Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bezauberer bis bezeichnen (Bd. 1, Sp. 1795 bis 1796)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bezauberer, m. fascinator, zauberer.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bezaubern, fascinare, verblenden, ahd. pizouparôn (Graff 5, 581), mhd. bezoubern, nnl. betoveren: es war aber ein mann, der bezauberte das samaritische volk. apost. gesch. 8, 9; o ir unverstendigen Galater, wer hat euch bezaubert? (goth. ô unfrôdans Galateis, hvas izvis afhugida?) Gal. 3, 1; lasse die spitzigen und glaublosen sophisten nach solchen ungründlichen dingen trachten und die gottheit ins sacrament bezaubern (zaubern). Luther 2, 228b; es ist, gott lob und dank, des hanfpotzens zu Rom furcht und scheu einmal weniger worden und will das capitel si quis suadente nit mehr die leute bezobern. die welt kan itzt den segen auch sprechen. br. 2, 15; der (von seiner leidenschaft) bezauberte mensch. Kant 10, 9; der den diese chimäre bezaubert. 10, 14. wird heute, wie das franz. charmer, enchanter für angenehm einnehmen, entzücken gesetzt: die frauen betheuerten, diese tracht lasse ihm vorzüglich gut. Philine stellte sich ganz bezaubert darüber. Göthe 19, 15; eine bezaubernde ähnlichkeit. J. Paul Hesp. 2, 43; sie bezaubert jedermann durch ihre anmut; es ist zum bezaubern.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bezauberung, f. fascinatio: bezauberung in einem sonst gesunden gemütszustande ist ein blendwerk der sinne, von dem man sagt, dasz es nicht mit rechten dingen zugehe. Kant 10, 149; komm dann du süsze hofnung einer bessern zukunft und feszle meine seele mit deinen schmeichelnden bezauberungen! Wieland 1, 59; wo Schatulliöse des ritters bezauberung aufzulösen die ehre gehabt. 5, 15.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bezäumen, frenare, einen zaum anlegen, bezähmen, nnl. betoomen: warumb solte sie (die liebe) nicht auch eine misfällige unart bezäumen können, deren anzeigung rothe augen sein? pol. stockf. 61; und gab sich in der antwort vor einen solchen aus, welcher sein fleisch und blut nicht bezäumen könne. 113; wer sich vor liebe hüten will, der bezäume seine augen, dasz sie sich nicht vergaffen und das blinde geblüte rege machen. 120; wodurch er (der könig) ihre freiheit zu bezäumen suchte. Möser 2, 191;

der sommer bezäumet
beim Sirius itzt
den löwen, der bäumet
sich wild und erhitzt.
Fr. Müller 2, 379.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bezäumung, f. erbauete er zu bezäumung sowol der Friesen als der Bructerer eine festung. Bünau 1, 147.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bezäunen, sepire, mit einem zaun umziehen, umzäunen, mhd. beziunen, nnl. betuinen:

der bawr sein acker het beseet,
den er rings umb bezeunen thet.
Waldis Es. 1, 60;

ich bin gleich so engbrüstig, so bezäunt. Hippel 14, 27.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bezausen, vellere, vellicare, berupfen, für bezeisen (s. zeisen und zausen): gleichwie wilde vögel sich haufenweise setzen umb ein nachteule, damit ein jeder mit seinem schnabel sie möge bezausen. Simpl. 3, 685; davon (von den würmerchen) wird er so bezaust und betreten, dasz ihm am tage kein bissen schmeckt, in der nacht kein schlaf in die augen kömmt. Weise kl. leute 204.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bezeben? theilhaft werden?

gib das ich kains hons bezebe (: erhebe).
Melissus ps. J 8b.

