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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
blauschwarz bis blechatsche (Bd. 2, Sp. 85 bis 86)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) blauschwarz.
 
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blauspecht, m. sitta europaea.
 
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blaustein, m. lapis lazuli.
 
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blaustroh, n. kurzes, nach dem dreschen aufgebundnes.
 
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blaustrumpf, m. diabolus, der unvermerkt den schwarzen bocksfusz sehn läszt und überall sonst der schwarze heiszt, dann aber häufig ein verleumder, angeber:

da hast du (glück) deine schöne titel,
du wetterhahn, du blindes weib,
du blaustrumpf, du verderbungs mittel!
Günther 204;

bald kehrt der blaustrumpf um und wird ein wetterhahn. 502;

der höllische blaustrumpf musz ihnen verträtscht haben. Schiller 121a. heute, nach bluestocking, gelehrtes frauenzimmer.
 
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blautaube, f. columba oenas.
 
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blauvogel, m. was blaumeise, doch Fischart Garg. 236a nennt plovögel unter andern eszbaren.
 
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blauziemer, m. turdus pilaris.
 
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ble, blee, interj. balantis, Maaler 71b;

der schäfer pfeifet vor,
so singen sie drein plee! fastn. sp. 1114;

also gab er ihm den rath, wenn er mit im für das gericht keme, so solt er kein andere antwort geben, gott geb was man in fragt oder schalt, denn das einig wort blee! Wickram rollw. 80. vgl. DWB blähen.
 
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blech, n. lamina, ahd. plëh (Graff 3, 243), mhd. blëch (Ben. 1, 203b), nnl. blik, schw. bleck, dän. blik, deutlich von blîchen splendere, also glänzendes metall (vgl. DWB blechle). böhm. plech, poln. blacha, franz. plaque:

und lassen nimer kein frauen furgan,
sie schlahen ir ein plech an. fastn. sp. 1160; 231, 12;

und kan doch so fil gspeis darbei,
sprichwort, gspöts und plech an slagen.
Haupt 8, 517;

weil ir (der welt) gar niemand recht kan than,
sie schlag im doch ein plechlein an.
H. Sachs I, 430c;

mhd. daʒ sie sô stæte niht mac gesîn,
si ne slahen ir ein blechelîn.
Wigal. 2376,

wo andere hss. klaphelîn, klämperlîn, glimpfelin, heute blosz einem etwas anhängen (1, 368), anderwärts in gleichem sinn ein schletterlin, ein spätlin anhenken. man sagte eines blechs näher verwandt, gleichsam einer blechschnalle, mit der man den gürtel schnallt: ja der ist mein vetter, der ist mein gevatter, der z den dritten kinden, er gehört dir eins blechs neher z, dann der schmid zu Matzenem. Keisersb. brösamlin 12a. metall zu blech schlagen, dünn schlagen: denn die pfannen solcher sünder sind geheiliget durch ire seele, das man sie zu breitem blech schlahe und den altar damit behenge. 4 Mos. 16, 38. 39; auch uberzog er den boden des hauses mit güldenen blechen. 1 kön. 6, 30; zubrach die bleche, die er selbs uberziehen hatte lassen. 2 kön. 18, 16; der zimmerman nam den goldschmid zu sich und macheten mit dem hamer das blech glat auf dem ambosz. Es. 41, 7; silbern blech bringet man auf dem meer her. Jer. 10, 9; kein zän hat der wallfisch, sondern anstatt derselbigen in jedem kif hörnine blech. Forer 99b; der münzer macht breite oder schmale blächer. er zerhawt solche bläch in vil kleiner blächlin. Münster 831. zumal gilt blech für geld, moneta: er hat blech, böhm. má plissky, er kann blechen; er hat altes blech, ist reich;

vil ämpter und wenig blech,
ein läre tasch und schneiderzech, ist hunds. Garg. 49b.

s. eisenblech, goldblech, kupferblech, silberblech.

[Bd. 2, Sp. 86]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) blechatsche, f. parva moneta: er heult ihm eins vor, bis er ihm vor etlich blechatschen trost in die jacke wirft: du blechätschen flenner! Weise bäur. Machiavell 54.