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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bewerb bis bewerren (Bd. 1, Sp. 1782 bis 1783)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bewerb, m. cura, negotium, geschäft: ihr wollet mir die heutigen tag helfen ein bewerb machen, solch übel zu strafen. Reutter kriegsordn. 63; sie machte sich einen bewerb in das zimmer; er hat groszen bewerb, ein groszes geschäft, viel verdienst. ein wenig gebrauchtes wort, das in aufnahme zu kommen verdient. s. DWB gewerb.
 
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bewerben ,
1) conquirere, parare, werben, erwerben, goth. bihvairban, ahd. pihuerban (Graff 4, 1232), alts. bihuerbhan: do Dionisius ein aus in wolt tödten, dem bewarbe sein gesell ein zeitlang frisch auf widerstellung heim z ziehen. Frank chron. 27a; es wer des babstes ler nit rein, sondern betrug in frommen schein, wolt solchs aus der schrift bewerben. Waldis päpstl. reich 1, 3; kan man andere neuwe regimenter auf den frühling wider bewerben (werben, anwerben). Kirchhof mil. disc. 200; e. f. gn. hat nu lange jahr nach heiligthum in alle land bewerben lassen. Luthers br. 2, 136; hab ich gleichwol durch i. ch. gn. hofprediger meine ganze hinwegziehung bewerben lassen. Thurneisser notgedr. schr. 3, 64. man sagt heute einfach werben.
2) sich bewerben: dasz sich der Türk bewerbe, die kron zu Hungarn gewaltiglich zu überziehen. reichsabsch. von 1529 §. 16; fürsten, die ganz fürsichtigklich sich bewerben, das sie fast fromme rhät uberkomen. Hedion com. 46; der herzog mit seinen räthen der sach eins ward, dasz sich die herzogin in zweien monaten und acht tagen mit einem kämpfer bewerben solt. Galmy 277; wil mich deshalb dem glück befehlen und mich auf das allerbeste so ich kan bewerben. Thurneisser notgedr. schr. 2, 4; ein sultan, um den sich die feinste sinnlichkeit, die raffinierteste zärtlichkeit umsonst bewirbt, vergebens erschöpft. Lessing 7, 146; er bewarb sich eifrig um ihre hand, gunst, freundschaft, um die stelle, den dienst.
 
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bewerber, m. petitor, competitor: bewerber um das amt;

freundlich reicht
sie dem bewerber Kalaf herz und hand.
Göthe 4, 66.

[Bd. 1, Sp. 1783]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bewerbsam, industrius, gewerbsam: da England ein so bewerbsamer handelsstaat geworden war. Herder 16, 136.
 
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bewerbsleute, pl. werber der kriegsknechte: capitän und bewerbsleut. Kirchhof disc. mil. 58.
 
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bewerbung, f. conquisitio, comparatio: tugend ist die höchste bedingung unserer bewerbung um glückseligkeit. Kant 4, 229; die vernünftige bewerbung um glückseligkeit. 4, 230.
 
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bewerbungskünste, pl. künste der werber.
 
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bewerfen , obruere, contegere injiciendo, nnl. bewerpen.
1) mit staub, mit erde bewerfen: man erzählt, das rothkehlchen, wo es einen nackten leichnam ersehe, bewerfe ihn mit erde;

wenn welkt mit wenig erde beworfen
und verborgen zu werden auch meins! (mein leben).
Klopstock Mess. 15, 104;

statt euch ihnen zu nahen, so wurdet ihr ihre verfolger!
hasztet die besten der menschen, bewarft ihr thun mit dem staube
eurer schleichenden, dunkeln verleumdung und lästertet engel. 18, 539;

einen missethäter mit steinen bewerfen, steinigen; das volk bewarf den fliehenden mit koth; die maurer bewerfen die wand mit kalk oder leim; das haus ist grau beworfen; andern leimen nemen und das haus bewerfen. 3 Mos. 14, 42; nachdem das haus beworfen ist. 14, 48; den hopfen bewerfen, erde um ihn häufen, vgl. DWB bewallen.
2) mit sand bewerfen, bestreuen, bedecken; man bewarf den weg mit blumen; legte einen ganz neuen himmelblauen, mit goldnen sternlein beworfenen harnisch an. Felsenburg 1, 497. Henisch 362 gibt an bewerfen, delineare, mit der kolen bewerfen, zeichnen, entwerfen: in die schrift bewerfen, breviter et succincte notare.
3) wie die schneider anwerfen und anstoszen für annähen sagen (sp. 489. 520) heiszt es auch bewerfen: ich weisz aber nit aus was unvorsichtigkeit er die ermel zu kurz geschnitten, derowegen der schneider ein lappetuch angesticket und die nath mit seiden wol beworfen und verrigelt hatte. Schuppius 535.
4) sich bewerfen, sich beziehen: wir bewerfen uns lediglich auf unser schreiben; worauf sich unsre anmerkung bewirft. scheint gesetzt für sich bewerben.
 
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bewerkgeld, n. eine abgabe, die der meister an das handwerk zu entrichten hat, bevor er seine arbeit feilhalten darf. von bewerken, das bei Stieler 2560 mit bewirken gleichgesetzt wird und auch nnl. üblich ist.
 
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bewerkstelligen, efficere, perficere, anstellen, ausrichten, ins werk setzen, erst im vorigen jh. aus dem nnl. eingeführt, denn Stieler verzeichnet es noch nicht: damit die hochzeit sogleich bewerkstelligt werden könnte. Pierot 1, 285; wenn ich eine zufriedne ehe bewerkstelligen helfe. Gellert; der feind bewerkstelligte seine flucht noch in derselben nacht; was niemand bewerkstelligen konnte, ist ihm zuletzt gelungen. vgl. werkstellig machen.
 
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bewerren, intricare wird, neben verwerren, im vocab. 1482, auch bei Henisch 362 angesetzt, üblicher ist aber bewirren und verwirren. das part. praet. beworren, verworren wäre für beide formen gerecht. sich bewerren, verwickeln steht im passional mehrmals.

 

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41) zweiglein
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