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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
freiersmann bis freigabe (Bd. 4, Sp. 108 bis 109)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) freiersmann, m. nuptiarum conciliator, der einem die braut wirbt, brautwerber: ich will freiersmann sein. was krieg ich, wenn ich sie dir kupple? Göthe 11, 14; só war ich freiersmann, só bin ich jetzt gesandter. 20, 306;

hatten die eltern die braut für ihren sohn sich ersehen,
ward zuvörderst ein freund vom hause vertraulich gerufen.
diesen sandte man dann als freiersmann zu den eltern
der erkorenen braut, der dann in stattlichem putze
sonntags etwa nach tische den würdigen bürger besuchte,
freundliche worte mit ihm im allgemeinen zuvörderst
wechselnd, und klug das gespräch zu lenken und wenden verstehend.
endlich nach langem umschweif ward auch der tochter erwähnet
rühmlich, und rühmlich des manns und des hauses, von dem man gesandt war.
kluge leute merkten die absicht, der kluge gesandte
merkte den willen gar bald und konnte sich weiter erklären.
lehnte den antrag man ab, so war auch ein korb nicht verdrieszlich.
aber gelang es denn auch, so war der freiersmann immer
in dem hause der erste bei jedem häuslichen feste,
denn es erinnerte sich durchs ganze leben das ehpaar,
dasz die geschickte hand den ersten knoten geschlungen.
Göthe 40, 301. 302.


 
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freifahne, f. als zeichen eines freimarkts ausgesteckt.
 
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freifarbe, f. im kartenspiel, die nicht gestochen werden darf.
 
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freifechter, m. lanista privilegiatus. Stieler 453.
 
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freifels, m. rupes libera: glaubst du, es gebe keinen kühnern freifelsen und freistaat, als s. Marino in Welschland? oder hast du kein herz. J. P. dämmerungen 149.

[Bd. 4, Sp. 109]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) freifest, n. damnatio? bann und verfestung?

der herr hat ganz zermalmt und zornig aufgerieben
die starken, so ich hatt, er hat weit ausgeschrieben
ein freifest über mich, dasz was für mannschaft noch
mir übrig blieben ist ingleichen trag ein joch.
Opitz 3, 31.


 
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freiflatternd, libere volitans, blosz an einander gerückt: gibt es nicht ein sonnenhelles, freiflatterndes alter? J. P. Tit. 2, 121.
 
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freifleischer, m. der nicht in der zunft steht.
 
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freifrau, f.
1) liberi baronis uxor, edelfrau, freiin, was eigentlich schon im wort frau lag.
2) ehmals auch mulier vaga, freie dirne: da waren einsidel, beginen, brüder, nonnen, freifrawen, sungen lieder. Thurneisser archidoxa 14.
 
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freifresser, m. der nichts zahlt und andern das brot aus dem munde nimmt. Fritz Reuter olle kam. 3, 41.
 
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freigabe, f. liberalitas, donum gratuitum, freigeschenk: dagegen repliciert er, das solchs wer von gratis her und aus des frembden herrn gnädiger freigabe. Garg. 158a; die freigabe der natur, erd und wasser theur verkaufen. 189a. wird heute auch fehlerhaft für freigebung, losgebung gesetzt.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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