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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
beweisthum bis bewerb (Bd. 1, Sp. 1780 bis 1782)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) beweisthum, n. und m. argumentum, beweisgrund: und musz er wissen, dasz weisze lippen und blasse wangen die kraft eines wappens haben, welches von vornehmen ahnen ein beweisthum träget. pol. stockf. 62; ich habe bereits zwei beweisthümer wider euch. Pierot 1, 275; ein beweisthum mei ner dankbarkeit. Kant 8, 5; unüberwindliche beweisthümer. 8, 54; je vollkommener die natur in ihren entwickelungen ist, ein desto sicherer beweisthum der gottheit ist sie. 8, 346; beweisthümer des Büffon aus der gestalt der gebirge. 9, 101; doch gieng er eilig über diese beweisthümer hinweg. Göthe 31, 234; aber für das unrecht braucht man schon ohrfeigen und drohungen zum beweisthum. Hebel schatzk. 263. im

[Bd. 1, Sp. 1781]


16. 17 jh. fast nur männlich: sofern der beweistumb, so jederzeit in dieser materia golten hat, auch alhie statt haben sol. T. Ann. Privatus verdeutschung des Remigius s. 44; dieweil der beweisthumb stärker sein musz, als dasjenige, welches man damit bestättigen will. Zinkgr. 2, 146; bisz du mit deinen beweisthümern fertig bist, so bin ich vielleicht wo der pfeffer wächset. Simpl. 1, 331; was dienet jenes exempel, da man die störche im meer angetroffen hat, wenn es keinen gewissen beweisthum geben solte, wo die übrigen und sie allemal blieben? Praetorius storchs - und schwalben winterq. 274; zweifelhaftige lehren, welche jedoch zur guten lehre, aber nicht zum beweisthum dienen. 1, 460; dieser beweisthum deiner wahren freundschaft verbindet mich mehr gegen dir, als ein reicher herr, der mir viel tausend verehrete. 1, 464; und ohngeachtet ihr dicker leib der sache selbst einen starken beweisthum gab. Felsenb. 1, 528; und habe ich die zeichen und beweisthümer hievon unter meinen kostbarsten raritäten verwahrt liegen. irrg. d. liebe 305; von der carolingischen stiftung anderer bisthümer haben wir so klare beweisthümer nicht. Hahn 1, 86; neuer beweisthum von der auctorität der groszen herzoge. 2, 170. heute veraltet. man setzte es auch für weisthum, demonstratio scabinorum, z. b. weisth. 3, 746.
 
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beweisung, f. probatio, der frühere ausdruck für das spätere beweis: und mein wort und meine predig war nicht in vernünftigen reden menschlicher weisheit, sondern in beweisung des geistes und der kraft. 1 Cor. 2, 4; erzeiget nun die beweisung eurer liebe und unsers ruhms von euch an diesen. 2 Cor. 8, 24; aber dieweil jederman wol weisz, das sie zuweilen geirret haben als menschen, wil ich inen nicht weiter glauben geben, denn sofern sie mir beweisung ires verstands aus der schrift thun. Luther 1, 402a; und Ecolampad ligt ja der beweisunge halben so tief in der aschen als Carlstad und Zwingel. 3, 345b; und keiner wil irren in solchen widerwertigen beweisung und ordnung des textes. 3, 346; solcher glaube sol solche beweisung haben. 3, 357b; was ir sagt das ist recht und darf keiner beweisung. 3, 466b; wir aber foddern gewisse beweisunge solcher gleichnus. 3, 475; eine grosze beweisung. 4, 18a; so ir die sache durch unwidersprechliche beweisung erhaltet. 4, 376a; es scheinet aber ein schwache dialectica oder beweisunge sein. 6, 223b; aber unter den christen und gleubigen, da gilt dis stück als ein starke beweisung. 6, 245b; ein sölche schöne reiche beweisung dieses articuls. Alberus wider Witzeln C 6b; mit beweisung (erweisung) viler eren. Aimon Q 2; sehent an die freundliche beweisung, die euch Reinhart erzeigt hat. X 1; welche gnadenreiche beweisung die göttliche allmacht an mir erzeiget. Schweinichen 1, 17; beschliesz demnach mit dieser mehr als greiflichen beweisung und klärlichen darthuung diesen andern punct. eselkönig 102; nach der natürkündiger beweisung. Fischart ehz. 61; gar keine oder gar wenig beweisungen ausz der schrift. bienenk. 6a; nicht des weniger haben wir helle beweisung in der schrift davon. 80b; zur beweisung (zum beweis). 106b; beweisungen, dasz das sacrament müsse angebettet werden. 173b; welches denn auch eine trefliche gewaltige beweisung wider den teufel und sein ganzes heer ist. Ayrer proc. 1, 14.
 
