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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
blechschere bis blecken (Bd. 2, Sp. 86)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) blechschere, f. zum schneiden des blechs. auge, dessen winkel eine ofne blechschere oder aufgestellte falle scheinen. J. Paul Tit. 2, 32.
 
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blechschläger, m. bractearius, blattner.
 
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blechschmid, m. dasselbe. so heiszt aber auch ein käfer, carabus cephalotes, wegen seiner schwarzen farbe.
 
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blechstab, m. eisenstab, aus dem blech geschlagen wird.
 
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blechsturz, m.
 
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blechverzinnung, f.
 
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blechwaare, f.
 
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blechzange, f.
 
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bleckarsch, m. hirundo urbica, weiszärschel.
 
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bleckdecke, f. herbstliche bedeckung der weinstöcke mit erde, wobei oben und mitten ein paar augen des stocks frei bleiben.
 
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blecken , blicken, erscheinen, sehen lassen, ein ahd. plecchên und plecchan, placchian voraussetzend (s. blicken). schlecht ist die schreibung blöken.
1) intr. prominere, nudari, hervorstehn, hervorragen, entblöszt stehn. ahd. blechêntên beinen, calvis ossibus. N. ps. 41, 1; sô daʒ rêhpocchili fliet, sô plecchêt imo der ars. Hattemer 1, 410b. mhd.

dei ougen in scînent,
die zeni glîʒent
suenne si si lâʒent plecchen,
sô mahten si iouch den tiufel screcchen. fundgr. 2, 26;

er sach in blekchen (Cham den Noa),
er ne wolte in dekchen. 2, 28;

und was niergent kein stat,
sie wær mit houbten bestecket,
wan eine diu noch blecket. krone 12953.

nhd. das mir der bauch und busem bleckt. fastn. sp. 256, 28;

[Bd. 2, Sp. 87]



ir schult nit erschrecken,
das ir uns secht in harnasch plecken. 754, 4;

pleckender hals, geferbte wang
machen manchem die zen so lang
das sie im ilgern nacht und tag. 1209;

dodurch sach man iren wiszen lib blecken. Amor a 4 (aus dem gedicht got Amur? wo doch kein solcher vers erscheint); er trg schnöde und unsaubere kleider, das im etwa die brust blecket. Frank weltb. 91a; mit bleckendem hals und bloszen armen. Mathesius;

eins theils ir schenkel blecken theten.
H. Sachs I, 495c;

Iden, der nun ganz fast blecket,
weil wir ihn mit uns verbrandt,
hat der schnee zehnmal bedecket.
Opitz 1, 212;

die weiszen zähne blecken.
Fleming 309;

die knochen sonder fell, die kahle scheitel blecket.
Gryphius 2, 25;

wenn die haut durch schuh und strümpfe bleckt.
Günther 772;

bald bleckt die zeh, bald platzt der schuh. 1050;

sobald nun die sandbänke bläckten (aus dem wasser ragten). Lohenst. Arm. 2, 848;

doch wann sie nicht recht klug, wird doch der jecke blecken.
Wiedeman Mai 59,

der narr hervorgucken. man sagt in den salzwerken, die pfanne fängt an zu blecken, wenn die sole so eingekocht ist, dasz der boden zum vorschein kommt. die zähne blecken ihr, wenn sie lacht, gr. σεσηρότι γέλωτι μικρὸν ὑπομειδιῶσα, Luciani Amores cap. 13 (Bekker 2, 213);

εὐφυεῖς ὀδόντας ἔσχεν>; >ἐξ ἀνάγκης δεῖ γελᾶν,
ἵνα θεωρῶσ' οἱ παρόντες τὸ στόμ' ὡς κομψὸν φορεῖ.
Athenaeus p. 568.

mhd. sô si begunde lachen,
sô gliʒʒen ir zen ûʒ dem munt. troj. kr. 19860;

nach den alten volksrechten wurden die dentes, qui in risu apparent (οἱ γελασῖνοι) den frauen höher gebüszt.
2) trans. protrudere, monstrare, nudare, zumal die zähne blecken, weisen, sowol ein zeichen der feindseligkeit und des angrifs, als freundlichen lachens und hoher schönheit: ein ungütiger hund wolt die kummenden ochsen von der weide nicht essen lassen und plecket über si die zene und gruwet. Steinhöwels Esop (1487) 56; ein herr het einen tückischen hund, der grüwet, grannet, noch blecket die zene wider niemant (1555) 82b; ward alsbald von dem bösen geist besessen, rauft und schlug sich selbs, bleckt die zen. Pauli schimpf u. ernst cap. 330 (1522 cap. 453); alle deine feinde sperren ir maul auf wider dich, pfeifen dich an, blecken die zeene. klagel. Jer. 2, 16; die zäne magst du blecken, aber fressen kannst du nicht. Luthers br. 4, 258; hat gegen dis land seine zän geblecket. Kirchhof wendunm. 229b; damit es nicht die zan pleck, wie ein wammes mit haften, so wirds geköllert mit knöpflin. Garg. 115b; bleckten sie die zän, meint er sie lachten. 131a;

und die mutter ihre zähn pleckt,
als ob sie einen beiszen wöll.
Ayrer fastn. sp. 106a;

der lew liesz sich nit schrecken,
er nam die weingart ein,
thet zen gar grewlich blecken
und spie unsauber drein.
Soltau 305;

fielen auf ihn mit pleckten zänen,
theten ihn hart raufen und thenen.
Wolgemut Es. 62;

sie (die hunde) machen sich an ein und blecken ihre zähn.
digrignando i denti.
Werders Ar. 2, 5;

die zähne bleckt, erzehlt, wo er herum geschweift.
Hagedorn 2, 40;

wenn er den mund zog und die zähne voller freundlichkeit bleckte. J. E. Schlegel 5, 257; jetzt bleckt es den rachen auf diesen, jetzt bleckt es ihn auf jenen zurück und hält seinen hunger in zweifel. Lessing 4, 274; der die zähne so abscheulich gegen sie blökte. Wieland 11, 81; das kleine bucklige ungeheuer blökte die zähne gegen mich. 11, 194;

dasz du ein hund einst
hütest mit bleckendem zahn.
Voss 2, 205;

so lange tobt in mir der grimme drache,
ich seh ihn stets die weiszen zähne blecken.
Tieck 1, 72;

hund, der zähne bleckend aufwartete. J. Paul flegelj. 1, 7. vgl. mhd.

er erblaht die zende unde grein.
Helbl. 4, 417.

lat. albis dentibus ridere; mlat. ille nunquam nec dentes candidos suos in risu ostendit. Theganus cap. 19; gr. σαίρειν, dessen part. σεσηρώς schon vorhin angeführt wurde; serb. zeritise, ridere dentibus ostensis; litt. issiszěpti (Nesselm. 519a). man sagt auch die brüste blecken, entblöszen, die zunge

[Bd. 2, Sp. 88]


blecken, hervorstrecken, den baum blecken, die rinde schälen. vgl. DWB anblecken.
3) sich blecken, sich zeigen, blicken, sehen lassen: wa sich nun einer in der statt sehen liesz, so ward er gespürt, dann ie XXX ror auf ein laden waren gericht, das sich niemand blecken dorft. Frank chron. 245b;

ir keiner dorft sich blecken mehr.
H. Sachs I, 209a.