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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bläshuhn bis blassen (Bd. 2, Sp. 71)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bläshuhn, n. fulica atra, poln. łyska, böhm. lysica, ein schwarzes wasserhuhn mit einer weiszen haut über dem schnabel. also von bläs macula alba. vgl. Schm. 1, 238.
 
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bläsi, m. Blasius: so musz man zuvor sehen, ob Bläsi zu haus sei (sagt der dieb, indem er seinen hut durch ein loch in den schafstall steckt). Simpl. 1, 254; damit wann Bläsi an einem ort nicht zu haus wäre, er ihn am andern finden könte. 1, 413 (419). der name bezeichnet nach Schmeller 1, 238 auch den wind, als anspielung auf blasen, und einen kleinen rausch. spielleute nennt Schuppius 190 blasiasten.
 
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blasicht, plenus foraminum. Kant 8, 516.
 
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bläsig, dasselbe: bläsige conditorwaare. Claudius 4, v.
 
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bläsle, n. name eines pferdes mit dem bläs: nun hotta bläsle, heijum, das man noch ferner kum! Fischart groszm. 61.
 
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bläslein, n. (mit kurzem ä), vacca macula alba in fronte insignita: man nennt kein k blmi, si hab denn ein bleslin, also haben die küg ouch bleslin oder zeichen, darbei man si erkennt. Keisersb. parad. der selen 225d; wo bleslin oder flecklin sind an einer k, die nennet man blümi. 228d;

es heiszt kein kw pläslin,
sie hab dann ein sternlin.
Frank spr. 1, 16b.


 
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bläslein, n. (mit langem ä), vesicula, bullula.
 
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blasse, blässe, blesse, f. frons calva, macula in fronte, franz. pelote: nach Tobler 56b auch ein muttermal; nun hät der trummeter zuvor einen neulich erstochen, und auch sonst einer von adel ein (einen) Seckendorfer durch die blasse gestochen. Götz von Berl. lebensb. 32; einem ros eine weisze blassen zu machen. Seuter 4;

und sah ein hurtigs pferd darneben,
war an der farb ein füchslin eben,
hat an dem kopf ein weisze blassen.
Spreng Il. 536b;

das ros .... hatt auf der stirne
eine geründete weisze blässe, ähnlich dem monde.
Stolberg 12, 370.

schon mhd. im Wolfdieterich, als er mit dem heiden messer wirft, str. 1309:

er warf im von der blasse
zwen locke wunnesan,
als si mit eim scharsasse
weren geschoren hindan.

man sagt zu Ulm: das kind hat eine saure blasse, stirne, wird bald sterben. Schmid schw. wb. 72. man nennt auch die stirnseite eines gebäudes blasse. Schm. 1, 238.
 
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blässe, f. pallor, ganz verschieden vom vorigen und von blasz zu leiten:

da blieb voll blässe der freude
Tabitha stehen.
Klopstock Mess. 15, 417;

und bläss umzog ihm die wangen.
Voss Il. 3, 35;

die blässe des kummers.
Gotter 3, 56;

blässe, die endlich auf ihrem angesicht ruhen blieb. Woldemar 39. vgl. leichenblässe, todtenblässe.
 
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blässeln, was das folgende: er pimpelt, blässelt, wimmelt und wabbelt so nächtlich dahin. Tieck nov. kr. 2, 231.
 
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blassen, pallere, pallescere:

der ist nicht alleine bleich,
der nicht satt ist und nicht reich:
groszes gut und stetes prassen
macht vielmehr die leute blassen.
Logau 2, 10, 83;

was todtenasche blasset. 3, 6, 13;

wo die farben nicht bald blassen. 3, 7, 31;

jedermann, den Rasa siht, musz ihr eine feder lassen,
fremde federn darf sie wol, musz für eigner blösze blassen. 3, 10, 70;

sie blaszt.
Wieland 23, 245;

weh der bogen schwindet,
seine farben blassen.
Herder 3, 23;

des tages flammenauge selber bricht
in süszem tod, und seine farben blassen.
Schiller 47b;

des alten königs letztes blassen. 35a.