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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bewilligung bis bewinseln (Bd. 1, Sp. 1785 bis 1786)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bewilligung, f. früher einwilligung, consensus: entziehe sich nicht eins dem andern, es sei denn aus beider bewilligung eine zeitlang (goth. us gaqissai). 1 Cor. 7, 5; darumb haben die lerer ein solchen unterscheid gesetzt, das ein schlechter gedanken on bewilligung sei nicht eine todsünde. Luther 5, 380a; das sie (böse gedanken) nicht einwurzeln, damit nicht ein fürsatz und bewilligung draus werde. das.; nichts one vorgehenden rat und bewilligung. bienenk. 42a; das concili zu Pisa one bewilligung des bapstes versamlet. 44a. heute concessio, permissio: bewilligung einer gnade, einer geldsumme.
 
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bewilligungsrecht, n. das bewilligungsrecht der abgaben zu provinzialbedürfnissen kann denen landständen nicht verweigert werden. denkschr. des freih. vom Stein 215.
 
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bewillung, f. concessio: höchste bewillung. Petr. 108a. gleich darauf steht aber bewilligung.
 
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bewillkommen, salutare, excipere, willkommen heiszen. schon die Angelsachsen bildeten aus vilcuma, qui gratus advenit, ein schwaches verbum vilcumian salutare, also praet. vilcumôde, was noch im engl. welcome, part. welcomed fortdauert: þät ge eovre gebrôðra vilcumiað. Matth. 5, 47, bei Ulf. gôleiþ, ahd. heilazet. das ahd. wilichomo, wiliquemo entfaltete kein verbum, das auch mhd. und nhd. bis in 17 jh. mangelt. Stieler weisz von keinem verbum willkommen oder bewillkommen. zuerst scheint es Kleist zu setzen

er bewillkommt seine gäste. 2, 143;

neuere haben es öfter:

bewillkommen tänze, begrüszen gesänge
ein glückliches paar im entscheidenden act.
Gotter 1, 339;

der tag bewillkommt eine jede gute that, die im stillen geschah. Göthe 14, 228; die königin bewillkommte ihre freundin. 15, 255; der bewillkommende müller. 17, 82; die gäste waren bewillkommt. 17, 109; um sie im namen des königs zu bewillkommen. Schiller 1086. spöttisch, er wird ihn schon bewillkommen, für übel empfangen, wie den sträflingen beim eintritt ins zuchthaus ein willkommen widerfährt. über die form bewillkommnen s. unter vervollkommnen.
 
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bewimmern, deplorare. Stieler 2480.
 
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bewimpeln, velare. Henisch 362, nnl. bewimpelen, gilt zumal vom aufstecken des segels und der flagge auf das schif:

das waren mir selige tage!
bewimpeltes schiflein, o trage
noch einmal mein Lottchen und mich.
Overbeck;

der bewimpelte nachen.
Rückert 320.

dann auch verschleiern, verhüllen, verdecken: er will die sache bewimpeln, verbergen.
 
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bewindeln, fasciis involvere, einwindeln. mhd. myst. 341, 29.
 
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bewinden, involvere, umwinden, bewickeln: daʒ die milich glîte ûf ein biuteltuoch, dar in bewint sie. von guter speise 10; so wint daʒ blat zusamene. 11; es ist keiner eins unglücks frei, bisz er die augen zugethan hat oder im das haupt bewunden ist (mit der leichenbinde). Henisch 363; bewindts mit leder, zwilch oder warmit du wilt. Fronsp. 2, 192a; den arm nach dem aderlasz bewinden; den blumenstrausz mit zwirn bewinden;

wie mit dem weiszen gewand ihn Herodes höhnte, Pilatus
ihm mit dornen die schläfe bewand.
Klopstock Mess. 19, 783;

endlich erblicken
sie an einem der palmen bewundenen pfeiler voll ernstes
einen jüngling. 15, 1009;

auf einen standpunct treten, wo eine allgemeine deutliche übersicht reinem, unbewundenem urtheil zu statten kommt. Göthe 6, 112; als ich diese meine meinung ganz unbewunden eröfnete. 26, 307; alles was der dichter unbewunden darstellt. 48, 139.
 
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bewinden, afflare, circumflare, bewehen, mit wind durchdringen: weil es stäts durchs loch des nort oder beiswinds luftig erwähet und bewindet wird. Garg. 242a.
 
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bewindhaber, m. nnl. bewindhebber, befehlshaber, ein

[Bd. 1, Sp. 1786]


unhochdeutsches wort, das zuweilen für die holländische würde beibehalten wird, z. b. Simpl. 2, 413 von einigen bewindhabern der ostindischen compagnie. J. Paul macht daraus bewindheber. jubels. 109. Fixlein 108.
 
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bewinseln, was bewimmern. Stieler 2480; bewinselten das elend des herren vaters. Butschky kanzl. 859.

 

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