigen. 6, 153; ist es nicht, dasz sie etwas in meinem äuszerlichen bezeigen fanden, dasz sie zurückhielt? Sophie Laroche bei Merck 1, 33; ich gieng nicht eher in mein heimliches artiges stübchen, als bis ich hoffen durfte, den widrigen eindruck meines unfreundlichen bezeigens gut gemacht zu haben. Thümmels reise 2, 55; alle castilianische grosze ... schienen ihren verjährten groll gegen den flämischen adel ausgezogen zu haben und beeiferten sich in die wette, ihn durch ein angenehmes bezeigen zu gewinnen. Schiller 812b; von dem gange, von der haltung des körpers und der stellung, von dem ganzen bezeigen eines menschen, in sofern es in seiner gewalt ist. 1114b.
 
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bezeigung, f. declaratio, erweisung: er hat seiner frommen stiefmutter exemplarische sorgfalt und getreue bezeigungen in seinem gedächtnis wurzeln lassen. Brandts Taubmann 11; mich eines kleinen briefleins zur bezeigung noch währender freundschaft zu bewürdigen. Butschky kanzl. 57.
 
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bezeihen, coarguere, beschuldigen, ahd. pizîhan (Graff 5, 587), ags. beteon, mhd. bezîhen (pass. K. 324, 55), mnd. betien:

dat en ander unschuldich, we he ok si,
unde nicht betegen werde umme mi. Reinke 1970;

dat ik ju betêch mit unrechten dingen. 2523;

nhd. Haltaus 157; also wird auch s. Jacob bezigen, er hab die mesz geordnet. Frank chron. 257b; viele, denen gott die gesundheit nimpt, die will er also krank haben, und wil doch nit, dasz sie ihn solchs bezeihen sollen. Paracelsus 1, 230c; es war eben dazumal ein kriegsknecht gefangen, den bezieg er der verräterei. Kirchhof wendunm. 464b; der bzeicht ins wuchers. Thurneisser archid. 130; der herr bezeihe mich keines betrugs. Simpl. 1, 602;

eh müss er seine brüder,
so gern er sonst von ihnen nur das beste
bereit zu glauben sei, des falschen spiels
bezeihen.
Lessing 2, 279.

 

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41) zweiglein
 ... die spitzen an der buch und zweiglein an der tann D. v. d. Werder ras. Roland
 
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