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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bläsig bis blästerling (Bd. 2, Sp. 71 bis 72)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bläsig, dasselbe: bläsige conditorwaare. Claudius 4, v.
 
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bläsle, n. name eines pferdes mit dem bläs: nun hotta bläsle, heijum, das man noch ferner kum! Fischart groszm. 61.
 
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bläslein, n. (mit kurzem ä), vacca macula alba in fronte insignita: man nennt kein k blmi, si hab denn ein bleslin, also haben die küg ouch bleslin oder zeichen, darbei man si erkennt. Keisersb. parad. der selen 225d; wo bleslin oder flecklin sind an einer k, die nennet man blümi. 228d;

es heiszt kein kw pläslin,
sie hab dann ein sternlin.
Frank spr. 1, 16b.


 
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bläslein, n. (mit langem ä), vesicula, bullula.
 
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blasse, blässe, blesse, f. frons calva, macula in fronte, franz. pelote: nach Tobler 56b auch ein muttermal; nun hät der trummeter zuvor einen neulich erstochen, und auch sonst einer von adel ein (einen) Seckendorfer durch die blasse gestochen. Götz von Berl. lebensb. 32; einem ros eine weisze blassen zu machen. Seuter 4;

und sah ein hurtigs pferd darneben,
war an der farb ein füchslin eben,
hat an dem kopf ein weisze blassen.
Spreng Il. 536b;

das ros .... hatt auf der stirne
eine geründete weisze blässe, ähnlich dem monde.
Stolberg 12, 370.

schon mhd. im Wolfdieterich, als er mit dem heiden messer wirft, str. 1309:

er warf im von der blasse
zwen locke wunnesan,
als si mit eim scharsasse
weren geschoren hindan.

man sagt zu Ulm: das kind hat eine saure blasse, stirne, wird bald sterben. Schmid schw. wb. 72. man nennt auch die stirnseite eines gebäudes blasse. Schm. 1, 238.
 
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blässe, f. pallor, ganz verschieden vom vorigen und von blasz zu leiten:

da blieb voll blässe der freude
Tabitha stehen.
Klopstock Mess. 15, 417;

und bläss umzog ihm die wangen.
Voss Il. 3, 35;

die blässe des kummers.
Gotter 3, 56;

blässe, die endlich auf ihrem angesicht ruhen blieb. Woldemar 39. vgl. leichenblässe, todtenblässe.
 
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blässeln, was das folgende: er pimpelt, blässelt, wimmelt und wabbelt so nächtlich dahin. Tieck nov. kr. 2, 231.
 
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blassen, pallere, pallescere:

der ist nicht alleine bleich,
der nicht satt ist und nicht reich:
groszes gut und stetes prassen
macht vielmehr die leute blassen.
Logau 2, 10, 83;

was todtenasche blasset. 3, 6, 13;

wo die farben nicht bald blassen. 3, 7, 31;

jedermann, den Rasa siht, musz ihr eine feder lassen,
fremde federn darf sie wol, musz für eigner blösze blassen. 3, 10, 70;

sie blaszt.
Wieland 23, 245;

weh der bogen schwindet,
seine farben blassen.
Herder 3, 23;

des tages flammenauge selber bricht
in süszem tod, und seine farben blassen.
Schiller 47b;

des alten königs letztes blassen. 35a.


 
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blast, m. pl. bläste, flatus, ahd. plâst (Graff 3, 237), ags.

[Bd. 2, Sp. 72]


blæst, engl. blast, altn. blâstr: der blost des osterwinds. Keisersb. bilg. 11b; empfindestu sins blosts. das.; der donner erschlug ein ros und wurden sonst noch vil ros und man vom blast oder dunst zu boden geschlagen. Stumpf chron. Helv. 711a; ausz einem falschen, vergebnen, thörechten won und plast, darhinder nicht ist dan ein eitler wind. Frank spr. 1, 120b; ein voller sack msz ein pfeifer haben, der im den plast auszlasz und die geschwulst vertreib. 2, 184b; wo sie den blast der sanften luft empfinden, so lassen sie sich heraus. Forer fischb. 134a; den beiszen ostwind und dergleichen starke bläst hassen sie. das.; die grimmen kommen ausz mancherlei ursachen, kommen sie von blästen, das verursacht das überflüssig essen und trinken. Seuter 85; solche temperamenten gebähren leichtlich viel bläste. Uffenbach 2, 35; in dem liesz die beurin einen blaast von ir gehen. Wickram rollw. 77 (Mülh. 136); es ist umb das gerücht, wie umb einen plast oder dunst. Petr. 130a; so sol man dann brauchen das braun sälbli, sanft darein gelassen oder gesprützt, und nicht dasz es ein blast gebe. Würz pract. 35; blast des windes. Fischart Ism. 54a;

so man die bläst im leib verzwingt,
die dämpf die steigen in das haubt.
Scheit grob. B 2a;

so sind wir gleich wie ein schwumm,
mit hülen glöchert umb und umb,
dardurch der luft tringt immerdar,
vil dünst und blästen hin und har.
Rebmann 122;

nur mit eim blast zu sturzen.
Meliss. ps. D 3b;

o süszer wind, o süszer blast.
Spee trutzn. 177;

der wind
blies aller bläste brast (? blast) auf unsre häupter los.
Birken Guelfis 27;

alles freudengelach verlummerte wie ein sackpfeifenzipfel, dem der blast entgangen. Simpl. 1, 119; bläste treiben. Muralt 23. 345; 1699 hat eine windlauwin durch den starken blast des daher fahrenden schneenbals drei ställe über den haufen geworfen. Scheuchzer 1, 160; blast im leibe. Stieler 183; blast loslassen. Gotthelf erz. 1, 246; der same und wurzen in wein oder wasser getrunken vertreibt alle bläste und winde. Hohberg 1, 551b; die essenz von meisterwurz zertheilet die wind und bläste der därmer. 3, 456a. 465a. später erlöschen, doch in der schweiz. und bair. volkssprache lebendig. Stald. 1, 181. Schm. 1, 239. s. DWB blost.
 
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blaster, n. emplastrum bei Lohenstein, s. DWB pflaster.
 
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blästerling, flatus: indem empfr der beurin noch ein blästerling. Wickram rollw. 77 (Mülh. 137).