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bezahlung bis bezäumen (Bd. 1, Sp. 1794 bis 1795)
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[Bd. 1, Sp. 1794]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bezahlung, f. denn auch des menschen sohn ist nicht kommen, das er im dienen lasse, sondern das er diene und gebe sein leben zur bezalung für viele. Marc. 10, 45; kreuz und leiden geben sie gott an bezalung (an zahlungsstatt). bienenk. 106b;

die bezalung ward in ganz recht gegeben,
das seind sie worden innen.
Soltau 417 (a. 1554).


 
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bezähmbar, domabilis.
 
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bezähmen , domare, nnl. betemmen, in der wildheit bändigen.
1) domare belluas: sie besteigt auf mannsweise das pferd, weisz es zu bezähmen und anzutreiben. Göthe 6, 194;

wolthätig ist des feuers macht,
wenn sie der mensch bezähmt, bewacht.
Schiller 78b,

denn das feuer gilt für ein lebendiges, wildes thier.
2) es kann aber auch als element bewältigt werden, gleich der flut:

und wer ists, der den ocean
bezähmet, dasz er nicht aus seinen ufern gleiten
und uns die sündflut wieder bringen kann?
Gotter 1, 401.


3) wuchernde pflanzen zurückdrängen:

dort bezähm einengender ranken geile verdumpfung.
Voss.


4) sich, die leidenschaften, die zunge bezähmen:

bezähme der zunge verwegenes toben!
Schiller 511a;

o kaum bezwingen wir das eigne herz,
wie soll die rasche jugend sich bezähmen. 522a.


5) einen bezähmen lassen, gewähren lassen, gehn lassen: laszt in bezemen, das er fluche, denn der herr hats in geheiszen. 2 Sam. 16, 11, wo die LXX ἄφετε αὐτὸν καταρᾶσθαι, die vulg. dimittite eum ut maledicat; aber den löseschlüssel kennet er (der heil. geist) nicht, da leszt er den bapst allein mit bezemen (fertig werden). Luther 5, 222b;

als ein alter mann lang hett gelebt,
dem tod, wie er kund, widerstrebt,
zuletst der tod rauscht her behend,
der alles dinges ist ein end,
und wolt denselben alten nemen,
er sprach, lasz mich ein weil bezemen,
das ich mein testament mög machen.
Waldis Es. 3, 25;

leg deine eier her
in meinen schosz, in meinen gern,
wenn all vögel dein feinde wern,
so solten sie dirs hie nit nemen,
bei mir lassens dir (l. dich) wol bezemen. 2, 26;

lat mi betemen, ik wilt wol maken. verl. sohn 528;

Stieler führt an 2594: wir wollen ihn bezämen lassen, indulgeat cupiditatibus suis, satisfaciat voluntati suae, offenbar, wir wollen ihn in ruhe lassen, mache er was er will. man sagt in Ostpreuszen etwas bezähmen lassen, gestatten, zulassen, ich lasse es dabei bezähmen, bewenden; in niederdeutschen und thüringischen gegenden: er bezähmet sich nicht ein glas wein zu trinken, getraut sich nicht, läszt sich nicht die ruhe, die zeit dazu; er bezähmet sich das nicht, wendet das nicht an sich. nd. laat mi betämen, lasz mich zufrieden, in ruhe, ik tame mi dat nig, ich scheue mich die kosten daran zu wenden, he tämet sik een good glas wien, er erlaubt sich ein gut glas wein, he het sik en nij kleed tamet, sich ein neues kleid zugelegt. brem. wb. 5, 17. 18; lat mi betemen, lasz mir freie hand. Schütze holst. id. 1, 96;

Buköken vun Bremen,
lat min Hanne betemen!

