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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
freigast bis freigeisterisch (Bd. 4, Sp. 109)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) freigast, m. gast, der nicht zahlt. auch ein handwerker, der auszerhalb der zunft arbeiten darf.
 
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freigeber, m. largitor: sie seind nit milt freigeber, sonder geitig verkaufer. Frank sprichw. 138.
 
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freigebig, munificus, liberalis. früher mit dem gen. der sache, wofür später praepositionen:

freigebig ihrer (so) reichtum und bluts.
Weckherlin 850.

freigebig in lob, in worten; mit lob, mit tadel; freigebig gegen alle. Lessing 1, 242. vgl. kostfrei.
 
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freigebigkeit, f. munificentia.
 
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freigebiglich, munifice:

und dann auch freigebiglich
gut und ehr mir zu verleihen.
Weckherlin 357.


 
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freigeboren, ingenuus, libere natus, gegenüber dem freigelassenen:

er ist der alte, freigeborne vogel nicht,
er hat schon jemand angehört.
Göthe 1, 107.


 
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freigeborenheit, f. ingenuitas: mit dem verlornen ring meiner freigeborenheit beschenken. Abele 4, 107.
 
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freigebung, f. manumissio, relaxatio.
 
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freigeist, m. liberioris judicii in rebus divinis, früher unzusammengesetzt des freien geists, vom freien geist: die ketzer von friem geist und die Behemer und ander mer gloubketzer. Keisersberg bilg. 197c; die geloubketzerei des freien geists. schif der penitenz 78b. dies 'vom freien geist' war doch eine treffendere benennung als der freie geist, der freigeist, wie schon Luther in der auslegung des V. U. 13 sich gestattet zu setzen: die freien geist, denen nit vil daran gelegen ist, wo gotts reich beleibe. spätere theologen stellen Calvinisten und freigeister nebeneinander.

ein freigeist lacht euch aus, dasz ihr so sclavisch lebet.
Gellert 1, 174;

so stark sind eines freigeists lehren. 1, 176;

hier ziele ich auf die freigeister. Lessing 2, 409; wo will der angebliche freigeist seine beweise hernehmen, dasz es kein höchstes wesen gebe? Kant 2, 566; die sogenannten freigeister in sachen des genies, worunter leider alle jetzt lebenden groszen dichter und kunstrichter gehören. Göthe 33, 11; der freigeist ist schon gestraft genug, dasz er die süszigkeit mit gott vertraut zu reden nie geschmeckt hat. Voss briefe 1, 250;

die (die gesetze) sieht der freigeist, doch nicht ihn (gott).wozu
ein gott? sagt er, die welt ist sich genug.
und keines christen andacht hat ihn mehr
als dieses freigeists lästerung gepriesen.
Schiller 279b.


 
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freigeisterei, f. der grundsatz gar keine pflicht mehr zu kennen. Kant 1, 136; eine freigeisterei in diesem fache müste von schlimmen folgen für das weibliche geschlecht sein, weil dieses zu einem bloszen mittel herabsinken würde. 10, 346; er ist auch ein wenig von der freigeisterei angesteckt. Lessing 1, 256; dasz der graf endlich Jarno bei seite nahm, ihm seine freigeisterei verwies. Göthe 18, 318.
 
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freigeisterisch, liberius sentiens, impius: der freigeisterische unglaube. Kant 2, 28.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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