zu zafen bei Schm. 4, 227 gehörig?
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bezechen, madidum, ebrium reddere, berauschen. Stieler 2604: als sie nun wol bezecht waren. Wickram rollw. 26; mit sampt seinen gästen, die auch wol bezecht waren. 29b; so war ich auch bezecht, weil ich i. f. gn. vor den trunk gestanden. Schweinichen 1, 129; ob nun wol nach gehaltener mahlzeit jedermann auf den groszen saal zum tanz ist gegangen, so ist doch jedermann so bezecht gewesen, dasz aus dem tanz wenig worden. 3, 287; einer, der sehr wol bezecht sasz. Kirchhof wendunm. 142a; dasz der bürger ganz wol bezecht heim gieng. 191b; der fähnrich und er, wie sie bezecht auf die wacht kommen, weren sie beide auf ein stroh neben einander nider gelegen. mil. disc. 261;

[Bd. 1, Sp. 1796]


denn ich stund bei der taufe lalln,
und liesz das kind ins wasser falln,
behüte gott, das war nicht recht,
doch warn die paten auch bezecht.
Ringwald tr. Eck. H 4a;

ja alle bäum auch, klein und grosz
verschmachten trostlos und frúchtlos,
wan sie nicht oft bezechet werden.
Weckherlin 520;

mahl und tanz sind gleich nun aus,
die bezechten gäste wandern
immer einer nach dem andern,
jedermann der sucht sein haus.
Fleming 366 (363);

bezechte (benetzte) wangen.
Spee trutzn. ...;

glaub, Anacharsis hatte recht,
der, weil er sich zuerst bezecht,
begehrte, dasz man ihm des wetttrunks preis ertheilte.
Hagedorn 3, 46;

ich ehrlicher alter verstelle mich auch,
bezeche den jüngling und leere den schlauch. 3, 74;

der schöne Bacchus wird, seit Amor sich verbannt,
mit satyrn stets bezecht gesehen.
Wieland 5, 213;

bezecht sich erst beim abendbrot
den kindern zum gelächter.
Bürger 48b.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bezeichen, significare schreibt Luther für bezeichnen, wie es mhd. offen, vesten, wâpen hiesz für offenen, vestenen, wâpenen: denn das leiblich brot were gnug bezeicht mit dem wort 'das teglich brot gib uns heute.' 1, 79b; sintemal alle zeichen geringer sind, denn das ding, so sie bezeichen. 3, 442b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bezeichnen , notare, insignire, designare, ahd. pizeichanan, nnl. betekenen.
1) sinnlich, das lamm mit einem rothen strich, den hut mit einer nummer, den hügel mit einem kreuz bezeichnen:

am abgrund geht der weg, und viele kreuze
bezeichnen ihn, errichtet zum gedächtnis
der wanderer, die die lawine begraben.
Schiller 552a;

der untere theil von Italien erzeuget menschen von prächtigen und stark bezeichneten formen, welche gleichsam für die bildhauerei erschaffen zu sein scheinen. Winkelmann 3, 52; ihre streng geschlossenen und wenig bezeichneten lippen thaten stumm einen ernst kund. J. Paul Tit. 2, 6.
2) abstract, derhalben die sacrament nit allein die heiligung bezeichenen, sonder machen auch heilig für sich selber. bienenk. 102b; ein neues hindernis bezeichnet jede stelle (auf jeder findet man n. h.). Gotter 1, 167; zweckmäszige schritte sollten künftig seine bahn bezeichnen. Göthe 19, 63; man bezeichnet ihn allgemein als den mörder;

der graf von Luxemburg
ist von den mehrsten stimmen schon bezeichnet.
Schiller 549b.


3) einem etwas bezeichnen: ich kann dirs nicht deutlicher bezeichnen;

den weg des siegs bezeichne du dem heer,
die fahne trag uns vor in reiner hand.
Schiller 463b.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 41 bis 50 von 41 Nächste Treffer
41) zweiglein
 ... die spitzen an der buch und zweiglein an der tann D. v. d. Werder ras. Roland
 
Artikel 41 bis 50 von 41 Nächste Treffer