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beweisurtheil, n.
 
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beweisverfahren, n.
 
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beweiszen, dealbare: die wände beweiszen, weisz anstreichen.
 
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bewel, garrulus, franz. babillard, vgl.babeln, engl. babble, pappeln, wofür man beweln, wie bewen für beben sagte: man findt oft einen beweln schwetzer. Alberus 51b.
 
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bewelken, flaccescere, marcescere. Henisch 361.
 
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bewen, für beben oft in Fischarts Ismenius, z. b. 65b ein alter bewenter man; zitternd und bewend.
 
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bewenden , convertere, anwenden, verwenden, goth. bivandjan, ahd. piwentan (Graff 1, 758. 759), mhd. bewenden.
1) wie neben dem part. bewandt (sp. 1766) erscheinen auch neben dem ganzen verbum die adv. wol, übel, besser. mhd.

swenner sîne stunde
niht baʒ bewenden kunde. Iw. 24;

wand er muoʒ sîne unmüeʒecheit
übel oder wol bewenden. Trist. 490, 17;

daʒ hât si wol bewendet. Er. 10109;

die reise het er wol bewant. Wigal. 659;

wer sîn dienst wil bewenden wol.
Bon. 11, 61;

wir ziehen heute anwenden und verwenden vor.

[Bd. 1, Sp. 1782]



2) in oder zu etwas bewenden: er solt es bewenden in den nutz des herren. Keisersb. post. 2, 115; das bös zu strafen und das gut so darunder gefunden wirt, in den gebrauch der heiligen lere zu bewenden. Reuchlin augensp. 9a; das er den ganzen rabi Salomon nach allem vermögen zu der cristenlichen kirchen groszem nutz verwandt hat. verst. 8b; leihen und helfen sol man an denen es bewandt (angewandt) ist. Mathesius 26a.
3) von wenden, enden kommt bewenden, es dabei bewenden lassen, acquiescere in aliqua re, dabei still stehn, aufhören, sich beruhigen: es bewendet dabei, soll bewenden; in den höchsten sorgen, es möchte bei diesem einfall nicht bewenden (verbleiben). Reinhard werth. gegenb. 2, 186; wir wollen es bei dem alten bewenden lassen; er liesz es nicht bei bloszen worten bewenden; sie läszt es selten bei dem, was ich sage, bewenden. Gellert; donna Maria liesz es nicht bei der bloszen freundschaft bewenden. Wieland 11, 6; ich erzählte ihm im allgemeinen was zu sagen war und er liesz es dabei bewenden. Göthe 24, 281; man versuchte, was man voraussehen konnte, und liesz bewenden, was man nicht hätte beabsichtigen sollen. 32, 85; so wird die gerechtigkeit eine liebende mutter sein und läszt es bei dem rade bewenden. Schiller 122b; man liesz es an der tafel bei drei schüsseln bewenden;

beim sarge laszt es nur bewenden,
legt mich nur in ein Rheinweinfasz!


4) einem bewandt, verwandt, nahe liegend, verpflichtet: solt auch etwas beschwerlichs wider e. kön. w. oder jemands anders, höheres oder wenigers stands, und bevor wider die, den wir mit verpflichtung bewand, geschrieben oder sonst ichts unchristlichs fürgenomen sein, das were uns nicht lieb. Luther 2, 218b; was die angeborne bosheit sei, die dem herzen bewandt ist, die man die erbsünde nennet. Melanchthons hauptart. verdeutscht. 25.
 
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bewenden, n.
1) ratio, conditio, bewandtnis:

es hat damit sein eignes bewenden.
Schiller 340b.


2) res integra, verbleiben, beruhen: es mag damit sein bewenden haben;

wiltu des pfaffen müszig stahn,
so hat es sein bewendens wol.
Ayrer fastn. sp. 63c;

der abgeordnete Altfranke brachte dawider so wenig erhebliches vor, dasz alles auf einmal vorbei war und es bei der erklärung der aldermänner sein bewenden hatte. Klopstock 12, 332; bei dem ausspruch behält es sein bewenden.
 
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bewerb, m. cura, negotium, geschäft: ihr wollet mir die heutigen tag helfen ein bewerb machen, solch übel zu strafen. Reutter kriegsordn. 63; sie machte sich einen bewerb in das zimmer; er hat groszen bewerb, ein groszes geschäft, viel verdienst. ein wenig gebrauchtes wort, das in aufnahme zu kommen verdient. s. DWB gewerb.

 

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