kobold, lasz meine Hanne ungestört. Klaus Groth quickborn s. 238; bischof Schadebant zu Hildesheim, als er sah, dasz er immer krieg führen muste: gaf he dat bischopdom up unde toch weder na Rome, und leit se mit den roven unde krige betemen (liesz sie rauben und kriegen, so viel sie wollten). script. rer. brunsv. 3, 382; da der markgraf sah, dasz Magdeburg wol versehen war: do brach he up unde leit den bischop mit öne betemen (liesz den bischof mit den bürgern gewähren, selbst fertig werden). Es leuchtet ein, dasz hier überall nicht das transitive bezähmen, domare, sondern sein stamm, das intransitive bezemen (mhd. zëmen) obwalte, was unserm ziemen, geziemen nahe kommt. betemen laten, beziemen lassen will sagen thun lassen, was einem ansteht (gefällt), ziemt, wozu er selbst lust hat, und schade ist, dasz wir dieses gefügen ausdrucks heute entrathen.
 
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bezähmer, m. domitor.
 
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bezähmerin, f. domitrix: bezähmerin der herzen;

die bezähmerin wilder sitten.
Schiller 55a.

[Bd. 1, Sp. 1795]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bezähmung, f. domitio, bändigung:

zwölf sind säugende stuten und lastbare füllen der mäuler
ungezähmt. gern holt ich mir eines davon zur bezähmung.
Voss Od. 4, 637;

diese (die bastille) zur bezähmung der hauptstadt benutzte festung. Beckers weltg. 12, 132.
 
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bezähnen, dentare, mit zähnen ausstatten:

keine wölf, so stark bezähnet,
dir sie (die schäflein) werden reiszen weg.
Spee trutzn. 331 (301).


 
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bezauberer, m. fascinator, zauberer.
 
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bezaubern, fascinare, verblenden, ahd. pizouparôn (Graff 5, 581), mhd. bezoubern, nnl. betoveren: es war aber ein mann, der bezauberte das samaritische volk. apost. gesch. 8, 9; o ir unverstendigen Galater, wer hat euch bezaubert? (goth. ô unfrôdans Galateis, hvas izvis afhugida?) Gal. 3, 1; lasse die spitzigen und glaublosen sophisten nach solchen ungründlichen dingen trachten und die gottheit ins sacrament bezaubern (zaubern). Luther 2, 228b; es ist, gott lob und dank, des hanfpotzens zu Rom furcht und scheu einmal weniger worden und will das capitel si quis suadente nit mehr die leute bezobern. die welt kan itzt den segen auch sprechen. br. 2, 15; der (von seiner leidenschaft) bezauberte mensch. Kant 10, 9; der den diese chimäre bezaubert. 10, 14. wird heute, wie das franz. charmer, enchanter für angenehm einnehmen, entzücken gesetzt: die frauen betheuerten, diese tracht lasse ihm vorzüglich gut. Philine stellte sich ganz bezaubert darüber. Göthe 19, 15; eine bezaubernde ähnlichkeit. J. Paul Hesp. 2, 43; sie bezaubert jedermann durch ihre anmut; es ist zum bezaubern.
 
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bezauberung, f. fascinatio: bezauberung in einem sonst gesunden gemütszustande ist ein blendwerk der sinne, von dem man sagt, dasz es nicht mit rechten dingen zugehe. Kant 10, 149; komm dann du süsze hofnung einer bessern zukunft und feszle meine seele mit deinen schmeichelnden bezauberungen! Wieland 1, 59; wo Schatulliöse des ritters bezauberung aufzulösen die ehre gehabt. 5, 15.
 
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bezäumen, frenare, einen zaum anlegen, bezähmen, nnl. betoomen: warumb solte sie (die liebe) nicht auch eine misfällige unart bezäumen können, deren anzeigung rothe augen sein? pol. stockf. 61; und gab sich in der antwort vor einen solchen aus, welcher sein fleisch und blut nicht bezäumen könne. 113; wer sich vor liebe hüten will, der bezäume seine augen, dasz sie sich nicht vergaffen und das blinde geblüte rege machen. 120; wodurch er (der könig) ihre freiheit zu bezäumen suchte. Möser 2, 191;

der sommer bezäumet
beim Sirius itzt
den löwen, der bäumet
sich wild und erhitzt.
Fr. Müller 2, 379.

 

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